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Fall Khashoggi «Als das Weisse Haus zur PR-Firma Saudi-Arabiens wurde»

Wenn Jobs wichtiger sind als Werte: Trumps unkritische Freundschaft mit Saudi-Arabien wird öffentlich in Frage gestellt.

Legende: Audio Trumps Haltung zu Saudi-Arabien wird auch von Republikanern stark kritisiert abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
02:53 min, aus SRF 4 News aktuell vom 21.11.2018.

Darum geht es: US-Präsident Donald Trump will an den engen Beziehungen zu Saudi-Arabien festhalten, trotz dem mutmassliche Auftragsmord am saudischen Regimekritiker Jamal Khashoggi. Dies löst in den US-Medien und auf Twitter ein grosses Echo aus.

Kritik von Politikern: Sowohl Demokraten als auch Republikaner melden sich zu Wort. Auch prominente Republikaner wie Senator Lindsay Graham oder Bob Corker, der Vorsitzende der aussenpolitischen Kommission im Senat, kritisieren Trumps Haltung.

Corker schreibt, er habe nie gedacht, dass er den Tag einmal erleben würde, an dem sich das Weisse Haus als PR-Firma des saudischen Kronprinzen wird. Ähnlich klingt es bei Parteikollege Rand Paul, ebenfalls Senator: Er schreibt auf Twitter, bei Trumps Statement gehe es um «Saudi-Arabia first» und nicht um «America first».

Kritik auch in Medien: Der TV-Sender CNN stört sich daran, dass Trump unverblümt zugibt, dass es um Wirtschaftsinteressen gehe und diese höher gewichte als ein Menschenleben. Das wiederum verstosse gegen traditionelle amerikanische Werte. Der Sender wird sogar noch deutlicher: Mit seinem Statement habe Trump klar gemacht, dass das Weisse Haus einen Preis habe, dass amerikanische Werte zum Verkauf stünden.

Francis Rooney, ein republikanischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus, sagte gegenüber CNN: Er denke nicht, dass es im Interesse der USA sei, ein Auge zuzudrücken, wenn Saudi-Arabien jemanden ermorde. Die USA seien schliesslich ein Rechtsstaat.

Trump, ein Autokrat? Ein Investigativjournalist und der Nahost-Korrespondent der «Washington Post» haben gemeinsam einen Kommentar geschrieben: Trumps Haltung sei ein Lehrstück für Autokraten. Sein Statement zeige, dass es Trump in der Aussenpolitik vor allem darum gehe, welches Land am meisten us-amerikanische Waffen kaufe. Jobs seien ihm wichtiger als Werte. Jamal Khashoggi hat für die «Washington Post» Kolummnen verfasst.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Eigentlich ein Skandal, was bei uns im Fernsehen +Zeitungen über Trump +sein Verhalten gegenüber den Saudis berichtet wird. +alle glauben es! Vor einigen Tagen wurde im SRF gemeldet: Die EU hat ihre Konsequenzen gegen die Saudis gezogen: Sie verhängt Einreiseverbote gegen 18 Saudis. Dann: Die USA (Trump) haben ihre Konsequenzen gegen die Saudis gezogen: Sie verhängen Einreiseverbote gegen 17 Saudis.Nun schreit die ganze "linke" Welt wieder gegen Trump, weil er weiter mit den Saudis handelt.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Mir ist Mr. Trump auch nicht sympathisch. Allerdings könnte man im vorliegenden Artikel seinen Namen uneingeschränkt mit den Namen seiner Vorgänger austauschen, sei es Obama, Bush oder Clinton. ALLE US-Präsidenten haben Freundschaft zum Königreich SA demonstriert - G.W.Bush sogar medienwirksam händchenhaltend. Saudi- Arabien ist weltweit der grösste Ölförderer und die USA der grösste Ölkonsument und Waffenlieferant. Das business bindet die beiden - und nicht eine "Freundschaft".
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  • Kommentar von Bruno Bär (ursinho007)
    Trump ist fest gewillt, weiterhin mit einem offiziellen Auftragsmörder Geschäfte zu machen. Das Schlimme dabei, er ist mit seiner Gesinnung "Geld vor Menschenleben" nur einer von vielen, denn sie jubeln ihm weiterhin zu. Es bleibt zu hoffen, dass noch genügend humanitäre Kräfte existieren, die diesem diabolischen Treiben entgegen stehen. Jetzt müssten sich v.a. auch die evangelischen Kreise, welche Trump zum Wahlsieg verholfen haben, von ihm distanzieren, wollen sie nicht Pharisäer sein.
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