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Norwegen muss auf staatlichen Ölfonds zurückgreifen
Aus HeuteMorgen vom 11.06.2020.
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Einbruch des Erdölpreises Coronakrise unterstützt Wende in Norwegens Ölwirtschaft

Die Pandemie hat das norwegische Geschäft mit dem schwarzen Gold verändert – mit weitreichenden Folgen für das Land.

Mitte April ist der Preis für Erdöl in den USA erstmals in der Geschichte für kurze Zeit ins Negative gekippt. Auch das im Nordatlantik geförderte norwegische Öl hat einen grossen Teil seines Preises eingebüsst. Grund dafür ist die Coronakrise, welche zu einem globalen Einbruch bei der Nachfrage geführt hat.

Für Norwegen, Europas grössten Ölexporteur, hat das weitreichende Folgen. Statt wie immer in den letzten 15 Jahren von den Überschüssen des Petroleumgeschäftes profitieren zu können, müssen nun erstmals die Reserven des staatlichen Ölfonds angezapft werden, um die Corona-bedingten Steuerausfälle im Land auszugleichen.

100 Milliarden Franken aus dem Fonds

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Der Fonds hat derzeit einen Wert von über 1.1 Billionen Franken. Experten des norwegischen Finanzministeriums rechnen damit, dass dieser Fonds deshalb erstmals seit 1998 nicht mehr an Wert gewinnen wird, sondern kleiner wird – um rund hundert Milliarden Franken.

Die Coronakrise dürfte damit eine Wende in der norwegischen Ölwirtschaft vorwegnehmen, welche Kritiker der umfassenden Förderung fossiler Energieträger wie Öl und Gas schon seit Längerem fordern.

Dazu gehört der erstmalige Verzicht auf die Erschliessung von Ölfeldern nördlich des Polarkreises sowie eine verstärkte Ausrichtung auf ethisch vertretbare Engagements des Staatsfonds. Dessen Investitionen in klimaschädliche Energieträger und auch Rüstungsindustrien hatten zuletzt wiederholt für grosse Debatten in Norwegen geführt.

Bohrplattform vor Norwegens Küste
Legende: Norwegens Ölfonds fungiert als Versicherung für künftige Generationen, wenn nicht mehr nach Öl gebohrt werden kann. imago images

Dabei macht Norwegen an Land schon vor, wie es nach einem dereinstigen Aussteigen aus dem Erdölgeschäft funktionieren könnte. Dank der starken eigenen Wasserkraft ist der Strom in Norwegen schon heute zu hundert Prozent fossilfrei.

Hinzu kommt, dass fast 60 Prozent der in Norwegen verkauften Autos unterdessen ohne Benzin betrieben werden, wobei Elektroautos steuerfrei gekauft werden können.

Norwegen kann sich diese proaktive Umstellung auf fossilfreie Energien leisten – nicht zuletzt wegen der reichlich vorhandenen Überschüsse aus der Ölwirtschaft.

HeuteMorgen, 11.06.2020, 06:00 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Trefzer  (ttre)
    Hoffentlich sind die Pläne besser durchdacht als das Projekt "Vision 2030" von Saudi-Arabien unter der Leitung von Mohammad bin Salman bin Abdulaziz bin Abdul Rhaman bin Faisal bin Turki bin Abdullah bin Mohammed bin Saud, kurz Kronprinz von Saudi-Arabien.
  • Kommentar von Vale Nipo  (VNxpo)
    Die diversifizierte Wirtschaft Norwegens kommt wie gerufen. Super.
  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Welch eine illustere Analyse: DANK dem viele Öl-Geld konnte sich Norwegen solche Extravaganzen wie weitaus teurere Elektroautos leisten. Nun setzen plötzlich diese sprudelnden Geldquellen aus. Nachdem man sich so richtig an den Reichtum gewöhnt hat und es sich dabei gut gehen lässt, wird das notwendige Gürtel enger schnallen nun ums einschneidender werden. Wenn's dann beginnt weh zu tun, wird man mit allen Mitteln Öl verschachern, schliesslich wollen Politiker wieder gewählt werden.
    1. Antwort von Andre Mahr  (Andre M.)
      "... Strom in Norwegen schon heute zu hundert Prozent fossilfrei. Hinzu kommt, dass fast 60 Prozent der in Norwegen verkauften Autos unterdessen ohne Benzin betrieben werden, wobei Elektroautos steuerfrei gekauft werden können." Da kann man nicht meckern, sondern neidvoll zustimmen, dass unsereins doch noch mit der Keule sein Essen fängt und damit 'fossil' ist...
    2. Antwort von Kris Kronig  (Kris)
      Was ist daran illuster?

      Norwegen zeigt, dass die Bevölkerung ihre Ressource Öl anders betrachtet, die Gewinne anders einsetzt und sich selbst massregelt, als es ein privates Unternehmen tun würde.