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International EU-Parlament macht Weg frei für Weltklimavertrag

Endlich mal eine Erfolgsmeldung aus der EU: Das europäische Parlament sagte Ja zum weltweit ersten verbindlichen Abkommen zum Kampf gegen die Erderwärmung. Dafür gab es auch Applaus von der UNO.

Der historische Pariser Klimavertrag kann Anfang November in Kraft treten. Das EU-Parlament hat in Strassburg mit überwältigender Mehrheit für das erste weltweit verbindliche Abkommen zum Kampf gegen die Erderwärmung votiert. Mit dem Vertrag verpflichtet sich die Weltgemeinschaft, die Erderwärmung auf «deutlich unter zwei Grad» Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Ban Ki Moon
Legende: «Dies ist unsere Chance», sagte Ban Ki Moon nach dem EU-Ja. Dafür gab es viel Applaus von den Abgeordneten. Keystone

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, der in Strassburg dabei war, würdigte den Moment als historisch. Er forderte die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, die Ratifizierungsinstrumente nun rasch bei den Vereinten Nationen in New York zu hinterlegen.

Dann werde das Abkommen in einer Rekordzeit in Kraft treten. Damit könne der «Umbau in eine neue Weltwirtschaft» eingeleitet werden. «Dies ist unsere Chance, den richtigen Kurs einzuschlagen», sagte Ban, dem die Abgeordneten langen Applaus spendeten.

Zustimmung der Einzelstaaten nur Formalie

Damit das im Dezember in Paris vereinbarte Klimaabkommen in Kraft tritt, müssen es mindestens 55 Vertragsparteien ratifizieren, die für wenigstens 55 Prozent des weltweiten Ausstosses an Treibhausgasen verantwortlich sind.

Mit der EU ist auch die zweite Schwelle erreicht. Damit die EU-Ratifizierung auch offiziell vollzogen ist, müssen die EU-Staaten noch einmal zustimmen. Dies soll bis spätestens Mittwoch geschehen sein – gilt aber nach dem Grundsatzbeschluss der Umweltminister vergangene Woche als reine Formalie.

40 Prozent weniger Treibhausgase

Am Freitag wollen EU-Vertreter die nötigen Papiere in New York an die Vereinten Nationen übergeben. In rund einem Monat soll das Abkommen, das von 2020 an gilt, dann offiziell in Kraft treten.

Erst dann müssen die Partner die zugesagten Klimaschutzmassnahmen verbindlich umsetzen. Die EU als Ganzes hat versprochen, bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustossen als 1990. Wie dies genau erbracht werden soll, ist noch nicht beschlossen.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz wies darauf hin, dass seit der Konferenz von Paris nicht einmal ein Jahr vergangen sei – der Prozess ging ungewöhnlich schnell. «Zwischen der Verabschiedung und der Unterzeichnung des Kyoto-Abkommens vergingen acht Jahre», betonte er.

Das Kyoto-Protokoll ist der Vorläufer des Klimapakts von Paris.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Kartoffel (Mosses01)
    Das Posaunen hilft dem Planeten (damit uns, der Menschheit) rein gar nichts - in der CH, z.B. werden nach wie vor für LKW's keine strengeren Abgasvorschriften angewandt, resp. verordnet - der Parlamentslobby Transportgewerbe sei Dank - wer jetzt glaubt, dass ein globales Abkommen dem Erdklima Verbesserung bringt ist ein unverbesserlicher Träumer.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Nett, nett. Wir werden in 10 Jahren mal darüber diskutieren, was es gebracht hat. Ausser Spesen....
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