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Für eine eigene Republik Gegen eine Million Menschen in Barcelona auf der Strasse

Legende: Video Hunderttausende rufen nach Unabhängigkeit (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:12 Minuten.
Aus News-Clip vom 11.09.2018.
  • Hunderttausende haben sich in Barcelona zusammen gefunden, um für die Abspaltung Kataloniens von Spanien zu demonstrieren.
  • Nach offiziellen Angaben haben sich fast eine Million Menschen versammelt.

Die Guardia Urbana von Barcelona, die Stadtpolizei, twittere kurz vor 18 Uhr, dass rund eine Million Menschen an den Kundgebungen teilnehme.

Eine der Hauptverkehrsadern, die Avenida Diagonal sei komplett gesperrt. Ziel des Hauptorganisators der Demonstration, die Organisation «Katalanische Nationalversammlung» (ANC), ist, die rund sechs Kilometer von der Plaza de Glòries bis zum Palau Reial mit Menschen zu füllen.

Bereits mehrere Stunden vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung waren in der Stadt fast überall Menschen zu sehen, die katalanische Fahnen, Plakate mit separatistischen Parolen oder das offizielle rote T-Shirt der Demonstration anlässlich des 304. Nationalfeiertages der Region trugen. «Unabhängigkeit, Unabhängigkeit» oder «Republik, Republik» skandierten viele.

Für eine katalanische Republik

Seit 1714 begehen die Katalanen jedes Jahr am 11. September ihren Nationalfeiertag – die «Diada». Dieses Jahr wurde mit einer besonders grossen Teilnehmerzahl gerechnet, denn am 1. Oktober jährt sich das umstrittene und für illegal erklärte Abspaltungsreferendum von 2017 zum ersten Mal.

Im Zuge der verbotenen Abstimmung und einem anschliessenden Unabhängigkeitsbeschluss sitzen bis heute mehrere katalanische Spitzenpolitiker und Aktivisten in Untersuchungshaft. Ihnen werden unter anderem Rebellion und Aufruhr vorgeworfen. Andere Politiker, darunter der abgesetzte Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont, sind ins Exil geflohen.

Der neue Regionalchef Quim Torra und Parlamentspräsident Roger Torrent hatten zu einer massiven Beteiligung an der Kundgebung aufgerufen, die unter dem Motto «Schaffen wir die katalanische Republik» steht. Neben der Unabhängigkeit fordern die Separatisten auch die Freilassung der einsitzenden Politiker und Aktivisten.

Legende: Video Katalanen feiern ihren Nationalfeiertag abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.09.2018.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Eine Million gehen auf die Strasse für ein unabhängiges Katalonien. Ich glaube Madrid sollte das nun sehr ernst nehmen und nicht mehr unterdrücken.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Die Regierung in Madrid wird sich auf Dauer diesem Bestreben nicht verschliessen können. Genauso wenig wie die EU.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Sie werden es aber trotzdem tun und sich den Katalanen widersetzen. Das zeichnet sich jetzt schon ab. - Wahrscheinlich bedarf es halt doch einer sehr gehässigen und handgreiflichen Auseinandersetzung und selbst dann ist es fraglich. Sowohl die EU als auch Madrid werden da eine beachtliche Drohkulisse zum Machterhalt aufbauen.
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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic (Alex)
    Fast jeder Mensch in Europa unterstützt die Abspaltung der Ukraine von Russland und auch fast jeder Mensch in Europa unterstützt die Abspaltung des Kosovos von Serbien. Aber die Katalanen die sich von Spanien abspalten wollen, will keiner Unterstützen. Man muss sich also vom Durchschnittseuropäer diktieren wer unabhängig sein darf und wer nicht. Meines Erachtens nach hat Katalonien deutlich mehr Voraussetzungen erfüllt unabhängig zu werden als der Kosovo oder die Ukraine!
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    1. Antwort von Peter Imber (Wasserfall)
      Meiner Meinung nach haben alle drei Gebiete das gleiche Recht, unabhängig zu sein, wenn denn eine klare Mehrheit der Bevölkerung das möchte. Russland hat von der Ukraine die Finger zu lassen, Serbien endlich zu akzeptieren, dass der Kosovo ein eigener Staat ist und aufzuhören immer noch von Gross-Serbien zu träumen und Spanien / Katalonien ihr Problem auf demokratisch-friedliche Art und Weise zu lösen.
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    2. Antwort von Jürg Brauchli (Rondra)
      Nur träumt der Kosovo eben auch von einem Grossalbanien.
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    3. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Es gibt in sehr vielen Regionen Unabhängigkeits-Bestrebungen gewissermassen auch als Erblast aus früheren Konflikten. Die Kurden wurden beispielsweise 4-geteilt, wären aber eigentlich ein Volk mit Anspruch auf Eigenstaatlichkeit, ginge es nach der UN-Charta. Und hier in Spanien geht es offensichtlich auch um eine Unterdrückung der Katalanen, die mehr und mehr Mühe haben mit Madrid. Nicht vergessen, da gibt es noch die Basken, auch da kann sich Madrid nur mit Repression halten.
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    4. Antwort von Dietmar Pfahl (dpfahl)
      Ich denke nicht, dass "fast jeder Mensch in Europa" die Abspaltung des Kosovos von Serbien unterstuetzt. Auch gibt es in Katalonien nur eine sehr knappe Mehrheit (wenn ueberhaupt) fuer die Abspaltung Kataloniens von Spanien. Unterdueckt werden Katalen in Spanien ebenfalls nicht. Sie haben voellige kulturelle Autonomie - genause wie die Basken. Im Baskenland will hoechstens noch eine kleine Minderheit einen unabhaengigen Staat.
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    5. Antwort von Peter Imber (Wasserfall)
      Herr Pfahl, Katalonien wurde von Restspanien gewaltsam okkupiert und lange Zeit unterdrückt. Diese Wunden sind nie verheilt und brechen jetzt wieder neu auf. Spanien wird noch die Rechnung dafür bezahlen müssen. Mit andern Worten: Die Geschichte holt die Spanier ein.
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