Zum Inhalt springen

Header

Audio
Daniel Voll
Aus SRF 4 News aktuell vom 27.05.2019.
abspielen. Laufzeit 03:16 Minuten.
Inhalt

EU-Wahlen in Frankreich «Le Pens Partei ist stärkste Kraft geworden»

Nach europäischem Trend legen rechtsnationale Parteien zu, die traditionellen Parteien verlieren. In Frankreich bestätigt sich dieser Trend offenbar. Über die Auswirkungen spricht SRF-Frankreichkorrespondent Daniel Voll.

Daniel Voll

Daniel Voll

SRF-Korrespondent für Frankreich und den Maghreb

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Daniel Voll ist seit 2018 Frankreich-Korrespondent von Radio SRF mit Sitz in Paris. Der Maghreb gehört ebenfalls zu seinem Berichtsgebiet. Zuvor war er u.a. als EU-Korrespondent und Auslandredaktor für SRF tätig.

SRF News: Auch in Frankreich hat das rechtsnationale Lager zugelegt. Was heisst das konkret?
Daniel Voll: Konkret heisst das, dass die Partei von Marine Le Pen, das Rassemblement National, mit 23.4 Prozent die stärkste Partei geworden ist. Sie hat zwar stimmenmässig nicht zugelegt, liegt aber ein Prozent vor der Liste Renaissance von Emmanuel Macron, die 22.4 Prozent gemacht hat. Damit hat der Präsident sein erklärtes Ziel – dass Renaissance die stärkste französische Delegation werden solle – verpasst.

Marine Le Pen mit dem Rassemblement National spielte im Europaparlament bisher kaum eine Rolle. Wird sich das nun ändern?
Das könnte sich ändern, wenn sie sich mit anderen Parteien, zum Beispiel mit der Lega von Matteo Salvini, zusammenschliesst. Und wenn sie sich tatsächlich auf eine Politik einigen können. Denn das ist ja die grosse Frage, ob sich die rechtsnationalen Parteien der verschiedenen Länder auf eine gemeinsame Linie einigen.

Was bedeutet die Stärke der Rechtspartei in Frankreich nun innenpolitisch? Gerät Präsident Macron damit in Bedrängnis?
Wenn der Abstand grösser wäre, käme sehr bald der Ruf nach Auflösung des Parlaments, weil Macron keine Legitimation mehr habe. Mit diesem ganz knappen Unterschied allerdings wird dieser Ruf nicht sehr laut werden. Vor allem nicht, weil die Parteien dahinter zum Teil sehr eingebrochen sind. Vor allem die traditionelle rechte Partei, die Republikaner, haben die Hälfte ihrer Sitze im EU-Parlament verloren und werden nun interne Probleme haben.

Wie wird sich Emmanuel Macron mit seiner Liste im Europaparlament positionieren?
Präsident Macron hat klare europäische Ambitionen angemeldet. Er hat Vorschläge zur Sicherheitspolitik, Wirtschaftspolitik und Umweltpolitik gemacht. Im Parlament will sich seine Liste der liberalen Fraktion anschliessen. Ob sie dort eine Mehrheit von ihrer Politik überzeugen kann, ist eine offene Frage, aber sie wird in dieser liberalen Fraktion sicher eine grosse und wichtige Gruppe sein. Allerdings sind auf dieser Liste sehr wenige Leute mit Erfahrung im Europaparlament, nur zwei Leute haben überhaupt Erfahrung. Die Frage ist, wie schnell sich die 23 Abgeordneten einarbeiten und eine Rolle spielen können.

Das Gespräch führte Claudia Weber.

Video
Tagesschau-Spezial vom 26.05.2019, 22:00
Aus Tagesschau vom 26.05.2019.
abspielen

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.