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Frauen in Führungspositionen EU-Unterhändler beschliessen Geschlechterquote für Aufsichtsräte

  • Börsennotierte Unternehmen in der EU sollen in spätestens vier Jahren Frauenquoten in ihren Führungsgremien umsetzen.
  • Darauf haben sich EU-Unterhändler am späten Dienstag geeinigt, wie EU-Parlamentarier erklärten.
  • Die Staaten sollen zwischen zwei Modellen wählen können.
Audio
Aus dem Archiv: Von der Leyen wagt Vorstoss für EU-Frauenquote
aus SRF 4 News aktuell vom 13.01.2022.
abspielen. Laufzeit 37 Sekunden.

Im ersten Modell sollen mindestens 40 Prozent der Mitglieder von nicht geschäftsführenden Aufsichtsratsmitgliedern Frauen sein. Das teilte die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Evelyn Regner, mit.

Die andere Möglichkeit sehe vor, einen durchschnittlichen Frauenanteil von 33 Prozent für Aufsichtsräte und Vorstände zu erreichen. Wer sich nicht an die Regeln halte, müsse zahlen.

Eine solche Vorgabe sei längst überfällig: «Nach Schätzungen des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen sind derzeit nur 30.6 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder weiblich. Und nur 8.5 Prozent der Vorstände in der EU sind mit Frauen besetzt», so die als Chefverhandlerin an den Verhandlungen beteiligte Sozialdemokratin.

Vorhaben ist «geschlechtsneutral»

Vom Vorhaben profitieren auch Männer. Denn es ist geschlechtsneutral. Die Geschlechterquote komme auch zum Zuge, wenn in einem entsprechenden Gremium mehr Frauen als Männer sässen. Formell müssen EU-Staaten und Europaparlament der Einigung noch zustimmen.

Nach jahrelanger Blockade

Bereits vor rund zehn Jahren hatte die EU-Kommission versucht, verbindliche Regeln einzuführen. Unter der damaligen EU-Justizkommissarin Viviane Reding gab es einen entsprechenden Vorstoss. Dieser wurde jedoch von der deutschen Regierung unter Angela Merkel abgelehnt. Damals waren in Deutschland nur 15.6 Prozent der Aufsichtsräte weiblich.

Das Projekt wurde von Kommissionschefin Ursula von der Leyen Anfang des Jahres wieder auf die Agenda gesetzt – kurz nach der Vereidigung der neuen Bundesregierung.

In der Schweiz liegt die Frauenquote in den Verwaltungsräten börsenkotierter Unternehmen aktuell bei rund 24 Prozent. Dies zeigte eine Anfang Juni veröffentlichte Datenanalyse der Finanznachrichtenagentur AWP.

Video
Aus dem Archiv: Frauen in Chefetagen – der Druck wirkt
Aus Tagesschau vom 19.05.2022.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 15 Sekunden.

Damit nähert man sich – zumindest im Durchschnitt über alle Unternehmen gesehen – der Vorgabe des Bundes an. Diese sieht ab 2026 in den Verwaltungsräten mindestens 30 Prozent Frauen vor.

SRF 4 News, 08.06.2022, 02:30 Uhr;

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123 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für Ihre zahlreichen Beiträge zur Diskussion rund um das Thema Frauenquote in Aufsichtsräte. Wir wünschen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    «Braucht es eine Quote für mehr Frauen in Führungspositionen?» Nein, ansonsten führt dies immer mehr zum Sozialismus, Kommunismus, Kollektivismus, also zu planwirtschaftlichen Methoden, obwohl diese Ideologie stets gescheitert ist. Stattdessen sollte nur der »praktische Leistungsausweis, die Qualität« (akademische Titel und Geschlecht = irrelevant) einer Person zählen, um eine Führungsposition zu besetzen. Einst führten auch die besten Ingenieure Boeing und nicht wie heute Wirtschaftsmanager...
    1. Antwort von Werner Vetterli  (KlingWe)
      Eingentlich der richtige Ansatz, nur wie trennen wir die Seilschaften. Dies geht snscheinend nur mit Gewalt.
  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Aus meiner Sicht sind Quoten eine üble Sache. Die sollte es in der CH nicht geben. Wir sollten das "Problem" anders lösen.