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Frankreich hat gewählt EU-Feindin gegen Polit-Jungstar

Emmanuel Macron und Marine Le Pen treten in zwei Wochen in der Stichwahl gegeneinander an. Das sind die beiden verbleibenden Kandidaten für die französische Präsidentschaft.

Legende: Video Präsidentschaftswahl Frankreich vom 23.04.2017, 22:00 abspielen. Laufzeit 23:16 Minuten.
Aus Tagesschau Spezial vom 23.04.2017.

Was für ein Duell: Mann gegen Frau. Linksliberal gegen rechtsextrem. Öffnung gegen Abschottung. Mehr Europa gegen möglichst wenig EU. Deutschland-Freund gegen Deutschland-Feindin. Brückenbauer gegen Demagogin.

Beide Kandidaten können Frankreichs neuer Präsident werden:

Emmanuel Macron ist auf dem Weg in den Elysée-Palast. Als Senkrechtstarter in der französischen Politik wurde er auch schon als «französischer Kennedy» bezeichnet. Weil viele Wähler von den Versprechungen früherer Regierungen enttäuscht waren, wurde Macron für sie eine wählbare Alternative.

Marine Le Pen wird in der Stichwahl die harte Herausforderin von Macron. Sie bezeichnete ihn auch schon als «Marionette der sozialistischen Regierungspartei». Ein Wahlsieg der 48-Jährigen wäre ein politisches Erdbeben in Frankreich, aber auch in der Europäischen Union.

Le Pen hat der rechtpopulistischen Partei ein gemässigteres Auftreten verordnet. Den offenen Rassismus ihres Vaters Jean-Marie hat sie zurückgedrängt. Doch sie vertritt weiter harte Positionen etwa gegen Einwanderung. Der schlimmste Feind Le Pens ist die EU. Sie sieht die Union als Wurzel der zentralen Probleme Frankreichs. An der Macht als Staatspräsidentin würde sie aus der Euro-Währungszone austreten und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft abhalten lassen.

Ganz im Gegenteil ist der 39-jährige Macron ein Freund der EU. «Ich habe Europa im Herzen», lautet sein Motto. Das macht ihn zum prominentesten Widersacher von Le Pen. Erst vor einem Jahr gründete der ehemalige Wirtschaftsminister des unpopulären Präsidenten François Hollande eine neue politische Bewegung «En Marche!» (Auf dem Weg). Schon vor langer Zeit trat er aus der sozialistischen Partei aus und positionierte sich «weder rechts noch links».

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11 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Marine ist keine EU-Feindin wie uns das unsere lieben Journalisten einprägen möchten. Marine will die EU ändern und von einer Diktatur zu einer positiven und gerechten Vereinigung führen.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Macron befindet sich punktgenau auf der neoliberalen Linie von Draghi, Juncker, Tusk, Merkel und Co. Er wird die internationalen Konsortien, den IWF uns andere Geldgeber weiter stärken, Migration nach Europa weiter vorantreiben und die sozialen Netze in Frankreich weiter schwächen. Macron ist bestens vernetzt mit Hochfinanz und internationaler Wirtschaft.
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    1. Antwort von J. Oberlehrer (basisDEMOKRAT)
      Es ist zu befürchten, dass Sie dies korrekt analysieren. Der franz. Wähler hatte wie, 2016 die US-Amerikaner, genug von diesem "Establishment". Allerdings stellten sich zwei "Alternativ-Kandidaten" i.ü. auch Vertreter dieses Establishments, zur Wahl. Dies blieb den US-Amerikanern eben verwehrt. Wenn "Putin" i.e. der Kreml nun nicht eine dicke Akte mit "Macron-Schweinereien" publiziert, wird Macron in den Elysée einziehen, aber Frankreich regieren werden, wie Sie es schreiben, andere.
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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Marcon's offene Grenzen Politik könnte ihm im May zum Verhängnis werden, denn der extreme Rechtsrutsch im ersten Wahlgang zeigt das die Franzosen die Nase wirklich voll haben mit Terror. Sie wollen einen Lösungsansatz der eine Chance auf Erfolg hat. Die Zeit der Schönredner ist vorbei und das nicht nur in F.
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    1. Antwort von J. Oberlehrer (basisDEMOKRAT)
      Der Terror in Frankreich kommt von innen. Geschlossene Grenzen würden höchstens die angrenzenden Nationalstaaten vor export. franz. Terror schützen.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      U. a. stimmt es, dass der Terror in F. auch von innen kommt. Aber nur, weil sich durch Nicht-Integration dort, wie in anderen EU-Ländern auch, viele Parallel-Gesellschaften bilden konnten. Beweis dafür, dass zuviel Zuwanderung von Menschen mit völlig anderen Kulturen & wenig Verständnis von Demokratie Ländern mehr schaden als nützen. Vermutlich hat auch die gesamte EU mittlerweile ein Demokratie-Defizit & Multi-Kulti darf man in der EU als gescheitert ansehen.
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