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Frostiges Verhältnis Die vielen Konflikte zwischen den USA und Russland

Von A wie Abrüstung bis U wie Ukraine: Die Beziehung der beiden Grossmächte ist wegen etlicher Streitpunkte zerrüttet.

Legende: Video Streit um atomare Abrüstung abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.10.2018.

Trumps Drohung, aus dem wichtigen INF-Abrüstungsabkommen auszusteigen, stellt die Beziehungen zwischen den USA und Russland erneut auf eine harte Probe. Konfliktfelder gibt es auch sonst zur Genüge zwischen den beiden Nationen.

Abrüstungsverträge: Neben dem INF-Vertrag über Mittelstreckensysteme hakt es auch an anderer Stelle. Denn das ausgeklügelte System der nuklearen Rüstungskontrolle ist in die Jahre gekommen und braucht eine Erneuerung. Selbst das jüngste und weitreichendste Abkommen, der New START-Vertrag von 2010, läuft 2021 aus. Den ABM-Vertrag zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen haben die USA schon 2002 gekündigt. Und beide Seiten arbeiten an neuen Waffensystemen.

Sanktionen: Die US-Regierung hat eine Reihe von Sanktionen gegen Russland verhängt. Etwa wegen des Attentats auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal, für das der Westen Moskau verantwortlich macht. Oder wegen der mutmasslich russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl 2016. Der Kreml kritisiert die Massnahmen.

Syrien: Im Syrien-Krieg hat Russland als militärische Schutzmacht von Präsident Baschar al-Assad eine starke Stellung. Mit der Türkei handelte der Kreml ein Abkommen zur Rebellenhochburg Idlib aus. Die USA sind in Syrien zwar militärisch präsent, ihr Einsatz konzentriert sich aber auf den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) und ihr Einfluss auf die Gemengelage ist begrenzt. Bei Verhandlungen über den Bürgerkrieg spielen sie keine Rolle mehr.

Nord Stream 2: Trump stört sich an der geplanten russisch-deutschen Erdgaspipeline durch die Ostsee. Wegen Nord Stream 2 kritisiert er auch Deutschland immer wieder scharf. Aus Moskauer Sicht geht es bei diesem Streit um Konkurrenz: Die USA wollten ihr Flüssigerdgas nach Europa verkaufen, argumentiert der Kreml.

Mutmassliche Wahlbeeinflussung: Jeder russisch-amerikanische Kontakt ist vergiftet durch Vorwürfe, dass Moskau sich in die US-Präsidentenwahl 2016 eingemischt hat. Der Kreml dementiert das. Trump sorgte im Juli während eines Gipfels mit Putin für einen Eklat, als er sagte, dessen Dementi sei «extrem stark und kraftvoll». Damit bezog er öffentlich Position gegen seine eigenen Geheimdienste, die eine solche Einmischung für erwiesen halten. Später ruderte Trump zurück. Das Thema ist so aufgeladen, weil der FBI-Sonderermittler Robert Mueller ermittelt, ob es während des Wahlkampfes Absprachen zwischen Moskau und dem Trump-Lager gab.

Ukraine: An der Ukraine im Osten Europas hat sich 2014 das schwerste Zerwürfnis zwischen Russland und den USA mit ihren Verbündeten seit dem Kalten Krieg entzündet. Wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und wegen des verdeckten russischen Militäreinsatzes für Separatisten in der Ostukraine haben die USA und die EU Sanktionen verhängt. Mehr als 10'000 Menschen sind im Osten der Ex-Sowjetrepublik getötet worden, eine Lösung steht aus.

Darum geht es beim Nuklear-Abkommen

Das INF-Abkommen ist eine Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und der damaligen Sowjetunion aus dem Jahr 1987. Es verbietet beiden den Bau und den Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Marschflugkörper und Raketen mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Trump hat ein gute Zug gezogen. Jetzt wird Angst in Europa verbreitet, dass Böse Russen ihre Rakette auf Berlin und Paris gerichtet haben. Dann müssen EU Länder Abwehr Systemen aus USA kaufen. So werden Patriot Systemen welche kaum noch Käufer finden plötzlich Umsatz machen.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
    Das Vorgehen von Präsident Trump befürworte ich hier, obwohl ich in Sache Kashoggi schwer enttäuscht wurde von ihm. Doch auch mit Russland sollte nicht zimperlich umgegangen werden. Die Annexion der Krim, der Flugzeugschuss und der Krieg in der O-UK sind ein no go, wie auch die dauernden Verfassungsanpassungen, damit Putin immer länger regieren kann. Trump hat die Taktiken der Diktatoren erkannt und wird sie mit den eigenen Waffen schlagen: Rüstung, Fake News, Wirtschaft, Undiplomatie u.a.m.!!!
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    1. Antwort von Sinisa Markovic (Mr. Markovic)
      Mit Kashoggi zeigt der Westen endlich sein wahres Gesicht. Wenn die USA etwas vermuten, müssen die NATO-Mitgliedsstaaten gleich Sanktionen aussprechen. Egal ob diese der EU-Wirtschaft schaden oder nicht und derer der USA nur nützen. Menschenrechte und Demokratie sind für die USA leider Fremdwörter oder deren Definition schein anders zu sein als bei uns in Europa. Im Artikel erkenne ich nur von den USA geschaffene Konflikte mit einem wirtschaftlichen Hintergrund (Raub-Kapitalismus).
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    2. Antwort von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
      @Markovic: Ich gebe Ihnen in dem Sinn recht, dass im Westen auch nicht alles gut ist. Aber auf der Kugel herrscht das Gesetz des Stärken. Und da ist mir persönlich wohler, wenn die Demokratien, mit einem rechtsstaatlichen System und Gewaltentrennung, die Oberhand haben. Anders ausgedrückt:Mir würde flau im Magen, wenn anstelle der USA, Putin oder Xi Ping die alleinige, militärische Supermacht der Welt wären. Darum bin ich froh,dass bezüglich Militär Präsident Trump das Zepter in die Hand nimmt.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Die Strafe für einen fast getöteten Ex-Spion ist viel härter als für einen eindeutig getöteten Journalisten durch die Saudis. Auch scheinen 10'000 durch US gestarteten Putsch getötete Ukrainer sind auch schlimmer als 100'000 Jemeniten
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    1. Antwort von Christoph Reuss (Christoph.Reuss)
      @Buchmann! Die 10'000 Toten jungen Ukrainer und Russen sind wegen der russischen Intervention in der Ostukraine gestorben. Das werden die Ukrainer so schnell nicht vergessen - Der Hass gegen den grossen Nachbarn steigt ständig an. Jeder hat schon einen Bekannten, Sohn, Enkel verloren. Sie waren scheinbar auf dem Maidan in Kiev, dass Sie so gut Bescheid wissen, dass es ein Putsch war. Nur ein Putsch sieht anders aus.
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    2. Antwort von Luzius Brotbeck (LuziBrot)
      @Reuss, sorry, aber natürlich unterstützte & finanzierte USA diesen Putsch, für was waren denn die sonst 5 Mia $ der USA für Thinktanks & NGO's in Ukraine? Warum entschieden US-Botschafter & Nuland (vgl. abgehörtes Tel.) bereits vor dem Sturzt, dass nicht Klitschko sondern Jazenjuk in Regierung kommen soll? Es war ein Putsch = gewählte Regierung wurde gestürzt. ja was denn sonst?! Abgewählt? Dass RU pro-russische Ukrainer im Osten unterstützt, ist noch lange keine "russischer Intervention"!
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