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Gipfeltreffen auf Bürgenstock USA und Iran ringen um Frieden – das ist zu erwarten

Nach langem Hin und Her nun also doch: Im Luxushotel auf dem Bürgenstock am Vierwaldstättersee wollen die USA und der Iran heute über ein endgültiges Friedensabkommen verhandeln, nachdem bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eine vorübergehende Vereinbarung unterzeichnet worden ist. Aus den USA ist Vizepräsident J.D. Vance angereist, aus dem Iran Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf. Selten war zu Beginn eines Gipfeltreffens so vieles unklar, selten die Ausgangslage spannender. SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck ist vor Ort und schätzt die Erfolgsaussichten ein.

Sebastian Ramspeck

Internationaler Korrespondent

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Sebastian Ramspeck ist internationaler Korrespondent für SRF. Zuvor war er Korrespondent in Brüssel und arbeitete als Wirtschaftsreporter für das Nachrichtenmagazin «10vor10». Ramspeck studierte Internationale Beziehungen am Graduate Institute in Genf.

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Welche Staaten verhandeln auf dem Bürgenstock?

Die beiden Kriegsparteien USA und Iran, unter der Vermittlung von Katar und Pakistan. Katar ist Gastgeber, zumal das Luxushotel auf dem Bürgenstock dem katarischen Staat gehört. Bemerkenswert ist die hochrangige Besetzung: Neben Vance und Ghalibaf sind aus Katar und Pakistan die Regierungschefs angereist, alle mit grossen Delegationen. Noch bemerkenswerter: Israel, die dritte Kriegspartei, nimmt nicht an den Verhandlungen teil.

Am Nachmittag sollen die eigentlichen Verhandlungen beginnen. Was ist zu erwarten?

Noch ist völlig offen, wie es weitergeht. In den ersten Gesprächen soll zunächst der Verhandlungsrahmen abgesteckt werden: wer wann mit wem worüber spricht. Schon darüber gibt es offenbar Streit. Am Nachmittag sollen dann die offenen Punkte der 14-Punkte-Vereinbarung angegangen werden: der freie Schiffsverkehr durch die Meerenge von Hormus, die Zukunft des iranischen Atomprogramms sowie die Bedingungen, unter denen Sanktionen aufgehoben werden und der Iran 300 Milliarden Dollar erhält.

Wie lange dauert der Gipfel – und wie geht es danach weiter?

Auch das ist unklar. Von iranischer Seite hiess es, der Gipfel werde heute Abend beendet. Doch offenbar stellt sich der Gastgeber Katar auf eine Verlängerung ein. Dafür spräche, dass J.D. Vance mit seiner Ehefrau Usher angereist ist. Nach dem Gipfel sollen die Verhandlungen auf tieferer Stufe fortgesetzt werden – in der Schweiz oder andernorts. Ziel ist es, 60 Tage nach Unterzeichnung der vorübergehende Vereinbarung – also bis Mitte August – ein Friedensabkommen ausgehandelt zu haben.

Welche Rolle spielt die Schweiz?

Im Diplomatendeutsch nennt man die Rolle «Fazilitatorin» oder «Ermöglicherin»: Sie hat sich dafür eingesetzt, dass sich die USA und der Iran mit Katar und Pakistan an den Verhandlungstisch setzen und dass die Sicherheit der Delegationen gewährleistet ist. Sie nimmt jedoch nicht an den Verhandlungen teil, ist also keine Vermittlerin. Der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis will den Gipfel nutzen, um am Rande Gespräche mit den Delegationschefs zu führen.

Was spricht für, was gegen ein Friedensabkommen?

Für ein Friedensabkommen spricht, dass beide Seiten den raschen Erfolg suchen: die USA, weil der Krieg ihnen wirtschaftlich und politisch Probleme macht; der Iran, weil er die 14-Punkte-Vereinbarung als vorteilhaft betrachtet und auf einen diplomatischen Sieg hofft. Dagegen sprechen der tiefe Graben zwischen den Verhandlungspositionen – und Israel, das den Krieg fortsetzen will und sich im Libanon mit der Hisbollah, die vom Iran gesteuert wird, immer wieder Kämpfe liefert.

SRF 4 Nachrichten, 21.06.26, 06.00 Uhr ; 

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