Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Journalist Dieterich: «Banaler Anlass reicht und latenter Fremdenhass wird akut» abspielen. Laufzeit 07:57 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 09.09.2019.
Inhalt

Fremdenhass in Südafrika Neue fremdenfeindliche Gewalt in Johannesburg

  • In der südafrikanischen Stadt Johannesburg ist es wieder zu ausländerfeindlichen Krawallen gekommen.
  • Mindestens ein Mensch wurde getötet.
  • Mindestens fünf Personen wurden nach Polizeiangaben bei den Zusammenstössen zwischen Polizisten und Hunderten von Plünderern verletzt.
Legende: Video Aus dem Archiv: Festnahmen nach Ausschreitungen in Südafrika abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.09.2019.

Die Polizei ging am Sonntag mit Blendgranaten und Gummimantelgeschossen gegen Gewalttäter vor, die Geschäfte in der Innenstadt angriffen.

Demonstrationen auch in Nigeria

In den vergangenen Tagen waren bei ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Johannesburg und Pretoria mindestens zehn Menschen getötet worden. Dutzende von Einwanderern betriebene Geschäfte wurden geplündert und verwüstet. Mehr als 420 Menschen wurden festgenommen.

Die Ausschreitungen führten in mehreren afrikanischen Ländern zu wütenden Demonstrationen. In der nigerianischen Hauptstadt Abuja etwa wurden Geschäfte südafrikanischer Unternehmen attackiert.

Ziel für Migranten aus Afrika

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
  • Südafrika ist ein wichtiges Ziel für afrikanische Einwanderer auf der Suche nach wirtschaftlichen Chancen.
  • Afrikas zweitgrösste Volkswirtschaft zieht nicht nur Menschen aus Nachbarländern wie Lesotho, Mosambik und Simbabwe an, sondern auch aus weiter entfernten Regionen, darunter Nigeria und Südasien.
  • In den vergangenen Jahren gab es in Südafrika immer wieder ausländerfeindliche Gewalt.
  • Einige Südafrikaner geben den Einwanderern die Schuld für die hohe Arbeitslosigkeit im Land.

Im Jahr 2015 wurden sieben Menschen bei fremdenfeindlichen Angriffen und Plünderungen in Johannesburg und Durban getötet. Die schlimmste Welle fremdenfeindlicher Gewalt gab es im Jahr 2008 mit 62 Toten.

Viele Südafrikaner glauben, dass Ausländer für die hohe Arbeitslosenquote und Kriminalitätsrate verantwortlich sind.
Autor: Johannes DieterichJournalist in Südafrika

Der Journalist Johannes Dieterich lebt seit fast 30 Jahren in Südafrika und schreibt für diverse deutschsprachige Zeitungen, unter anderem für die Frankfurter Rundschau.

Für den schwelenden Fremdenhass gebe es vielschichtige Gründe, berichtet der Journalist: «Viele Südafrikaner glauben, dass Ausländer für die hohe Arbeitslosenquote und Kriminalitätsrate verantwortlich sind.» Nigerianern etwa werde unterstellt, den Rauschgifthandel zu kontrollieren.

Schwächelnde Wirtschaft schürt Fremdenhass

Zwar sei Mehrheit der Südafrikaner nicht fremdenfeindlich. Die derzeit schwache Wirtschaftslage im Land schüre den Hass aber. Im aktuellen Klima reiche ein banaler Anlass, um die latente Ausländerfeindlichkeit akut werden zu lassen, so Dieterich.

Die Behauptung, dass die Migranten den Südafrikanern die Jobs wegnähmen, lasse sich aber kaum halten. Denn viele Migranten arbeiten im informellen Sektor von Südafrikas Wirtschaft: «Sie reissen nicht ein Stück des Kuchens an sich, sondern machen den Kuchen eher grösser.»

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

15 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Ich wiederhole meine Eindrücke: der Zweibeiner ist einfach kein nettes, friedliches Wesen. Von uns hat es einfach zu viele Exemplare mit krimineller Energie und solche, die für Macht, Geld, Ideologie und Religion über Leichen gehen. Wenn dann noch wirtschaftlicher Ruin und Existenzängste dazukommen eskaliert der Gocktail zu Hass gegen alle, die einem nicht nahestehen. Das Beispiel in Südafrika spricht Bände. Verrückt!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Gerade erzaehlt mir die Angestellte, dass am Freitag in Nelspruit ein Taxi (das sind 20 sitzer Busse).. mit Johannesburger Nr Schild Naehe Taxibahnhof vorfuhr, eine Bande Maenner entlud die dann stracks in das naechstgelegene Geschaeft (Moslems Eigner) eindrangen und es in Minuten ausraeumten.. als die Polizei antrabte haben sie sich sofort in der Menge verteilt.. immerhin, man hat das Nrschld des Taxis..
    Das ist ein klarer Beweis fuer eine Orchestrierung..
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Der Fremdenhass in Südafrika ist nicht neu. Seit der Machtübernahme des ANC im Jahr 1994 wurden mehr als 4000 weiße Farmer Opfer von meist rassistisch bedingten Gewaltverbrechen. Weiße Farmerfamilien werden ermordet, gefoltert, vergewaltigt und enteignet. Vom Staat können sie keine Hilfe erwarten und von den Mainstream Medien im Westen schon gar nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Allan Boss  (Europagspengstli)
      Dieser Mythos um einen Rassenkrieg in Südafrika ist nicht belegt. Es stimmt dass Gewalt au diesen Bauernhöfen zugenommen hat, jedoch in keinem Fall aus rassistischer Motivation. Diese Mär erinnert an die Verschwörungstheorie der französischen Faschisten um Le Pen, dass die „weisse Rasse“ von „Schwarzen“, „Muslimen“ und „Juden“ vernichtet würde.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Hass erzeugt Gegenhass. Dieses Phänomen war auch nach dem II WK z. B. in der Tschechoslowakei gegen die Sudetendeutschen ersichtlich .
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Konrad Schläpfer  (Koni)
      Leider wird Südafrika dasselbe Schicksal ereilen wie Simbabwe. Die Bevölkerung wird verarmen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen