Zum Inhalt springen
Inhalt

Eklat nach G7-Gipfel US-Präsident Donald Trump zieht Zustimmung zurück

Legende: Video Abschlusserklärung beim G7-Gipfel geplatzt abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.06.2018.
  • US-Präsident Donald Trump hat nach Ende des G7-Gipfels seine Zustimmung zur Abschlusserklärung wieder zurückgezogen.
  • Er begründete seinen Entscheid mit der Haltung Kanadas zu den US-Zöllen auf Stahl und Aluminium.
  • Das Büro des kanadischen Premierministers liess verlauten, Trudeau habe nichts gesagt, dass er nicht schon einmal gesagt habe.
  • Zuvor hatten sich die G7 trotz Differenzen auf einen minimalen Konsens in einer Abschlusserklärung geeinigt.
Trump sitzt mit verschränkten Armen, Merkel versucht ihn zu überzeugen
Legende: Symbol für den Gipfel oder Politik mit Bildern? Der offizielle Fotograf der deutschen Regierung schoss dieses Foto. Keystone

Dies hat es in der 40-jährigen G7-Geschichte noch nie gegeben: US-Präsident Donald Trump hat seine Zustimmung zur Abschlusserklärung zurückgezogen.

Er begründete dies auf Twitter mit der Haltung des kanadischen Premierministers Justin Trudeau zu den US-Zöllen. Trump bezeichnete Trudeau als «sehr unehrenhaften und schwachen Gastgeber».

Trudeau hatte am Samstag in seiner Abschluss-Medienkonferenz gesagt, die Zölle, die Trump mit der Wahrung der amerikanischen Sicherheitsinteressen begründet, seien «etwas beleidigend». Das Büro des kanadischen Premierministers liess nach Trumps Rückzug verlauten, Trudeau habe nichts gesagt, was er nicht schon einmal gesagt habe, sowohl öffentlich als auch in privaten Gesprächen mit dem US-Präsidenten. Auf der Medienkonferenz hatte Trudeau noch betont, wie froh er sei, dass eine Abschlusserklärung trotz grosser Differenzen zustande gekommen sei.

Auch Deutschland hält nach der Absage von US-Präsident Donald Trump an der Erklärung des G7-Gipfels in Kanada fest. «Deutschland steht zu dem gemeinsam vereinbarten Kommunique», erklärte Regierungssprecher Steffen
Seibert. Darüber hinaus liess das französische Präsidialamt verlauten, Frankreich und Europa stünden hinter der Erklärung am G7-Gipfel in Kanada.

Zuvor Einigung auf minimalen Konsens

Der Gipfel hatte zuvor mit einer gemeinsamen Abschlusserklärung geendet. «Wir unterstreichen die zentrale Bedeutung eines regelbasierten internationalen Handelssystems und kämpfen weiter gegen Protektionismus», hiess es in dem Text für die Abschlusserklärung. Zudem sollte die Welthandelsorganisation gerechter und moderner werden. Beim Klimaschutz konnten die Differenzen hingegen nicht ausgeräumt werden.

Dass die Einigung auf einen solchen Text zustande kam, galt als überraschend, da es zwischen den USA und den anderen G7-Partnern seit Wochen Streit über von Trump eingeführte Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte gibt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

69 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Um 1990 erlebten wir (mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion) das Ende des Sozialismus. Heute, am 10. Juni 2018, sehen wir m.E. mit dem G7-Eklat nicht mehr und nicht weniger als das Ende des Kapitalismus. Man verstehe mich richtig: So wie ohne Sozialismus gleichwohl ein sozialer Ausgleich möglich und nötig war, genau so ist auch ohne Kapitalismus gleichwohl eine freie Marktwirtschaft möglich und nötig! Die politische Aufgabe ist, beides zu verbinden und auf eine neue Basis zu stellen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Sie verwechseln Kommunismus und Sozialismus. Ist nicht und war noch nie dasselbe.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz Schütz (FSX)
    Das Geflatter im Hühnerstall ist ja riesengross, nur weil die Unterschrift auf dem Protokoll eines Vereins (Schwatzbude) zurückgezogen wurde. Wie wäre es mal das Abschlussprotokoll der Bilderberg-Konferenz publik zu machen und mit Berichterstattung zu versehen. Nein, Stunden um Stunden Gebührengeld für Sechsläuten und Royale Hochzeiten und jetzt Donalds aktuelle Nebelpetarde zur Ablenkung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Die USA nimmt sich so wieso Rechte heraus die sich gegen die Weltgemeinschaft richten und das nicht seit Trump. Ich denke da an das Verbrechenstribunal in Den Haag, da hätten schon einige Politiker und Militärs der USA verurteilt werden, wegen Verbrechen an der Menschlichkeit. Da werden die Taliban und der IS, auch zu Recht, als Verbrecher noch tituliert, doch die unzähligen Verbrechen der Amerikaner toleriert oder sogar bejubelt. Alles hat Angefangen mit den beiden Atomabwürfen gegen Japan!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Daniele Röthenmund: Sollten Sie annehmen, dass es eine Weltgemeinschaft gibt, dann befinden Sie sich im Irrtum und daran wird auch Erziehung oder Bildung nichts ändern. Die Natur ist wie sie ist und hat aus guten Gründen Ihre Grenzen !
      Ablehnen den Kommentar ablehnen