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Gestrandet in der Ostsee Atemfrequenz von Buckelwal hat sich verlangsamt

  • Der an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal konnte sich über Nacht nicht wieder befreien.
  • Das Tier liegt immer noch in der Bucht von Wismar, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.
  • Am Montagnachmittag soll nun der Wal zum Wegschwimmen angeregt werden.
  • In der Nacht zum Sonntag hatte sich der Wal erneut befreien können, steckte wenig später allerdings wieder fest.

Ein Expertenteam will vor Ort versuchen, den Wal nochmals zu animieren, wie das Deutsche Meeresmuseum mitteilte. Der Wasserstand solle im Laufe des Nachmittags wieder um etwa 30 Zentimeter ansteigen. Das Animieren erfolge «durch Klatschen mit dem Paddel auf das Wasser, da der Wal keinesfalls berührt werden sollte», sagte die Sprecherin des Museums. «Der Wal ist sehr geschwächt. Die Atemfrequenz hat sich verlangsamt, und die Haut weist Sekundärinfektionen auf.»

Wal-Drama an der Ostsee

Beamte der Wasserschutzpolizei sind gemeinsam mit Meeresbiologen von Greenpeace kurz nach 7 Uhr mit einem Schlauchboot zu dem Wal gefahren, wie ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern der Nachrichtenagentur DPA sagte – «um zu sehen, wie sich der Zustand des Wals darstellt». 

Buckelwal hat kaum auf Schlauchboot reagiert

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Einer Meeresschutz-Expertin der Organisation Greenpeace zufolge wirkt der Wal weiterhin allgemein geschwächt. «Er liegt nach wie vor unverändert hier in der Bucht, und er atmet auch weiterhin», sagte Franziska Saalmann im ZDF-«Morgenmagazin». 

Als das Team am Morgen mit einem Schlauchboot in die Nähe des Tieres gefahren sei, habe der Wal nicht viel Reaktion gezeigt. «Der Wasserstand ist auch noch etwas gesunken, was es für ihn jetzt erschwert, sich zu befreien.» 

Zudem sei nicht klar, ob er dann überhaupt den Weg zurück in die Nordsee finden werde. «Wir wissen nicht genau, was für Krankheiten er eventuell hat. Und ob und inwiefern seine Orientierung und sein Allgemeinzustand so sehr geschwächt sind, dass er jetzt auch durch menschliche Einflüsse und die verbliebenen Netzreste, die er noch im Maul hat, so geschwächt ist, dass er einfach nicht richtig klarkommt und sich noch einmal verirrt.» Die Hoffnung auf ein Überleben will die Expertin aber nicht aufgeben.

Das Tier ist gemäss dem Sprecher der Wasserschutzpolizei in der Nacht auf Montag durchgängig beobachtet worden und hat auch geatmet. In der Nacht war die Polizei für die Bewachung zuständig. «Es wurde ein Schichtsystem eingerichtet, um zu gewährleisten, dass der Wal nicht unbeobachtet ist», sagte der Sprecher. Am Sonntag hatte das Deutsche Meeresmuseum davon gesprochen, dass der Wal sehr geschwächt und die Atemfrequenz reduziert sei.

In einem Netz verfangen

Seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck. Das Tier hatte sich demnach in einem Netz verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.

Am vergangenen Montagmorgen war der Meeressäuger dann auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete, und in der Nacht zu Freitag befreite sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne. Am Samstag war der Wal dann allerdings wieder gestrandet – und zwar in der Wismarbucht. 

Seitdem hält das Drama um den Buckelwal an. In der Nacht zum Sonntag konnte sich der Meeressäuger bei steigendem Wasserstand zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später lag er erneut fest – ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Augenscheinlich regungslos lag er am Sonntag dort, nur ab und zu stiess er eine Wasserfontäne in die Luft.

Zum Sterben an die Küste?

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Auf die Frage, ob Buckelwale möglicherweise zum Sterben an die Küsten kommen, sagte Stephanie Gross vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover am Sonntag, dafür gebe es keine wissenschaftlichen Hinweise. «Ansonsten würden wir weltweit deutlich mehr Buckelwal-Strandungen sehen, wenn alle alten, kranken, geschwächten Buckelwale in die Flachwassergebiete kämen.»

Der Ernährungszustand des Wals ist gut, wie Gross sagte. Buckelwale könnten wochenlang ohne Nahrung auskommen.

Die Behörden haben nach seinen Worten ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern rund um den Wal gezogen, in das kein Schiff oder Boot hineinfahren darf. Zahlreiche Schaulustige standen am Wochenende auf der Seebrücke, um einen Blick auf das Tier erhaschen zu können.

Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Burkard Baschek, sagte, der Wal liege in einer Wassertiefe, die etwa der in der Nacht auf den Sonntag entspreche, als sich das Tier selbst befreit habe. Er beschrieb die jüngste Situation deshalb nicht als Strandung, sondern als «Leibaufsetzen» des Wals.

SRF 4 News, 28.03.2026, 14:30 Uhr ; 

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