- Die Sichtungen von Drohnen an vielen europäischen Flughäfen 2025 haben die EU alarmiert.
- Der Luftraum soll überwacht werden, auch mit 5G-Mobilfunknetzen.
- Geplant sind zudem digitale Schranken, die in Drohnen eingebaut werden.
In Europa kam es im vergangenen Jahr zu zahlreichen Sichtungen von Drohnen an Flughäfen. Oftmals musste deshalb der gesamte Flugverkehr eingestellt werden – so etwa in Berlin, Bremen, Hannover, Brüssel, Oslo, Kopenhagen oder auf Mallorca. Oft steht Russland im Verdacht, hinter den Aktionen zu stecken.
Magnus Brunner, EU-Kommissar für Innere Sicherheit, sagte, bei den Drohnen sei die EU «oft zu langsam und zu überrascht». Dies soll sich im zivilen Bereich ändern. Im militärischen Bereich ist die Drohnenabwehr Sache der einzelnen Staaten, da kann ihnen die EU nichts vorschreiben.
Mobilfunknetze und künstliche Intelligenz
«Um im zivilen Luftraum kritische Gebäude wie Kraftwerke, Flug- oder Meerhäfen, Eisenbahn- oder Strassenbrücken schützen zu können, will die EU-Kommission insbesondere die Identifizierung von nicht registrierten Drohnen stärken», sagt SRF-EU-Korrespondent Charles Liebherr in Brüssel. Nach dem Willen der EU-Kommission soll dafür auch das 5G-Mobilfunknetz genutzt werden, wie aus einem in Strassburg vorgestellten Aktionsplan hervorgeht. Die Mobilfunknetze ermöglichen laut EU-Kommission eine präzise Echtzeitverfolgung von Flugobjekten und müssten daher angesichts der Bedrohungslage mit genutzt werden.
Manche Drohnen nutzen demnach SIM-Karten, wodurch sie entdeckt werden könnten. Denkbar ist laut dem Vorschlag aber auch, 5G-Antennen als eine Art Radar zu nutzen – also von den Drohnen reflektierende Signale zu empfangen und auszuwerten. Zusammen mit künstlicher Intelligenz sollen die 5G-Netze auffällige Flugrouten ausmachen und Behörden alarmieren. Der Aktionsplan soll die militärischen Programme und Pläne in Europa ergänzen und fokussiert sich daher auf zivile Massnahmen.
Drohnen selbst sollen beschränkt werden
Im laufenden Jahr will die EU-Kommission zudem ein Drohnensicherheitspaket vorstellen. Geplant ist laut hochrangigen EU-Beamten auch, dass Drohnen digitale Schranken programmiert haben. Dafür sollen alle EU-Mitgliedstaaten ihre Luftraumsperrzonen – etwa über Kraftwerken, Militäranlagen oder Flughäfen – einheitlich und digital kartieren. Diese Karten sollen in den Drohnen gespeichert werden und es ihnen technisch unmöglich machen, in einen gesperrten Luftraum zu fliegen.
Um jede Drohne einem Besitzer zuordnen zu können und damit die Arbeit von Ermittlerinnen und Ermittlern zu erleichtern, soll zudem eine Registrierungspflicht für Drohnen ab 100 Gramm eingeführt werden.
Die EU will weiter in einem Jahr ein Forschungszentrum einrichten. Es soll «Anti-Drohnen-Exzellenzzentrum» heissen, wie Korrespondent Liebherr sagt. Es soll die schnelle technologische Entwicklung beobachten und später Antidrohnenabwehrsysteme zertifizieren.
250 Millionen Euro für die Drohnenabwehr
Das Geld für diese Pläne nimmt die EU aus der Kasse für Unvorhergesehenes. Es sind 250 Millionen Euro, die für die Drohnenabwehr investiert werden.
Allerdings sagt Liebherr: «Niemand darf erwarten, dass schon sehr bald nicht identifizierbare Flugobjekte – ob feindlich oder nicht – im europäischen Luftraum unschädlich gemacht werden.» Dies liege vor allem daran, dass die EU-Länder zwar Lösungsvorschläge erwarteten, aber doch selber bestimmen wollten, wie sie das Problem konkret angehen.