Zum Inhalt springen

Header

Video
Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen Brände in Klamath County
Aus News-Clip vom 22.07.2021.
abspielen
Inhalt

Extreme Trockenheit in den USA Hitze in den USA: Angst vor weiterer Brandkatastrophe steigt

Nach den verheerenden Waldbränden im letzten Jahr setzt Oregon nun auf mehr Feuerwehrleute und Prävention.

Die Feuerwehrleute in Medford im Süden des Bundesstaates Oregon bereitn jeden Morgen ihre Wagen vor. Die Einsatzkräfte wurden seit letztem Jahr aufgestockt. Ihre Taktik: Sofort löschen, solange die Feuer noch klein sind, und die Feuerwehr noch eine Chance hat.

Tyler McCarty, Oberförster in Südwest-Oregon, ist besorgt. Das Unterholz der Wälder sei bereits jetzt so trocken wie normalerweise erst eineinhalb Monate später. «Seit 20 Jahren habe ich noch nie so schlechte Bedingungen so früh im Sommer gesehen.»

Riesiger Brand im Süden von Oregon

Box aufklappen Box zuklappen

Die Feuersaison hat bereits begonnen. Das Bootleg Fire brennt im Süden von Oregon und kann derzeit nicht eingedämmt werden. Die Feuerwehr muss sich immer wieder zurückziehen, die Flammen sind zu heftig und unberechenbar. Mehrere Bundesstaaten der USA haben Feuerwehrleute zur Unterstützung geschickt. Das riesige Feuer brennt in einem Gebiet, das nur sehr dünn besiedelt ist.

Bricht ein Feuer aus, koordiniert Herb Johnson per Flugzeug die Brandbekämpfung und Evakuationen. Höchste Priorität haben bewohnte Gegenden, sagt Johnson, ein Forstbeamter in Medford.

Oregon investiert in Prävention

Letztes Jahr sei die schlimmste Feuersaison der Geschichte Oregons gewesen. «Der Wind hatte im September eine Reihe von Feuern ausgelöst, unter extrem trockenen Bedingungen. Ich möchte nie wieder etwas Derartiges sehen in meinem Leben.»

Legende: Koordination aus der Luft: Entsteht ein Feuer, versucht es die Feuerwehr sofort zu löschen, solange es noch klein ist. SRF

Oregon investiert auch in die Prävention, bereits bevor die Feuersaison beginnt. Im Winter berät Herb Johnson Hausbesitzer, wie sie sich und das Haus am besten vor dem Feuer schützen.

«Das Gelände direkt um das Haus frei von Gebüsch zu halten, macht den entscheidenden Unterschied», sagt Johnson. «Entlang einer langen Einfahrt dürfen Sie keine Büsche und Bäume dicht nebeneinander haben. Denn wenn Sie wegfahren wollen, werden die Flammen die Strasse hochkommen und Sie im Auto verbrennen, und die Feuerwehr kann nicht zu Ihnen kommen», sagt er den Anwohnenden.

Unterholz wird zu purem Zunder

Gebüsch und Unterholz im Wald – durch die extreme Trockenheit dieses Jahr ist es purer Zunder. Mit zusätzlichen Fördergeldern zielt Oregon darauf, schon im Winter möglichst viel Unterholz zu entfernen.

Natalie Weber, Kommunikationsbeauftragte im Forstdepartement Oregon, erklärt: «Wir entfernen den mittleren Stock, das Brennmaterial zwischen dem Boden und den Baumkronen, so dass das Feuer nicht bis ganz hoch brennt. So bleiben die Brände kleiner und langsamer, und es gibt weniger Funken, die neue Feuer auslösen.» Denn mit dem Wind können Funken aus den Baumkronen sehr weit getragen werden.

Feuer im letzten Jahr forderte elf Todesopfer

Ausgebrannte Autos, verkohlte Stämme, kahle Bäume statt Wälder: An vielen Orten in der Region sind die Spuren der verheerenden Brände vom letzten Jahr noch zu sehen. Tausende Häuser wurden zerstört, elf Menschen kamen ums Leben. Das Feuer gelangte damals bis vor das Haus von Janice Schultz. Sie wohnt mit ihrem Mann abgeschieden, umgeben von Wald. Hühnerstall und diverse kleine Bauten brannten nieder – doch das Haupthaus blieb stehen.

Legende: Janice Schultz sagt, solche katastrophalen Feuer wie letztes Jahr habe sie noch nie erlebt. SRF

Dabei war mitentscheidend, dass Janice Schultz und ihr Mann auf dem Gelände rund ums Haus das Gebüsch entfernen liessen, mit Hilfe von Fördergeldern. «Wir sehen hier so katastrophale Brände. Sie sind nicht mehr wie früher, wo sie kamen und man sie meist auslöschen konnte. Ich habe noch nie so etwas wie diese Brände gesehen. Riesige Flammen schlagen hoch, sie sind furchtbar.»

Wir sehen hier katastrophale Brände.
Autor: Janice Schultz Bewohnerin von Oregon

Janice Schultz hat sich hier eine Bleibe fürs Alter gemeinsam mit ihrem Mann aufgebaut und will sie nicht aufgeben, auch wenn ihr das Feuer grosse Angst macht. Wie sie wohnen viele Menschen in Oregon in der Nähe von Wäldern. Und wie Janice Schultz haben sie während der Feuersaison immer eine Tasche mit den wichtigsten Sachen gepackt. Denn wenn ein Brand näher kommt, dann zählt jede Minute.

Info 3, 21.07.2021, 09:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Nina Blume  (Blume.n)
    Das ganze CO2, das freigesetzt wird durch die weltweiten Brände beschleunigt die Klimaerhitzung noch mehr. Es scheint, als nähern wir uns mehr und mehr den Tipping Points. Ich bin froh, hab ich keine Kinder!!
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    So viel katastrophale Brände, viel Wald iwurde vernichtet bzw. abgebrannt. Frage mich was ist mit den Wildtieren geworden. Niemand berichtet darüber. Werden sicher auch Tausende vernichtet worden sein. Fliehen und wenn wohin? Die Feuersaison wird immer unkontrollierter und viel Menschengemacht bzw. Klimaerwärmung. Was auf unserem schönen Planeten in den letzten Jahren alles passiert mit Unwetter, Dürre, Waldbrände und Überschwemmungen ist eine Katastrophe. Das ganze Ökosystem leidet.
  • Kommentar von Ramon Frey  (Ramon Frey)
    Die amis sollten mal die aboriginees fragen, die kennen sich aus damit. Kontrollierte Feuer wurden Jahrhunderte lang von den Menschen eingesetzt.
    1. Antwort von Vale Nipo  (VNxpo)
      Gut gemeint, jedoch leben die Menschen nun mal nicht mehr in der Wildnis. Und ob diese Methode wirklich kontrolliert war, ist sicher auch umstritten. Ein Feuer kann auch den Aborigines schnell entgleiten und mehr schaden anrichten als geplant.
    2. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Es geht in Oregon nicht um die Art und Weise, wie die Feuer entstehen und sich ausbreiten.
      Die Wälder sollen so, wie sie sind bestehen. Je extremer die Trockenheit desto schlechter erholt sich die angestammte Natur. Und die Trockenheit nimmt weiter zu.