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Trump lügt weiter – und seine Anhänger halten zu ihm
Aus HeuteMorgen vom 01.03.2021.
abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
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Erster Auftritt Trumps Trump ist es gelungen, seine Lüge zu verankern

Auch vier Monate nach seiner Wahlniederlage hält Donald Trump an seiner grossen Lüge vom gestohlenen Wahlsieg fest. Er habe im letzten November gewonnen, behauptete Trump mehrmals in seiner eineinhalb stündigen Rede an der CPAC, dem wichtigsten Anlass der republikanischen Partei.

Beweise für einen Wahlbetrug hat Trump bis heute zwar nicht vorlegen können. Aber die Reaktion des Publikums zeigte, dass es ihm gelungen ist, diese Lüge bei seiner Anhängerschaft zu verankern.

Trump braucht keine eigene Partei

Der Siegeszug seiner «Make America great again»-Bewegung werde weiter gehen, gab sich Trump überzeugt. Gleichzeitig betonte er aber, dass er dafür keine eigene Partei gründen werde.

Erstaunlich ist das nicht, denn Trump weiss, dass eine «Patriot Party» die Stimmen der Konservativen spalten und die Demokraten wegen des Majorz-Wahlsystems die lachenden Dritten wären.

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Donald Trump meldet sich zurück
Aus News-Clip vom 01.03.2021.
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Zudem braucht Trump auch gar keine eigene Partei, um weiterhin Einfluss zu haben auf die US-Politik. Denn die Mehrheit der republikanischen Wählerschaft steht hinter ihm. Das haben jüngste Umfragen deutlich gezeigt.

Und auch an der CPAC in Florida wurde klar, dass Trump mit Abstand der populärste Politiker in der republikanischen Partei ist. 70 Prozent der Anwesenden gaben in einem sogenannten straw poll der Hoffnung Ausdruck, Trump möge in vier Jahren noch einmal kandidieren.

Dieser kommentierte das Resultat in seiner Rede mit einem vagen «vielleicht» und einem vielsagenden Lächeln.

Kritiker sind «Verräter»

Wer nach dem Sturm auf das Kapitol geglaubt hatte, Donald Trump verliere alsbald den Rückhalt in der Partei, wurde schon während des Amtsenthebungs-Verfahrens eines Besseren belehrt.

Die wenigen mutigen Kongress-Abgeordneten der Republikaner, die sich getrauten, Trumps Verhalten am 6. Januar öffentlich zu kritisieren, trifft nicht nur der Bannstrahl des Ex-Präsidenten, sondern auch der Partei-Basis.

Trump stellte in seiner Rede in Florida denn auch jede und jeden von ihnen namentlich an den Pranger und das Publikum buhte die «Verräter» lautstark aus. Gleichzeitig drohte er all seine Kritikerinnen und Kritiker, er werde sie bei den nächsten Wahlen mit Gegenkandidaturen aus dem Amt vertreiben.

Ohne Fakten kein Dialog

Die republikanische Partei werde unter seiner Führung vereint und stärker sein als je zuvor, sagte Trump in seiner Rede an der CPAC in Florida. Für die US-Demokratie bedeutet dies nichts Gutes.

Denn ein Dialog scheint kaum möglich zu sein, wenn eine grosse Minderheit der Bevölkerung Fakten ignoriert, Wahlresultate nicht anerkennt und lieber an eine grosse Verschwörung gegen ihr Idol glauben will.

Matthias Kündig

Matthias Kündig

USA-Korrespondent, SRF

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Matthias Kündig berichtet seit Herbst 2018 aus Miami über die USA, Mexiko, Zentralamerika und die Karibik. Davor war er Produzent beim «Echo der Zeit» und Sonderkorrespondent in Ägypten. Kündig studierte an der Universität Bern Geschichte und Politologie.

SRF 4 News, Heute Morgen, 01.03.2021, 6 Uhr

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98 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    Der Luegenbaron .....Trump...
  • Kommentar von Jonas Sanddorn  (Sanddorn)
    Um das Jahr 2000 vollzieht die angelsächsische Linke, die im postmaterialistischen akademischen Milieu eine feste Bastion hatte, eine folgenschwere Transformation: Das universalistische gewerkschaftliche und ökologische Narrativ, welches sich durch die Utopie konstituiert, die natürlichen Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen einigermassen zu sichern, wird zunehmend vom Identitätswahn, der Menschen nur als Mitglieder von Opfergruppen begreift, verdrängt.
  • Kommentar von Jonas Sanddorn  (Sanddorn)
    2.) Bei einer öffentlichen Debatte kommt es deshalb zunehmend darauf an, wer spricht, wie etwas gesagt wird und immer weniger auf das WAS, also die Faktizität. Spätestens mit Trump wird dann dieses Betroffenheitsargumentativ, das Wahrheit relativiert und als persönlicher Zugang zur Welt begreift, auch vom Rechtspopulismus übernommen.