Zum Inhalt springen
Inhalt

International EU treibt Steuerverhandlungen mit der Schweiz voran

Die EU-Finanzminister wollen den Weg für Steuerverhandlungen mit Drittländern freimachen. Wichtige Finanzzentren sollen bei der geplanten Verschärfung der EU-Zinsbesteuerung mitziehen – so auch die Schweiz. Das Bankgeheimnis gerät weiter unter Druck.

Die EU-Finanzminister entscheiden über ein Verhandlungsmandat für die EU-Kommission mit der Schweiz und weiteren Drittstaaten (Andorra, Liechtenstein, Monaco und San Marino). Dabei geht es um die Ausdehnung des Geltungsbereichs der Zinsbesteuerung.

Das geplante Abkommen ist eines von mehreren Instrumenten, mit denen die EU Steuerhinterziehung besser bekämpfen will.

Luxemburg und Österreich knicken ein

Jahrelang hatten Vorschläge der EU-Kommission dazu auf Eis gelegen. Österreich und Luxemburg hatten den Beschluss dazu blockiert, um ihr Bankgeheimnis zu schützen. Luxemburg hatte bereits vor einigen Wochen nachgegeben.

Nun will auch Österreich seinen Widerstand aufgeben. «Ich gehe davon aus, dass wir heute deblockieren können», sagte Finanzministerin Maria Fekter. Damit dürften sich die Minister auf Verhandlungen über die Zinsbesteuerung mit der Schweiz einigen. Den Beschluss dazu müssen die 27 EU-Staaten einstimmig fassen.

Brisant für die Schweiz ist, dass der Wortlaut des Mandatsentwurfs auf Wunsch von Luxemburg und Österreich um einen Hinweis auf den automatischen Informationsaustausch (AIA) ergänzt worden ist. Damit gerät das Bankgeheimnis weiter unter Druck.

Schweiz steht bald alleine da

Die Schweiz wendet im Rahmen der Zinsbesteuerung statt des automatischen Informationsaustauschs AIA derzeit eine Quellensteuer an (mit Bereitschaft zum Informationsaustausch auf Anfrage). Bern zeigte sich zu Verhandlungen über den Anwendungsbereich der Zinssteuer bereit. Über den AIA will sie aber nur diskutieren, falls dieser ein weltweiter Standard wird.

Das Fürstentum Liechtenstein hingegen erklärte sich am Montag grundsätzlich zum automatischen Informationsaustausch mit der EU bereit. Man werde mit der EU darüber verhandeln, hiess es seitens der Regierung.

Forderung der EU

Die EU will den automatischen Austausch von Bankdaten zu Zinserträgen zum globalen Standard machen. Nach der EU-Zinsbesteuerungs-Richtlinie teilen sich die Staaten gegenseitig mit, wenn ein Geldanleger aus einem anderen EU-Land Zinserträge erwirtschaftet hat. So können diese nach den Regeln des Heimatlandes des Bankkunden besteuert werden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Egal wer noch alles Einknicken mag, die Schweiz darf nicht vor der EU einknicken! Es kann nicht sein, dass wir Erpresst und unter Druck gesetzt werden, weill die anderen in der EU einfach nur an unser Geld wollen, resp. an dem Angelegten, es geht denen in der EU NUR UMS GELD, NICHTS WEITER... Es ist armsehlig und trauig, aber so ist es. Die Schweizer Vertettung muss stand halten, und unser interesse des Volkes vertetten und wahnehmen, sonst endet dies noch in einem Chaos, und Anachie...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Quellensteuer ist ein vernünftiges"Vehikel".Was wenden Butan,China,Indien,die Arab. Emirate,der Iran,Russland,Thailand,die Philippinen,die Süd-Amerikanischen-Staaten,etc.an?Beugen sich diese Länder auch einem undurchsichtigen Diktat einiger "Forderer"?Offensichtlich,besteht eine grosse Auswahl an Ausweichmöglichkeiten.Jenen denen unser System nicht passt,können ja auf andere Dienstleistungs-Erbringer(Strukturen)ausweichen.Lichtenstein kann tun und lassen was es will.Ist sowieso ein Fürstentum.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Da haben die"hochbegabten Denker"im"Vorfeld"offenbar nicht genügend gedacht.Was ist mit den Schleusen-Öffnungen punkto Wirtschaft und Personen?Wie kann da eine Schattenwirtschaft wirkungsvoll in Grenzen gehalten werden?Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit generieren offenbar nicht gerade unglaublich viele Steuern.Die Infrastrukturen für diese Zweige werden aber mit Steuern zur Verfügung gestellt.Steuern "retro"und in Zukunft.Da profitieren wohl die Kriminellsten doppelt und dreifach.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen