Vorerst finden keine Gespräche auf dem Bürgenstock statt zwischen dem Iran und den USA – das hat heute das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bekannt gegeben. Philipp Scholkmann von der Auslandredaktion ordnet ein.
Verzögern sich die Gespräche nur?
Das ist im Moment unklar, das Aussendepartement hat heute früh die Medien informiert, dass die Konferenz nicht wie vorgesehen heute stattfindet. Dem vorausgegangen war die Meldung aus den USA, dass Vizepräsident Vance vorerst nicht ins Flugzeug steigen werde. An einem Briefing in Washington war Vance bereits vage geblieben, ob und wann er in die Schweiz reisen würde.
Was steckt hinter diesen Verzögerungen?
Vance liess durchblicken, es gebe unter anderem logistische Schwierigkeiten auf der iranischen Seite. Es könnten aber auch politische Gründe sein. Die Nachrichtenagentur AP spekuliert, dass die iranische Seite ein Zeichen des Protests setzen wollte, weil die israelischen Angriffe auf Libanon nicht aufgehört hätten. AP beruft sich dabei auf eine entsprechende Meldung des arabischen Nachrichtensenders Al Mayadeen, der dem Iran nahesteht. Das ist aber unbestätigt.
Finden die Gespräche nun doch nicht in der Schweiz statt?
Bis jetzt ist nur klar: Die Konferenz findet nicht wie vorgesehen heute statt. Ob sich die Delegationen übers Wochenende zusammenraufen, und ob ein Treffen auf dem Bürgerstock einfach später stattfindet, oder anderswo, muss sich erst zeigen. Eins ist sicher: Die 60-Tage-Frist, welche sich die beiden Seiten gegeben haben, um zu einer Einigung in allen strittigen Punkten, insbesondere im Nukleardossier zu kommen, diese Frist ist gestern angelaufen.