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Fast 7 Millionen Verstorbene US-Forscher: Mehr als doppelt so viele Corona-Tote weltweit

  • Forscher der Universität Washington im gleichnamigen US-Bundesstaat gehen von erheblich mehr Corona-Toten weltweit aus, als offizielle Zahlen wiedergeben.
  • Schätzungen des Uni-Instituts IHME hätten ergeben, dass insgesamt 6.9 Millionen Menschen durch eine Infektion mit dem Coronavirus gestorben sein dürften, erklärte dessen Direktor Christopher Murray.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab die Zahl der weltweiten Corona-Toten am selben Tag mit rund 3.2 Millionen an.
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Aus dem Archiv: Pandemie in Indien ist ausser Kontrolle
Aus SRF News vom 26.04.2021.
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In fast jedem Land der Welt gebe es signifikante Lücken bei der Erfassung der Todesfälle, es gebe aber deutliche Unterschiede zwischen den Ländern, erklärte das Institut. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Deutschland rund 120'700 Menschen infolge einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 starben. Die WHO gibt die Zahl mit über 84'000 an. Global betrachtet stehe Deutschland mit Blick auf die Erfassung nicht schlecht da, sagte Murray.

Im Fall von Russland unterscheiden sich die offiziellen Angaben (WHO: rund 112'000) besonders stark von der Schätzung des Instituts (rund 593'600 Tote). In den USA schätzen die Forscher die Zahl der Toten auf rund 905'300 (WHO: rund 573'000). Im Fall von Indien gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Toten mit rund 654'400 fast dreimal so hoch ist wie erfasst (WHO: rund 230'000).

Von Übersterblichkeit abgeleitet

Die Forscher leiteten ihre Schätzungen von der Übersterblichkeit ab: Die ergibt sich, wenn man die erwarteten Todesfälle durch alle Ursachen in einem bestimmten Zeitraum vor der Pandemie mit den tatsächlichen Todesfällen in der Pandemie vergleicht.

Bei der Betrachtung der Übersterblichkeit wurde berücksichtigt, dass es in der Pandemie eine Verschiebung bei den Todesursachen gab. So kam es wegen der eingeschränkten Mobilität zu weniger Unfällen im Strassenverkehr. Zugleich kam es etwa zu Verzögerungen bei der Behandlung anderer Krankheiten. Nach Berücksichtigung dieser Faktoren schätzten die Wissenschaftler die Zahl der Todesfälle, die nur auf eine Covid-19-Erkrankung zurückzuführen sein dürften, auch wenn diese nicht immer als solche erfasst wurden.

Das IHME (Institute for Health Metrics and Evaluation) hat während der Pandemie laufend Prognosen zu Todeszahlen veröffentlicht und auch veranschaulicht, wie sich Schutzmassnahmen wie das Tragen von Masken auf den Pandemie-Verlauf auswirken könnten. Das Weisse Haus hat Modelle des IHME mehrfach angeführt. Das Institut leitet das Projekt Global Burden of Disease, eine Studie, deren Ergebnisse jährlich im Fachmagazin «The Lancet» veröffentlicht werden und die unter anderem Todesursachen, Krankheiten und Risikofaktoren in Ländern in aller Welt analysiert.

Die Entwicklung der Länder im Vergleich

SRF 4 News, 7.5.2021, 4 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Weshalb da noch genaue Statik FABRIZIEREN? Die Menschen sind verstorben, Beileid an die Angehörigen
  • Kommentar von Tim Luethi  (timluethi)
    Die Frage stellt sich, wie tödlich die Massnahmen sind und waren. Wie viele sind durch die Massnahmen und gar nicht durch das Virus gestorben, weil nicht mehr korrekt gepflegt, in Altersheimen oder verhungert oder medizinisch unterversorgt, kein Zugang zu anderen Impfungen. Die Massnahmen werden schlussendlich weltweit einige 100 Millionen Menschen das Leben kosten. Insbesondere in den Entwicklungsländer.
    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Ja genau das müsste man vergleichen, Massnahmengerettete und Massnahmenopfer. Wenn es doch nur einfacher wäre und man könnte zwei Szenarien gleichzeitig laufen lassen und den Leuten die Wahl geben in welchem sie teilnehmen wollen. Die Kernzahlen wären so viel verständlicher.
  • Kommentar von Hermann Bühler  (Martin38)
    Wie sieht eigentlich die Sitution in China,dem Verursacher dieser Pandemie aus??
    Warum gibt es hier keine zweite/ dritte Welle? Honi soit qui mal y pense ??