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Katalonien und der Kanton Jura Puigdemont tritt am Fest des jurassischen Volkes auf

Legende: Video Carles Puigdemont im Kanton Jura abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.09.2018.
  • Carles Puigdemont, ehemaliger Präsident Kataloniens, hat das Fest des jurassischen Volkes in Delémont besucht.
  • Katalonien schaue auf den Kanton Jura, sagte der im belgischen Exil lebende Politiker, der sich für die Abspaltung Kataloniens von Spanien einsetzt.
Legende: Video Puigdemont in der Schweiz abspielen. Laufzeit 00:14 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.09.2018.

Carles Puigdemont wurde am Volksfest von hunderten Personen begeistert empfangen. Der katalanische Separatist gab Autogramme und stand für Selfies und Umarmungen bereit. Er war der Einladung des «Mouvement autonomiste jurassien» (MAJ) gefolgt.

Dieser zeigte sich mit den jurassischen Separatisten solidarisch und sang mit ihnen die «Rauracienne», die Hymne für einen vereinten Jura. Puigdemont zog in seiner Rede Parallelen zwischen dem Freiheitskampf der Katalonien in Spanien und demjenigen der Jurassier in der Schweiz:

«Ihr findet in Katalonien immer einen Teil von Euch, so wie auch Katalonien bei Euch einen Teil finden kann. Wo es Freiheit gibt, gibt es ein demokratisches Vaterland. Danke, es lebe der Jura, es lebe Katalonien.»

In einer Ansprache lobte Puigdemont den Mut und die Brüderlichkeit: «Danke für Ihre Solidarität zu Katalonien.» In Katalonien schaue man auf den Jura. So lobte er etwa die direkte Demokratie in der Schweiz, die «dem Volk die Stimme gibt».

«Auch hier hat es ein Volk, das für die Freiheit kämpft.» Das verbinde, und er sei sehr glücklich, diese Werte mit dem jurassischen Volk zu teilen, erklärte Puigdemont.

Streitpunkt Kantonszugehörigkeit von Moutier

Der Generalsekretär des MAJ, Pierre-André Comte, schlug am Volksfest kämpferische Töne an, als er über die zukünftige Kantonszugehörigkeit der Stadt Moutier sprach: «Wir werden nie akzeptieren, dass der Kanton Bern diese Abstimmung in Frage stellen kann.»

Im Juni 2017 hatten die Stimmberechtigten von Moutier in einem kommunalen Urnengang mit knapper Mehrheit entschieden, vom Kanton Bern zum Kanton Jura zu wechseln. Zwar sind immer noch sieben Abstimmungsbeschwerden bei der Regierungsstatthalterin des Berner Juras hängig. Darüber soll aber bis Ende Oktober entschieden werden.

Der Kampf geht wohl weiter

Wenig Freude am Auftritt des ehemaligen katalonischen Präsidenten haben die Berntreuen in Moutier. Für sie ist die Einladung Puigdemonts ein weiterer Beweis dafür, dass die Separatisten ihren Kampf für einen vereinten Jura niemals aufgeben werden.

«Wenn Moutier zum Kanton Jura wechselt, befürchten wir, dass die Separatisten von dort aus weitere Gemeinden übernehmen wollen», erklärte André Doriot vom Komitee «Moutier resiste».

Gosteli neuer Animateur der «Béliers»

Am Volksfest wurde auch der neue Mann an der Spitze der jurassischen Autonomisten-Bewegung, der «Groupe Béliers», vorgestellt. Jonathan Gosteli folgt auf Clément Piquerez, der die «Béliers» acht Jahre lang geführt hatte.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Ich denke der gute Mann ist dem MAJ auf den Leim gekrochen und wurde für deren Anliegen instrumentalisiert. Der hat doch keine Ahnung, dass wir in der Schweiz alles mögliche getan haben und weiter tun, um die Wünsche der Jurassier UND Berner bestmöglich zu erfüllen. Es ist eine völlig andere Situation als in Spanien, da wir in der Schweiz, im Gegensatz zur spanischen Regierung, das Problem Ernst nehmen und es allen Recht machen möchten. Nur ist das nicht so einfach, wie die Abstimmungen zeigen.
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  • Kommentar von Mike Sehmann (Bernese)
    Dieser Besuch widerstrebt mir aus zwei Gründen. Erstens ist der jurassische Widerstand längst überfällig, da sie ihr Ziel ja erreicht haben. Und ganz ehrlich, als Berner trauere ich dem Jura keine Sekunde nach. Sollen sie doch zu Frankreich wechseln, dann können wir uns den Finanzausgleich sparen, sind ja sowieso militante EU-Turbos. Aja, solange sie Bern den Unspunnen-Stein nicht zurückgeben, haben sie hier eh nichts verloren. Zweitens, man kann doch den Jura nicht mit Katalonien vergleichen.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Mike Sehmann: Gemäss dem jährlichen Bericht der Eidgenössischen Finanzverwaltung ist absolut gesehen aber der Kanton Bern der grösste Nettoempfänger und frisst jährlich gleich einen Drittel der für den Finanzausgleich zur Verfügung stehenden Mittel weg. Wohin soll also Ihrer Meinung nach der Kanton Bern wechseln? Etwa zu Katalonien? Dann könnten wir massiv sparen und locker etwa 8 Juras durchfüttern.
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    2. Antwort von Mike Sehmann (Bernese)
      @Thomas Leu: Sie können die Kantone BE/JU doch nicht mit der Gesamtsumme vergleichen. Pro Kopf bekommen die Kantone Jura, Uri und Wallis am Meisten (Angeführt vom Jura!). Alle drei Kantone erhalten über 2000 pro Kopf. Wesentlich mehr als der Kanton Bern. Denke wir sollten hier bei den Fakten bleiben. Und aja, ohne Steueroase und mit etwas mehr Lebensqualität (nicht nur Autobahn und AKW), benötigt man auch mehr Geld. Zu uns kommen so auch Touristen. Sorry AG und SO!
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    3. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Mike Sehmann: Eben, sehen Sie! Würde ich so argumentieren wie Sie, müsste ich als Einwohner des reichen Kantons Zürich gegen den Finanzausgleich sein. Bin ich aber nicht, da der Finanzausgleich eine gute Sache für den Zusammenhalt der Schweiz ist und es für den Kanton Jura, als auch für den Kanton Bern durchaus rationale Gründe gibt, die sie BEIDE zu Nettoempfängern macht.
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    4. Antwort von Mike Sehmann (Bernese)
      @Thomas Leu: Okay, mit dieser Aussage bin ich einverstanden. Stehe auch zum Finanzausgleich, erwarte aber vom Kanton Jura ein Bekenntnis zur Schweiz und somit auch zum Kanton Bern.
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    5. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Mike Sehmann: O.K. Ich gebe Ihnen die Antwort, auch wenn ich nicht Jurassier bin. Wenn wir das MAJ, bzw. die Béliers, nicht mit der jurassischen Regierung in den gleichen Topf werfen, können wir die ganze Sache relativ gelassen nehmen. das MAJ ist ein privater Verein, der ein Minderheitensüppchen kocht und auch längst nicht mehr die gesamte Bevölkerung des Juras hinter sich hat. Die meisten Jurassier sind total happy mit ihrem Kanton und genauso treue Schweizer wie die Berner und die Zürcher.
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  • Kommentar von Emilio Marono (Pato1)
    Puigdemont, kann nicht mit Jura verglichen werden, das spricht von Katalonien und nur ein Teil der Katalanen wollen die Republik, was er nicht sagt ist, dass die Republik Korruption, Unterschlagung und Rebellion gegen den spanischen Staat, diese Republik decken würde von Puigdemont wäre eine kommunistische Republik, die die meisten Katalanen nicht wollen, das kommt von weiter her, die Kommunisten haben den Bürgerkrieg verloren und kehren gleich wieder zurück.
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