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Tiere und Menschen leiden enorm
Aus HeuteMorgen vom 20.09.2019.
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Feuersbrunst in Südostasien «Tausende mussten für Sauerstoff ins Spital gebracht werden»

Es sind die schlimmsten Brände seit vier Jahren, die zurzeit in Indonesien und Malaysia wüten. Das Feuer bedroht nicht nur Tiere, sondern auch Menschen und ihre Gesundheit. Nun wollen die indonesischen Behörden rigoros gegen die Brandstifter vorgehen, wie SRF-Korrespondentin Karin Wenger weiss.

Karin Wenger

Karin Wenger

Südostasien-Korrespondentin, SRF

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Karin Wenger ist seit Frühling 2016 Südostasien-Korrespondentin von SRF in Bangkok. Sie berichtet über Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Burma, Vietnam und weitere südostasiatische Länder. Wenger lebte zuvor sechs Jahre lang in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Früher berichtete sie als freie Journalistin aus dem Nahen Osten.

SRF News: Wie präsentiert sich die aktuelle Lage?

Karin Wenger: Laut der indonesischen Katastrophenschutzbehörde brennt es an über 2000 Stellen: In Indonesien, auf Sumatra, auf dem indonesischen Teil der Insel Borneo Kalimantan sowie auf dem malaysischen Teil der Insel Borneo, dort jedoch an nur wenigen Stellen. Seit Ausbruch der Feuer im Juni ist eine Fläche von der Grösse des Kantons Waadt abgebrannt. Noch ist nicht abzuschätzen, wie viel CO2 durch diese Feuer in die Atmosphäre gelangen wird.

Helfer vor verbrannten Bäumen.
Legende: In Indonesien und Malaysia wüten derzeit die schlimmsten Brände seit vier Jahren. Keystone

Wie wirken sich diese Brände auf die Menschen und die Umwelt aus?

Der Rauch ist giftig. Er wird von den Winden bis nach Singapur und Malaysia geweht, was das grösste Problem für die Menschen darstellt. Tausende mussten ins Spital gebracht und dort an Sauerstoffflaschen angeschlossen werden. Flughäfen mussten geschlossen werden, und die Regierung hat die Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Auch für die Umwelt, die Natur sowie bedrohte Tierarten ist die Situation gravierend. Von den Feuern betroffen sind Torfmoorgebiete aber auch Regenwälder, die beispielsweise Schutz bieten für Orang-Utans.

Was ist über die Ursachen der Brände bekannt?

Verantwortlich ist vor allem die Palmölindustrie. Indonesien ist der weltweit grösste Produzent von Palmöl, und die Inseln Borneo und Sumatra sind überzogen von endlosen Palmölplantagen. Laut der indonesischen Katastrophenschutzbehörde handelt es sich bei 99 Prozent der Feuer um Brandstiftung.

Video
Die weitreichenden Folgen von Brandrodungen in Indonesien
Aus SRF News vom 18.09.2019.
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Wie geht die indonesische Regierung gegen die Brandstifter vor?

Im Moment ist die Regierung vor allem im Bekämpfungsmodus, mehr als 9000 Feuerwehrleute stehen im Einsatz. 52 Helikopter haben mehr als 250 Millionen Liter Wasser abgeworfen. Diese Woche ging zudem der indonesische Präsident Joko Widodo zu den verschiedenen Brandherden und gab zu, dass die lokalen Regierungen diesmal zu langsam auf die Feuer reagiert hätten. Er rief Sicherheitskräfte dazu auf, hart gegen Brandstifter vorzugehen. Das Umweltministerium untersucht zurzeit 370 Plantagen, 50 wurden wegen der Brände abgeriegelt, und die Polizei hat fast 200 mutmassliche Brandstifter festgenommen.

Das Gespräch führte Daniel Eisner.

Video
Orang-Utans leiden unter Waldbränden
Aus SRF News vom 19.09.2019.
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27 Kommentare

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  • Kommentar von Otto Schwarzenbach  (_)
    Die Oelpalme aus der Palmoel gewonnen wird ist eine Pflanze die ausschliesslich in den Tropen wächst! Die in den Kommentaren gemachten Aussagen, die Oelpalme könne von Landwirten hier angebaut werden, ist falsch. Die Oelpalme wächst auch nicht im Mittelmeerklima. Tropisch heisst: Jahresdurchschnittstemperatur > 18 °C.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Auch die Schweiz trägt eine Mitverantwortung für die Zerstörung auf Indonesien: Grosse Schweizer Banken, darunter die CS und die UBS, investieren in das lukrative Geschäft mit dem Pflanzengold. Der Konzern Procter & Gamble CH bezieht Palmöl von Herstellern, die nach Greenpeace-Recherchen den Regenwald in Indonesien zerstören und die Rückzugsräume der bedrohten Sumatra-Tiger und Orang-Utans vernichtenTausende von Hektaren ausgewiesenen Orang-Utan-Lebensraum wurde zerstört. Geldgier zerstört alles
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  • Kommentar von Urs Stotz  (Urs Stotz)
    Nutella und Co sind Schuld an der ganzen Palmölindustrie?
    Sie glauben wohl selber nicht, dass wegen ihres Nutella Schnittelis ganze Regenwälder gerodet werden. Das Hauptproblem sind diese Biotreibstoffe, die aus schlimmsten Monokulturwüsten stammen. Aber diese Zusammenhänge werden nicht aufgezeigt, lieber hetzt man die fehl informierten Menschen auf, die so manipulierbar und leitbar sind.
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