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Der Erdölpreis zerfällt Preis für Erdöl in den USA rutscht erstmals ins Negative

  • Wegen der Corona-Krise ist der Preis für Rohöl aus den USA auf einen Tiefstand gefallen wie seit über dreissig Jahren nicht mehr.
  • Im Mai zu lieferndes texanisches Leichtöl ist auf einen Abnahmepreis von minus 37.63 Dollar pro Barrel (159 Liter) gefallen.
  • Die Tanklager-Kapazitäten in den USA sind demnächst vollständig ausgefüllt.
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Aus dem Archiv: Der Ölpreis im Sinkflug
Aus Tagesschau vom 24.03.2020.
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Wegen der einbrechenden Nachfrage durch die Coronavirus-Pandemie, ist der Erdölpreis in den USA erstmals in seiner Geschichte ins Minus gestürzt.

Der Preis für am Dienstag auslaufende Terminverträge für eine physische Öllieferung im Monat Mai von texanischem Leichtöl (WTI) brach um knapp 56 Dollar auf minus 37.63 Dollar pro Barrel (159 Liter) ein. Das bedeutet einen Preissturz von 306 Prozent.

Die Verkäufer zahlen somit Geld, damit ihnen jemand das Öl abnimmt! Auch vertraglich vereinbarte US-Öllieferungen im Juni verloren 18 Prozent und fielen auf 20.43 Dollar je Barrel. Die Nordsee-Sorte Brent sank fast neun Prozent auf 25.57 Dollar je Barrel.

Volle Tanklager

Anleger befürchten, dass die Kapazitäten von Tanklagern bald erschöpft sind. In den vergangenen Wochen stiegen die US-Bestände auf gut 500’000 Millionen Barrel und damit auf den höchsten Stand seit etwa drei Jahren. Das Rekordhoch von 2017 ist nur noch etwa 35’000 Millionen Barrel entfernt.

Gleichzeitig werden immer mehr Tanker als «schwimmende Lager» genutzt. Insidern zufolge verdoppelte sich die dort gelagerte Rohölmenge binnen zwei Wochen auf den Rekordwert von 160 Millionen Barrel. Experten schätzen, dass in ein bis zwei Monaten Tanks weltweit randvoll sein werden.

Angebot und Nachfrage

Die grundlegende Lage am Erdölmarkt ist gekennzeichnet durch ein viel zu hohes Angebot bei stark fallender Nachfrage. Die Corona-Krise sorgt weltweit für einen Konjunktureinbruch, was eine rückläufige Nachfrage nach Erdöl, Benzin, Diesel und Kerosin zur Folge hat.

Zwar haben grosse Erdöl produzierende Staaten wie Russland und Saudi-Arabien unlängst deutliche Kürzung bei den Fördermengen angekündigt. Aber es ist unklar, dies ausreicht, um Angebot und Nachfrage wieder in Einklang zu bringen.

SRF 4 News, 20.04.2020, 20:00 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Das wird hoffentlich alle Investoren in erneuerbare Energien treiben!
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  • Kommentar von Dieter Strub  (STR)
    Endlich! Ich schmeiss meine WP und PV raus und mache wieder ein Ölbrenner rein.
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    1. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Werden sie nicht, da gerade der Oelpreis abgstürzt ist, nicht der Heizölpreis. WP und PV amortisieren sich über Jahrzehnte, Oelheizungen werden sich dank nachhaltiger und existenzssichernder Politik sich gar nicht mehr lohnen. In 6 Jahren tritt in Deutschland ein Einbauverbot für Oelheizungen in Kraft, viele andere Länder machen das gleiche, und auch verschiedene Kantone wie zb ZH haben auch solche Verbote beschlossen. Sie haben schon auf das richtige Pferd gesetzt!
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    2. Antwort von Roger Gasser  (allesrotscher)
      Wie das Fähnlein im Wind. Der dreht sich aber wieder und wieder!
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    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Dieter Strub: Ich würde vorsichtig sein mit Überreaktion. Das Erdöl hat einen negativen Preis, weil es zurzeit niemand braucht, da alles stillsteht. Offenbar kostet die Lagerhaltung auf Öltankern mehr Geld, als wenn es jemand kauft und dafür Geld erhält. Dann muss nämlich der Abnehmer das Erdöl an Lager nehmen. Sobald Corona vorbei ist, wird alles weitergehen wie bis anhin und die Preise wieder anziehen. Ihre PV-Anlage wird aber, sobald die Sonne scheint, den Strom immer noch gratis liefern.
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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Kurz vor der Finanzkrise, als das Öl 150 USD/Barell kostete, hies es noch wir hätten das Fördermaximum überschritten. Das stimmte damals auch, bezogen auf konventionelle Förderung. Jedoch hat Fraking inzwischen dafür gesorgt, dass Peak Oil, also das Öl Fördermaximum gar keine Rolle mehr spielt. In Absehbarer Zeit wird das Öl zwar nicht ausgehen, das ist aber kein Grund nicht von diesem Wegzugehen. Denn auch mit Fraking ist Öl immer noch endlich und klimaschädlich.
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