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International EU ruft nach Flüchtlingsdrama zur Krisensitzung

Die EU müsse mehr unternehmen, um Flüchtlinge zu schützen, die über das Mittelmeer gelangen. Massnahmen seien schon morgen Thema bei einer Krisensitzung, sagte die EU-Aussenbeauftragte Mogherini. Zahlreiche Spitzenpolitiker und der Papst äusserten sich schockiert.

Mogherini schreibt in ein Kondolenzbuch für Günter Grass (Archivbild)
Legende: Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini forderte mehr Schutz von Flüchtlingen im Mittelmeer. Keystone/Archiv

Nach der neuen Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer hat die Europäische Union eine Krisensitzung der Innen- und Aussenminister einberufen.

Dabei soll es vor allem darum gehen, mit den Herkunfts- und Transitländern daran zu arbeiten, die Flüchtlinge von der gefährlichen Reise über das Mittelmeer abzuhalten.

«Zu oft schon ‹Nie wieder› gesagt»

Die EU-Kommission äusserte sich «zutiefst betroffen» von dem Unglück, bei dem möglicherweise Hunderte Menschen ums Leben kamen. «Der einzige Weg, die Realität zu verändern, ist, die Situation an den Wurzeln anzugehen», schrieb die EU-Kommission in einer Mitteilung.

Solange es Krieg und Armut in der europäischen Nachbarschaft gebe, würden Menschen einen sicheren Zufluchtsort in Europa suchen. Deshalb sei es wichtig, mit den Drittländern zusammenzuarbeiten. «Dies bedarf einer gemeinsamen europäischen Antwort», schrieb die EU-Kommission.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini forderte mehr Schutz von Flüchtlingen im Mittelmeer. Auch diese Frage soll beim Aussenministertreffen in Luxemburg am Montag thematisiert werden. «Wir haben zu oft schon gesagt, ‹Nie wieder›.» Die Europäische Union als Ganzes müsse das Problem nun zügig angehen. Die Mittelmeer-Staaten seien zu lange alleine auf sich gestellt gewesen.

Italiens Regierungschef Matteo Renzi sagte alle Termine ab und reiste nach Rom zurück, wo er für den späten Nachmittag ein Ministertreffen einberief. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einer der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer in den vergangenen Jahren.

«Menschengemachte Tragödie»

Erneut wurde Kritik an der Flüchtlingspolitik der Europäischen Union laut. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einer «menschengemachten Tragödie, die hätte vermieden werden können».

«Für die europäischen Regierungen ist es an der Zeit, ihre Verantwortung wahrzunehmen und schnell einen zwischen den Staaten abgestimmten humanitären Einsatz zur Rettung von Menschenleben auf See einzurichten», forderte die Organisation.

Papst Franziskus predigt vor dem Petersplatz aus einem Fenster heraus.
Legende: Papst Franziskus ruft zur Hilfe für Flüchtlinge auf. Keystone

Papst: «Brüder, die ein besseres Leben suchen»

Papst Franziskus forderte die internationale Gemeinschaft zu einem entschiedenen Eingreifen auf. «Ich appelliere sorgenvoll, dass die internationale Gemeinschaft mit Entschlossenheit und Schnelligkeit handelt, um zu verhindern, dass sich ähnliche Tragödien wiederholen.»

Er drückte seinen «tiefen Schmerz» aus und versicherte, für die Opfer und ihre Angehörigen zu beten. «Es sind Männer und Frauen wie wir, unsere Brüder, die ein besseres Leben suchen, hungrig, verfolgt, verletzt, erschöpft, Opfer von Kriegen.»

Video
Boot mit 700 Flüchtlingen gekentert
Aus Tagesschau vom 19.04.2015.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 43 Sekunden.

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67 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Escher , Leuk - Stadt
    Armin Hug, Kreuzlingen / .. ?? " Die Schlepper sind wohl kaum die Ursache des Übels " - um Himmels Willen, WER denn sonst; - OHNE Schlepper keine Toten ...
  • Kommentar von Moriz Stiefel , Bern
    Schlepper sind Symptome, keine Ursachen! Die Nachfrage nach Schleppern ist hoch, so ist der Markt liebe Freunde. Wer nicht Ursachen bekämpfen will, wird nichts daran ändern.
  • Kommentar von Peter Escher , Leuk - Stadt
    Armin Hug, Kreuzlingen / .. GENAU .., - es ist schon SEHR merkwürdig, dass ausgerechnet die Schlepper nicht eruiert werden KÖNNEN - Wer verdient hier wohl mit ?
    1. Antwort von Armin Hug , Kreuzlingen
      Die Schlepper sind wohl kaum die Ursache des Übels. In den Augen der Flüchtlinge sind sie die guten Helfer.