G7-Staaten: Weitere 1,9 Milliarden Dollar für Flüchtlingshilfe

Die sieben grossen Industrienationen bauen zusammen mit weiteren Ländern ihre Hilfe zur Bewältigung der Flüchtlingskrise aus: Insgesamt um 1,9 Milliarden Euro. UNO-Hilfsorganisationen sprechen alleine im Falle Syriens von einem diesjährigen Finanzbedarf von 7,4 Milliarden Dollar.

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G7-Staaten bauen finanzielle Hilfe aus

1:20 min, aus Tagesschau am Mittag vom 30.9.2015

Die sieben grossen Industrienationen (G-7-Staaten) haben bei einem Aussenministertreffen am Rande der UNO-Vollversammlung in New York angekündigt, die finanziellen Mittel zur Bewältigung der Flüchtlingskrise um 1,9 Milliarden Dollar zu erhöhen.

Die USA, Grossbritannien, Kanada, Japan, Frankreich, Deutschland und Italien werden dabei von sieben weiteren Staaten unterstützt. Dazu gehört auch die Schweiz mit einem Beitrag von 71,7 Millionen Dollar. Auch Saudi-Arabien soll sich mit 100 Millionen beteiligen.

Geld soll auch an Syriens Anrainer-Staaten fliessen

Die Gelder sollen an Organisationen der Vereinten Nationen gehen, insbesondere das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und das Welternährungsprogramm. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier stellte in Aussicht, dass aber auch Länder wie die Türkei, der Libanon oder Jordanien, die in der Syrien-Krise Flüchtlinge aufgenommen haben, mit den zusätzlichen Geldern unterstützt werden.

Zuletzt hatten in der Flüchtlingskrise internationale Organisationen Alarm geschlagen und mehr Geld für die Migranten in den Krisenregionen gefordert. Die Welthungerhilfe beklagte, dass das Welternährungsprogramm in diesem Jahr nur die Hälfte der zugesagten Mittel erhalten habe und daher die Versorgung der Flüchtlinge in Syrien und den Lagern in Jordanien und dem Libanon halbieren müsse. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnte in New York gar, das weltweite humanitäre System sei pleite.

Unverändert hoher Finanzbedarf

Alleine für Syrien beziffern UNO-Hilfsorganisationen den diesjährigen Finanzbedarf auf 7,4 Milliarden Dollar. Überwiesen oder versprochen wurden für die Nothilfe innerhalb des Landes bislang nur 37 Prozent. Für Syrer in den Nachbarländern waren bislang 41 Prozent der geforderten 4,5 Milliarden Dollar finanziert.

Das Welternährungsprogramm (WFP) musste deshalb die Lebensmittelhilfe für 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge in der Region streichen oder kürzen. Für 850'000 von ihnen musste das WFP den Wert von Lebensmittelgutscheinen halbieren, im Libanon auf monatlich 13,50 Dollar und in Jordanien auf monatlich 14 Dollar pro Person.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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