Zum Inhalt springen

Header

Video
Die Welt gedenkt der Opfer von Auschwitz
Aus Tagesschau vom 27.01.2020.
abspielen
Inhalt

Erinnerung an den Holocaust Sommaruga: «Wie viele Leben hätten gerettet werden können?»

  • Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga ist am Montag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts nach Auschwitz-Birkenau gereist.
  • Sommaruga war in Begleitung von Schweizer Überlebenden des Holocausts sowie zwei Studierenden.
  • Die Bundespräsidentin zeigte sich «erschüttert».
  • Vor 75 Jahren befreiten Soldaten der Roten Armee das deutsche Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

Auschwitz-Birkenau sei zum Symbol geworden für die vom nationalsozialistischen Deutschland entfesselte Vernichtungspolitik, heisst es in einer am Montag veröffentlichten Botschaft Sommarugas zum Gedenkanlass.

Wie viele Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn damals in Europa mehr Männer und Frauen ‹Nein› gesagt hätten zu Antisemitismus und Rassismus?
Autor: Simonetta SommarugaBundespräsidentin

Auch Schweizerinnen und Schweizer seien in Konzentrationslagern inhaftiert worden, fast die Hälfte unter ihnen habe dort den Tod gefunden. «Ich möchte darum heute auch an sie erinnern, meine Gedanken sind ebenso bei den Schweizer Überlebenden, die nach dem Krieg zu oft abweisend und kaltherzig behandelt wurden», schreibt Sommaruga weiter.

Video
Sommaruga in Auschwitz
Aus News-Clip vom 27.01.2020.
abspielen

«Wie viele Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn damals in Europa mehr Männer und Frauen ‹Nein› gesagt hätten zu Antisemitismus und Rassismus?», fragte sich die Bundespräsidentin. «»

Gegen das Vergessen

Sie hoffe, dass ähnliche Verbrechen für immer verhindert werden könnten, dass Unrechtsregimes mit Mut und Zivilcourage die Stirn geboten werde. Die Fehler der Vergangenheit könnten nicht rückgängig gemacht werden. «Wir können aber daraus lernen, mit offenen Augen und kritischem Blick», schreibt Sommaruga in der Botschaft.

Video
Sommaruga besucht die Gedenkausstellung
Aus News-Clip vom 27.01.2020.
abspielen

Sie reise in Begleitung von Überlebenden und zwei Studierenden, weil es ihr wichtig sei, die Erinnerung wachzuhalten. Die Schweiz unterstütze deshalb auch die dauerhafte Erhaltung der Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau. Es freue sie, dass sich in allen Generationen Menschen gegen das Vergessen engagierten. «Für alle Opfer des Holocaust wollen wir ein Zeichen setzen», heisst es in der Botschaft weiter.

Zeremonie mit Überlebenden

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Anders als beim Welt-Holocaust-Forum in Jerusalem vergangene Woche stehen bei der Gedenkfeier in Auschwitz nicht die Staats- und Regierungschefs im Mittelpunkt, sondern die Überlebenden.

Mehr als 200 Überlebende nahmen am Vormittag an einer ersten Zeremonie auf dem ehemaligen Lagergelände teil. Begleitet von Polens Präsident Andrzej Duda legten sie an der Schwarzen Wand im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz, an der tausende Gefangene von deutschen SS-Offizieren erschossen wurden, Blumenkränze nieder.

Viele der Überlebenden trugen als Zeichen der Erinnerung an die Häftlingskleidung in den deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern blau-weiss gestreifte Hüte und Schals.

Mit Zivilcourage gegen das Unrecht

Die Menschenwürde sei ein kostbares, verletzliches Gut, das geschützt werden müsse, auch vor staatlicher Gewalt. Zivilcourage bedeute Nein zu sagen, wenn Unrecht zur Staatsdoktrin werde. Diese Verpflichtung seien wir den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung schuldig – aber auch uns selbst, um uns allen eine lebenswerte Zukunft zu sichern, so die Bundespräsidentin.

Video
Die Einschätzung der SRF-Deutschlandkorrespondentin
Aus Tagesschau vom 27.01.2020.
abspielen

Im Hinblick auf den Gedenktag hatte Sommaruga sich bereits vor Wochenfrist in der Schweiz mit Holocaust-Überlebenden getroffen.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Bitte etwas mehr Sorgfalt mit Überschriften:
    Erschütternd ist, was Menschen Menschen in Auschwitz und in andern Lagern angetan, und wie viele Mächtige aus sicherer Entfernung zugeschaut haben.
    Sommarugas Besuch ist nicht erschütternd.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Man sollte aber auch an die vielen Toten im 2. Weltkrieg erinnern, die ihr Leben verloren. Hitler hat ja fast alle Länder Europas besetzt. Der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. Auch in Griechenland wurden durch die Nazis Gräueltaten verübt. Knapp 60 Millionen Menschen verloren während des sechs Jahre dauernden Krieges ihr Leben. Im Holocaust wurden zwischen 5,5 und 6,3 Millionen jüdische Menschen ermordet. Eine Traurige Bilanz. Ihnen allen gilt ein Gedenken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Asher Meng  (Ashi)
    Danke Frau BPR Sommaruga, dass Sie die Reise nach Auschwitz unternommen haben. Danke für Ihre Worte. Ja NIE WIEDER, das wollen wir denken sagen und möglichst vielen Menschen sagen. Leider ist heute Fakt, dass Juden heute noch angefeindet werden. Nicht nur in D Weltweit. Alle Regierungen müssen ein Ziel verfolgen, dass nie WIEDER solch eine Katastrophe geschieht. Jeder Europäer oder jeder Mensch der reist, muss einmal ein KZ besuchen. Das sind wir den Millionen Opfer schuldig. NIE WIEDER:
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Erwin Jenni  (ej)
      Ich kann Ihren bewegenden Worten nur zustimmen, denn Reden ist das Eine, handeln eine andere Sache und da sieht es düster aus in Europa, ob man das wahrhaben will oder nicht. Ich selbst war in Dachau und werde dies nie vergessen können, was ich dort als junger Mensch gesehen habe.
      Ich hoffe, dass diese Worte nicht zutreffen mögen: "Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt."
      Ablehnen den Kommentar ablehnen

Mehr aus InternationalLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen