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Erfolg für das Regime Wiege des syrischen Aufstands fällt zurück an Assad

Legende: Video Assad-Anhänger hissen in Daraa die syrische Flagge (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:12 Minuten.
Aus News-Clip vom 12.07.2018.
  • Mehr als sieben Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien hat die Regierung einen wichtigen Erfolg mit grosser Symbolwirkung erzielt.
  • Die Rebellen gaben die Stadt Daraa im Süden des Landes auf, die als Wiege des Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad gilt.
  • Anhänger des Machthabers hissten die syrische Flagge über dem Teil Daraas, der noch in den Händen von Aufständischen war, wie die staatliche Agentur Sana meldete.

Rebellensprecher Ibrahim Dschabawi bestätigte, die Regierungsgegner hätten zuvor eine Einigung mit Russland, dem Verbündeten Syriens, erzielt. Demnach geben die Rebellen in Daraa ihre schweren Waffen ab. Sie hatten zuletzt noch einen Teil der Stadt kontrolliert, wurden dort aber von den Regierungstruppen eingeschlossen.

Syrische Flagge gehisst

Sana zufolge betraten Einheiten der syrischen Armee Daraas bisheriges Rebellengebiet, um die syrische Flagge zu hissen. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte machten sie dort Bilder und zogen danach wieder ab.

Aktivisten erklärten, es hielten sich weiterhin Aufständische in der Stadt auf. Rebellensprecher Dschabawi teilte mit, das ausgehandelte Abkommen sehe nicht vor, dass dort Regierungstruppen einrückten.

Folter eines Schülers war Auslöser

Der Geheimdienst hatte im Frühjahr 2011 eine Gruppe von Schülern in Daraa festgenommen und gefoltert, die regierungsfeindliche Graffiti an Wände gesprüht hatten. Nach den Festnahmen kam es in der Stadt zu Protesten, gegen die die Regierung mit Gewalt vorging. Mittlerweile sind in dem Bürgerkrieg mehr als 400'000 Menschen ums Leben gekommen.

Tote Zivilisten nach Luftangriff

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Bei einem Luftangriff auf ein Gebiet unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind im Osten Syriens mindestens 28 Zivilisten ums Leben gekommen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, es sei unklar, ob die US-geführte internationale Koalition oder die irakische Luftwaffe für die Bombardierung nahe des Grenzortes Albu Kamal verantwortlich war.

Die in Grossbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Angaben von Informanten in Syrien. Die Angaben können kaum unabhängig überprüft werden.

Syriens Armee kontrolliert inzwischen mehr als 80 Prozent der Provinz Daraa, wie regierungsnahe Medien und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldeten. Regierungsgegnern bleibt in der Region ein Streifen an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen. Ein Gebiet wird dort auch noch von einem Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beherrscht, der am Donnerstag die Kontrolle über einen weiteren Ort gewinnen konnte.

Von Hilfslieferungen abgeschnitten

In der Region sind Zehntausende Menschen auf der Flucht vor Kämpfen und den Regierungstruppen. Die Hilfsorganisation Oxfam warnte, Tausende seien von Hilfslieferungen abgeschnitten. In den heissen Sommermonaten benötigten sie dringend Unterkünfte, Wasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung.

Russland, die USA und das Nachbarland Jordanien hatten sich vor rund einem Jahr auf eine sogenannte Deeskalationszone für Daraa geeinigt. Regierungstruppen begannen im Juni dennoch eine Offensive, die von Moskaus Luftwaffe unterstützt wird.

Karte Syriens
Legende: Daraa fiel nach einer russisch unterstützten Offensive der Regierungstruppen. SRF

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Titel: "Wiege des syrischen Aufstands fällt zurück an Assad". Wieso nicht: "Nach Jahren des (ideologisch angeheizten) Bürgerkriegs schweigen endlich die Waffen". Was ist der geschundenen Zivilbevölkerung wohl wichtiger? Selbst CH-Medien scheint offenbar erste Aussage wichtiger zu sein als die Zweite.
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  • Kommentar von Martin Meier (M.Meier)
    400'000 Tote für nichts. Nun sind wir gleich weit wie 2011. Der Umsturz in der Region konnte von den USA und anderen nicht bewerkstelligt worden. Und Russland lacht sich ins Fäustchen.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Islamiste verlieren Kämpfe ohne zu kämpfen. USA hat ihnen klar gesagt, dass auf eine Luftunterstüzung nicht zählen können. Jordanien hat Grenze zugemacht und so fliesst kein Geld und keine Waffe mehr in Region. Vor paar Tage haben sich mehrere Lokale Führer nach Jordanien abgesetzt. Viele Milizen haben nie geschafft, eine gute Gesetzgebung für Einwohner zu schaffen so dass Bewölkerung keine unterstüzung ihnen gibt. Städte wie Tafas, Ibta und Dael sind Kampflos übergegangen.
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