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Faktencheck zur Hitzewelle Extreme Hitze löst Welle von Fake News aus

Rund um Hitzewellen werden im Internet immer wieder irreführende Videos und wiederkehrende Narrative verbreitet, die ein verzerrtes Bild vermitteln. Dieses Muster zeigt sich regelmässig nach Extremwetterereignissen.

Hohe Temperaturen lassen Ampeln nicht schmelzen

Ein Video, welches sich in den sozialen Medien verbreitete, soll eine Ampel im italienischen Verona zeigen, welche sich durch die Hitze verformt hat. Die Bildunterschrift lautete: «In Verona ist es so heiss, dass die Ampeln schmelzen.»

Tweet über geschmolzene Ampeln mit «False Claim»-Label auf dem Bildschirm.
Legende: Ende Juni wurde das Video auf verschiedenen Plattformen geteilt und erreichte Hunderttausende Aufrufe. EBU

Zunächst veröffentlichte ein italienischer Nutzer den Clip, in kurzer Zeit kursierte er auch in anderen Sprachen. Das Video wurde jedoch aus dem Zusammenhang gerissen, wie mehrere Faktencheck-Organisationen feststellten. Der Clip entstand in Lugagnano in der Region Venetien, wie der Nutzer, der das Video ursprünglich veröffentlicht hatte, erklärte.

Strassenszene mit Zebrastreifen, einem weissen Van und zwei Personen am Gehweg.
Legende: Mittels Google Street View lässt sich der Standort der Ampel bestätigen. Google Maps

Zwar war die im Video gezeigte Ampel tatsächlich geschmolzen, lokale Medien berichteten jedoch, dass ein Autobrand, der am 23. Juni in Lugagnano ausgebrochen war, die Ampel zum Schmelzen gebracht hatte. Fotos des Vorfalls zeigen, dass sich das Feuer direkt neben der betroffenen Ampel ereignete. Auch aus Berlin kursierte ein Video einer geschmolzenen Ampel, auch dort war ein Brand die Ursache und nicht die hohen Temperaturen.

Hitzewellen werden nicht künstlich erzeugt

Wie nach schweren Wetterereignissen häufig zu beobachten ist, machen mehrere Beiträge in sozialen Netzwerken das Forschungsprogramm HAARP (High-frequency Active Auroral Research Program) sowie andere Technologien für die Hitzewellen verantwortlich.

Screenshot von Social-Media-Beiträgen und einem roten Banner mit der Aufschrift «FALSE CLAIM».
Legende: Nutzer auf X behaupteten, Rechenzentren, das Forschungsprogramm HAARP und sogenanntes Cloud Seeding würden Hitzewellen verstärken beziehungsweise verursachen. EBU

Wie zahlreiche Medien in Faktenchecks aufzeigen, kann HAARP das Wetter nicht manipulieren. Es gibt weder Beweise noch bekannte Technologien, mit denen das Programm extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen künstlich auslösen könnte.

Grosses Antennenfeld unter klarem blauem Himmel.
Legende: Kann das Wetter nicht manipulieren: Die HAARP-Anlage zur Erforschung der Ionosphäre. AP Photo/Mark Farmer

Klimaforscher führen die jüngsten Hitzewellen in Europa auf ein anhaltendes Hochdruckgebiet zurück, das grosse Mengen heisser Luft über dem Kontinent festhält.

HAARP sorgt regelmässig für Verschwörungstheorien

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Die Anlage dient der Erforschung atmosphärischer Vorgänge mithilfe von Hochfrequenzsendern. Seit Jahren steht HAARP im Zentrum verschiedener Verschwörungstheorien, die behaupten, die Anlage könne durch Funkwellen das Wetter beeinflussen oder Naturkatastrophen verursachen.

Auf ihrer Website erklärt die Einrichtung: Die von HAARP ausgestrahlten Radiowellen würden weder in der Troposphäre noch in der Stratosphäre – den Atmosphärenschichten, in denen das Wetter entsteht – absorbiert. Da keine Wechselwirkung stattfinde, gebe es auch keine Möglichkeit, das Wetter zu kontrollieren.

Zudem weisen Wissenschaftler darauf hin, dass der menschengemachte Klimawandel Hitzewellen häufiger und intensiver macht.

Falschinformation zu Rücktritten im Weltklimarat

In sozialen Netzwerken kursiert die Behauptung, 46 Wissenschaftler des Weltklimarats (IPCC) seien aus Protest gegen angebliche Manipulationen in der Klimaforschung zurückgetreten.

Ein Faktencheck der Nachrichtenagentur AFP zeigt jedoch, dass diese Behauptung bereits seit 2013 verbreitet wird. Zudem sind einige der genannten Forscher bereits verstorben, andere waren gar keine IPCC-Wissenschaftler, sondern lediglich externe Gutachter.

Spanien hat Klimaanlagen nicht verboten

Im Internet kursieren mehrere Behauptungen, dass in Spanien öffentliche Gebäude und Geschäftsräume ihre Klimaanlagen nicht auf weniger als 27 Grad Celsius einstellen dürften.

Zwei Bilder nebeneinander, eines enthält Text, das andere zeigt eine Hand, die ein Temperaturmessgerät hält.
Legende: Dieser Nutzer behauptete, dass Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden nicht unter 27 Grad eingestellt werden konnten. EBU

Ein Faktencheck der Deutschen Welle zeigt jedoch, dass sich diese Behauptung auf eine Schlagzeile des Magazins Time Out vom 3. August 2022 stützte. Damals hatte die spanische Regierung als Reaktion auf die Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine vorübergehend vorgeschrieben, Klimaanlagen nicht unter 27 Grad einzustellen. Die Regel galt lediglich für öffentliche Gebäude und Geschäfte und war auf ein Jahr befristet. Mit der aktuellen Hitzewelle hat diese Massnahme nichts zu tun.

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SRF 4 News, 15.7.2026, 12:30 Uhr;weds

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