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«Die Einigung passt zum sich insgesamt aufhellenden Bild»
Aus SRF 4 News aktuell vom 20.12.2019.
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Einigung bei Gaslieferungen «Vor allem Südosteuropa kann aufatmen»

Ende Jahr laufen die Gasverträge zwischen Russland und der Ukraine aus – Verträge, die den Transit von russischem Gas via Ukraine in andere europäische Länder regeln. Am Donnerstagabend haben sich Russland und die Ukraine unter Vermittlung der EU im Grundsatz auf einen neuen Vertrag geeinigt. Mögliche Engpässe bei der Energieversorgung scheinen damit abgewendet, wie SRF-Korrespondent David Nauer in Moskau erklärt.

David Nauer

David Nauer

Russland-Korrespondent, SRF

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David Nauer ist Korrespondent von Radio SRF in Russland. Von 2006 bis 2009 hatte Nauer für den «Tages-Anzeiger» aus Moskau berichtet, anschliessend aus Berlin.

SRF News: Was beinhaltet der neue Transitvertrag zwischen Kiew und Moskau?

David Nauer: Die genauen Details kennt man noch nicht. Aber man weiss, welche Punkte genau geregelt wurden: Es geht um die Gasmengen, die künftig von Russland durch die Ukraine nach Europa geleitet werden sollen, und auch, wie viel Russland für diese Transitleistung der Ukraine bezahlt.

Mit dem neuen ukrainischen Präsidenten sind plötzlich Kompromisse möglich.

Nicht zuletzt wurde auch die Dauer dieses neuen Transitvertrags festgelegt. Es heisst aber in Moskau wie auch in Kiew, dass weitere Details noch ausgehandelt werden müssen. Es hat offenbar heute in Minsk weitere Verhandlungen gegeben, um eben diese Details zu klären.

Seit über fünf Jahren bekämpfen sich Russland und die Ukraine. Es gibt immer wieder Tote und Verletzte. Was bedeutet die Einigung in dem Kontext?

Sie ist ein weiteres, gutes Zeichen der Entspannung. Fünf Jahre lang sind die Fronten zwischen der Ukraine und Russland wirklich sehr hart gewesen. Es hat kaum richtige Gespräche gegeben. Aber mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski sind plötzlich Kompromisse, Einigungen, auch schwierige Gespräche möglich. Das hat man bereits in den letzten Monaten gesehen. Diese Einigung passt zu diesem sich insgesamt aufhellenden Bild.

Selenski im Gespräch mit Bürgern von Krasna Slobidka
Legende: Unter Präsident Selenski kommt es zu Tauwetter mit Moskau – zumindest wenns um Gas geht. Keystone

Was bedeutet die Einigung für jene europäischen Länder, die sich vor möglichen Engpässen bei der Energieversorgung fürchteten?

Sie müssen sich in nächster Zeit weniger oder gar keine Sorgen mehr um ihre Energieversorgung machen. Vor allem Südosteuropa – Länder wie Rumänien, Bulgarien und Griechenland – sind auf russische Gaslieferungen durch die Ukraine angewiesen. Es sieht so aus, dass diese Länder nun aufatmen und damit rechnen können, weiterhin mit Gas beliefert zu werden.

Das Gespräch führte Samuel Wyss.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Putin hat Mit dieser Lösung die Trump Sanktionen gegen Nordstream 2 bereits
    ausgehebelt
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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Südost Europa ist gesichert. Bulgarien ist an TANAP angeschlossen und kann ein klein Teil Serbien liefern. Serbien hat Untererdische Reservoare vergrössert und könnte sehr lange ohne Gas aus Ukraine reaskommen. Gleichzeitig hat Serbien ihre teil von Türkisch Stream fertiggebaut und ganze Balkan wartet auf Bulgarien welche von USA angestiftet sind Projekt zu verlangsamen.
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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Ukraine will jedes Jahr 60 Mia. Kubik Gas transportieren wie bis jetzt. Jetzt haben sie sich geeinigt auf erste Jahr 50 Mia. zweite Jahr 40 und dritte Jahr 30 Mia. Kubik Gas. Vertrag wird wahrscheinlich wie Legislative Periode in Ukraine dauern (5 Jahre). So eine Regierung wie Poroschenkos wird kein Gas bekommen. Ukraine bekommt 25% Rabatt um Gerichts Schulden von Gasprom zu tilgen. Jetzt muss Ukraine alle Klage gegen Gasprom zurückziehen. Und Gas wird Bei Eingang bezahlt.
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    1. Antwort von Hans Peter Auer  (Ural620)
      Soweit, so gut beinahe richtig @ Hr. Stanic. Doch der Punkt ueber die 2.6 Mia. $ an die Ukraine zu zahlenden und gesprochen im Urteil vom und durch das Stockholmer Schiedsgericht sind noch nicht geklaert. Logischerweise hat das Eine mit dem Anderen auch Nichts zu tun und steht so auch nicht im Kontext mit einem neuen Vertrag. Das eine ist ein Zuspruch aus der Vergangenheit und der Vertrag ist fuer die Zukunft. Eine Kausalitaet besteht demnach nicht und kann nicht in Verbindung gebracht werden.
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