Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

EU und Nato empört Russische Drohne trifft Wohnhaus in Rumänien – der Überblick

Der Einschlag einer russischen Drohne im Südosten Rumäniens hat scharfe Proteste ausgelöst. Das Wichtigste zum Vorfall.

Das ist geschehen: In der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine ist eine Drohne in ein Wohnhaus eingeschlagen und hat zwei Menschen leicht verletzt. Die Drohne habe am frühen Freitagmorgen ein Apartment im zehnten Stock getroffen und ein Feuer ausgelöst, teilte die rumänische Katastrophenschutzbehörde auf Facebook mit. Die gesamte Sprengladung der Drohne sei detoniert. Rund 70 Menschen seien in Sicherheit gebracht und der Brand gelöscht worden. Bei einem weiteren Zwischenfall wurde dem Sender TVR zufolge bereits am späten Donnerstagabend eine Drohne ohne Sprengladung im Nordwesten Rumäniens im Gebiet der Ortschaft Basesti gefunden.

Scharfe internationale Reaktionen: Der Vorfall löste scharfe Proteste innerhalb der Europäischen Union und der Nato aus. Das rücksichtslose Verhalten Russlands sei eine Gefahr für alle, schrieb Nato-Generalsekretär Mark Rutte auf der Plattform X. Der Einschlag zeige erneut, dass die Auswirkungen des illegalen Angriffskrieges nicht an den Grenzen Halt machten. Die Nato sei bereit, jeden Zentimeter ihres Territoriums zu verteidigen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Russland habe «eine weitere rote Linie überschritten». Nach den Worten der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas dürfe Russland den europäischen Luftraum nicht ungestraft verletzen. Der Vorfall sei eine eklatante und schwerwiegende Verletzung der Souveränität des Nato- und EU-Mitglieds sowie des europäischen Luftraums, schrieb Kallas auf der Plattform X. Auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sicherte Rumänien Unterstützung zu und forderte mehr Druck auf Russland. Der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, verurteilt das Eindringen einer Drohne in das rumänische Staatsgebiet. «Wir stehen an der Seite unseres Nato-Verbündeten Rumänien und verurteilen dieses rücksichtslose Eindringen in sein Territorium», schreibt Whitaker auf der Plattform X, ohne Russland dabei namentlich zu nennen. Aus Moskau liegt vorerst keine Stellungnahme vor.

Die Folgen: Die rumänische Aussenministerin Oana Toiu sprach von einer «schwerwiegenden Verletzung des Völkerrechts». Das Aussenministerium bestellte den russischen Botschafter ein. Zudem habe Bukarest auf Massnahmen gedrungen, um die Lieferung von Drohnenabwehrsystemen noch zu beschleunigen. Frankreichs Aussenminister Jean-Noël Barrot bezeichnete den Vorfall in Rumänien als verantwortungslos. Frankreich führt die Nato-Truppen in Rumänien an und hat dort rund 1500 Soldaten stationiert. In den kommenden Tagen sollen Gespräche mit Rumänien und dem Militärbündnis zur Bewertung des Vorfalls stattfinden.

Bereits früher Vorfälle: Rumänien grenzt auf einer Länge von 650 Kilometern an die Ukraine. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Bukarest verletzten russische Drohnen 28-mal den rumänischen Luftraum, seit Russland mit den Angriffen auf ukrainische Häfen an der Donau begann. Am frühen Freitagmorgen stand der ukrainische Donau-Hafen Ismajil nahe der rumänischen Grenze erneut unter Drohnenbeschuss. In den vergangenen Wochen waren zudem ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten geraten, was dort für Unruhe gesorgt und die Spannungen mit Russland verschärft hatte. Die rumänische Stadt Galati war zuletzt im April von einer Drohne getroffen worden, die damals jedoch keine Menschen verletzte.

Diskutieren Sie mit:

SRF 4 News, 29.05.2026, 9 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel