Ende Juni sind die Schiffe losgefahren, mit mehr als 500 Asylsuchenden an Bord. Viele von ihnen Frauen und Kinder. Es gilt als wahrscheinlich, dass beide Boote gekentert und die meisten Passagiere ertrunken sind.
Laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ist eines der Boote nach vorläufigen Berichten bereits am 8. Juli gesunken. Zu einem zweiten Boot mit rund 280 Passagieren sei kurz nach Abfahrt der Kontakt abgebrochen.
Gefährliche Fahrt während des Monsuns
Der Monsun hat begonnen. Die Fahrt auf offenem Meer gilt als äusserst gefährlich, besonders für die einfachen Holzboote, auf die so viele Menschen wie möglich gezwängt werden. Boote, die nicht für solche Reisen gebaut sind.
Was genau passiert ist, wird die Welt womöglich nie erfahren. Was wir wissen: Die Rohingya werden seit Jahrzehnten unterdrückt von der herrschenden Militärjunta Myanmars, die sie nicht als Volksgruppe anerkennt und ihnen das Recht auf Staatsbürgerschaft verwehrt.
Myanmar befindet sich seit Jahren im Bürgerkrieg. Besonders betroffen ist der Staat Rakhine, in dem ein Grossteil der Rohingya lebt. Dort kämpft die Arakan-Armee gegen das Militär Myanmars, für einen eigenen Staat. Die Rohingya sind zwischen die Fronten geraten – auch die Arakan-Armee vertreibt und unterdrückt die Rohingya.
Hunderttausende Rohingya leben deshalb in überfüllten Flüchtlingslagern im Nachbarland Bangladesch unter prekären Bedingungen. Es gibt kaum Arbeit. Es kommt immer wieder zu Bränden. Kriminelle Banden treiben ihr Unwesen. Die Flüchtlinge dürfen die Lager zudem nicht verlassen. Zukunftsaussichten haben sie dort kaum.
Auch nach der Flucht nicht willkommen
Einige nehmen deshalb wochenlange Fahrten übers Meer in Kauf und zahlen dafür viel Geld an Schlepper für Fahrten etwa nach Indonesien oder Malaysia. Jene, die die riskante Fahrt überleben, werden nicht etwa mit offenen Armen empfangen. Immer wieder gibt es Berichte, wonach Boote zurück ins Meer geschickt werden.
Die UNO ruft zu sicheren Fluchtwegen auf für die Rohingya. Doch bislang hat sich kein Staat in der Region bereit erklärt, sie aufzunehmen oder ihre Flucht zu erleichtern.