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Legende: Audio Twitter wirft China gezielte Stimmungsmache vor abspielen. Laufzeit 04:23 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 20.08.2019.
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Fake News via Twitter? Hunderte chinesische Nutzerkonten gesperrt

Peking soll Propaganda-Profile erstellt haben, um Meinungsverschiedenheiten über die Proteste in Hongkong zu schüren.

Was ist passiert? Im Zusammenhang mit den Protesten in Hongkong hat Twitter rund 1000 Konten gelöscht. Die Plattform habe eine «staatlich unterstützte» Informationskampagne Pekings gegen die Protestbewegung aufgedeckt. Zahlreiche Nutzerkonten hätten «koordiniert» agiert, um Botschaften über die Proteste in Hongkong zu verbreiten.

Wie funktioniert das? Die Konten haben sich ausgegeben, als stammten sie aus Hongkong. Twitter ist in Festlandchina blockiert. Laut dem Kurzbotschaftendienst wurden aber virtuelle private Netzwerke genutzt, um den tatsächlichen Standort des Nutzers zu verschleiern.

Was macht Facebook? Nach einem Hinweis von Twitter hat auch Facebook mehrere Seiten, Gruppen und Nutzerkonten mit Verbindungen nach China gesperrt. Nachforschungen hätten ergeben, dass es Verbindungen zwischen den Urhebern und der chinesischen Regierung gebe, sagte der Online-Sicherheitschef von Facebook.

Wie reagiert China? Mittlerweile hat das chinesische Aussenministerium auf die Meldungen geantwortet. Die chinesischen Internetuser im Ausland hätten das Recht, ihre Meinung auszudrücken. Die 1,4 Milliarden Chinesen hätten eine klare Haltung zu den Protesten. Damit gemeint ist die Gewalt der Demonstranten in Hongkong.

Protestierender in Hongkong mit Smartphone
Legende: China soll auf Twitter und Facebook gezielt Falschbotschaften über die Proteste in Hongkong verbreiten. imago images

Wie reagiert Hongkong? Es wurde bereits vermutet, dass China Stimmung gegen die Protestbewegung machen will. Abwegig ist das nicht: China hatte in Taiwan mit Twitter und Facebook in den Wahlkampf eingegriffen. «Aber es zeigt einmal mehr, wie viel China investiert, um die Meinung auf seine Seite zu ziehen», so SRF-China-Korrespondent Martin Aldrovandi.

Schaden die Vorwürfe Peking? «Man steht international zumindest blöd da», sagt Aldrovandi. Im Land selber sind die sozialen Medien unter staatlicher Kontrolle, die eigenen Kanäle zensuriert. Allerdings gibt es viele patriotische chinesische Gruppen, die mithilfe von VPNs die Zensur umgehen und im Ausland ihre Meinung kundtun. Das wird vom Staat zum Teil sogar toleriert.

Gibt es weitere Massnahmen? Twitter hatte bereits früher angekündigt, keine staatlich gesponserten Newsbeiträge mehr zu schalten.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Es ist schon erstaunlich, wie die Meisten mit dem Moralfinger undifferenziert und vage auf China zeigen, aber nichts dabei finden, wenn amerikanische Unternehmen ganz konkret und faktisch belegt, willkürlich Konten löschen deren Provenienz zwar von diesen Firmen behauptet aber in keinster Weise belegt worden sind.
    Willkürliche, amerikanische Zensur geht also tip top. Dass China solch zensierte Kanäle in ihrem eigenen Land blockt, kann ich spätestens jetzt verstehen!
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    1. Antwort von C. D. Giger  (Chräbeli)
      Wenn man Ihre Kommentare liest, ist der Moralfinger eher undifferenziert auf die Vereinigten Staaten gerichtet. Ironisch, wie der Ton dabei den Trumps wiedergibt, im Stil von: „Oh, Sie denken, wir tun etwas Schlechtes, aber schauen Sie, was die da tun!“ Unmoralische Taten werden nicht dadurch gerechtfertigt, dass andere ebenfalls solche Taten begehen.
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  • Kommentar von C. D. Giger  (Chräbeli)
    Interessant wie sich die Kommentare hier kaum mit den im Artikel erwähnten Vorwürfen auseinandersetzten, sondern den Fokus von China auf die Vereinigten Staaten lenken und sich bemühen, diese in ein schlechtes Licht zu rücken. Ohne Naivität gegenüber Besagten propagieren zu wollen, werden hier doch einigermassen akrobatische Leistungen vollbracht.
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    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Falls sie auch mich meinen sollten: Ich habe mich sehr wohl und sehr intensiv - auch von Berufs wegen - mit sozialen Medien auseinandergesetzt.
      Ich denke, dass ich meine Aussagen begründen kann, und es wohl eher daran liegt, dass Leser lieber blind einer aufoktruierten 0815 Meinung Dritter folgen, als dass sie selber einmal die Dinge unabhängig vom Mainstream hinterfragen, und sich diesbezüglich auch mal mit Experten austauschen, die aus erster Hand wissen, wovon sie reden.
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    2. Antwort von C. D. Giger  (Chräbeli)
      Wie gesagt, Naivität ist auf keiner Seite angebracht.
      Aber wenn Sie so direkt fragen: Ich gebe durchaus mehr auf das Wort eines offiziellen SRF-Korrespondenten (Martin Aldrovandi), als auf das eines Kommentators.
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  • Kommentar von Rudolf Räber  (Eins)
    Konsequenterweise dürfte Twitter diese Accounts ohne gerichtlichen Beschluss nicht löschen. Was steht in diesen Accounts?
    Gerechtfertigt wäre allenfalls ein Markieren dieser Accounts als "möglicherweise gefaked". Aber auch da müsste ein amerikanisches Gericht einen nachvollziehbaren Entscheid publizieren, bei Twitter handelt es sich ja um ein amerikanisches Unternehmen. Die Glaubwürdigkeit von Twitter hat damit weiter gelitten, das Ziel die Hongkongpresse zu füllen wurde aber erreicht.
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