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Erste Frau an der Spitze Nahles zur SPD-Chefin gewählt

Legende: Video Nahles erhält Kritik von der eigenen Partei abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.04.2018.
  • Andrea Nahles ist die neue Vorsitzende der SPD.
  • Die 47-jährige Fraktionschefin erhielt auf einem Sonderparteitag am Sonntag in Wiesbaden 66,35 Prozent der Stimmen.
  • Sie erhielt 414 von 624 gültigen Stimmen. Für ihre Gegenkandidatin Simone Lange stimmten 172 Delegierte. Es gab 38 Enthaltungen.
  • Das ist das zweitschlechteste Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte der SPD.
Nahles umringt von klatschenden Parteikollegen.
Legende: «Gemeinsam sind wir stark. Wir packen das. Das ist mein Versprechen», sagte Nahles noch vor ihrer Wahl. Keystone

Die SPD wird damit nun erstmals in ihrer 155-jährigen Geschichte von einer Frau geführt. Das freut Kolleginnen und Kollegen:

Nahles sagte in ihrer Bewerbungsrede zu, dass unter ihrer Führung neben der Regierungsverantwortung in der Koalition mit der Union die Erneuerung der SPD nicht zu kurz kommen werde. «Es wird uns gelingen, Leute. Gemeinsam sind wir stark. Wir packen das. Das ist mein Versprechen.»

Regierungsbeteiligung schmeckt nicht allen

Nahles Konkurrentin, Die Flensburger Oberbürgermeisterin Lange, dürfte Stimmen von Gegnern einer grossen Koalition erhalten haben, für die Nahles
vehement geworben hatte.

Erstmals seit fast 23 Jahren stellten sich für den Parteivorsitz zwei Personen zur Wahl. Zuletzt war dies 1995 in Mannheim der Fall, als Oskar Lafontaine den damaligen SPD-Chef Rudolf Scharping ablöste. Lafontaine erhielt damals mit 62,6 Prozent das schlechteste SPD-Ergebnis bei der Vorsitzendenwahl.

Man kann eine Partei in der Regierung erneuern. Diesen Beweis will ich ab morgen antreten.
Autor: Andrea NahlesNeue SPD-Chefin

Nach dem historisch schwachen Ergebnis bei der Bundestagswahl mit 20,5 Prozent der Stimmen will sich die Partei einem inhaltlichen und organisatorischen Erneuerungsprozess unterziehen, der bis Ende 2019 dauern soll.

Einschätzung von Adrian Arnold, SRF-Korrespondent in Deutschland

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Wie kann Andrea Nahles die SPD aus der Krise führen?

Adrian Arnold: «Als erstes müsste sie die zerstrittene Partei wieder zusammenführen. Grundsätzlich hätte sie die Fähigkeiten dazu: Sie ist leidenschaftlich, zäh und ist parteiintern gut vernetzt. Das Problem ist, dass viele in der Partei Nahles als Teil der alten SPD sehen, als Funktionärin, die schon lange dabei ist. Und, die nicht gewillt und zu sehr verstrickt ist, um die Partei grundlegend zu erneuern. Zudem bräuchte sie einen klaren Plan. Und einen solchen hat sie noch nicht.»

Nahles lobte den Koalitionsvertrag und sprach von einer guten Regierungsmannschaft. Der Partei sagte sie eine umfassende Erneuerung zu, für die der Parteitag den Startschuss geben soll. «Man kann eine Partei in der Regierung erneuern. Diesen Beweis will ich ab morgen antreten.»

Nahles räumt auch Fehler ein

Ihre Motivation zur Übernahme des Parteivorsitzes sei dieselbe wie vor 30 Jahren, als sie in ihrem rheinland-pfälzischen Heimatort Weiler einen SPD-Ortsverein gegründet habe. «Ich glaube, dass man mit demokratischen Mitteln die Welt für jeden Menschen besser machen kann.»

Im Bundestagswahlkampf räumte Nahles dagegen Fehler ein. «Wir haben im Wahlkampf gesagt, was unser Ziel ist, aber wir haben nicht gesagt, wie wir es erreichen wollen», gestand die 47-Jährige vor den rund 600 Delegierten ein.

Legende: Video Eine Frau an der Spitze der SPD? abspielen. Laufzeit 05:04 Minuten.
Aus 10vor10 vom 20.04.2018.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Mit so einem Grossmaul wird die SPD noch weiter in die Tiefe versinken.Eine sehr gute Reklame für die AfD. Die SPD tut nur das, was Sozialisten und Linke am besten können, sich selbst zerreissen und immer zwischen Murks und Marx.... Deshalb auch die S-chrumpf P-artei D-eutschland genannt.
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  • Kommentar von F. Kastl (Hummel)
    Frau Nahles und ihre SPD sollte endlich aufhören grosse Reden zu schwingen und endlich mal was tun. Es gibt nun wirklich reichlich Dinge die den Menschen unter den Nägeln brennen. Durch Taten kann man sich besser erneuern und Vertrauen zurückgewinnen als durch endlose Worthülsen. Das macht die CDU/CDU schon zu genüge.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Churchill sagte: Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleiche Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends. Und Adenauer: Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen. Wie wäre es, liebe Sozialisten, wenn ihr Euch endlich einmal vom Schulden machen, Steuererhöhungen, etc. verabschieden würdet? Mehr Verantwortung für Kapital anderer mit Gründung von Genossenschaften?
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