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Vereinbarung zum Kriegsende Trump bis Totalausfall: Der Bürgenstock ist für alles gerüstet

Versailles statt Vierwaldstättersee: US-Präsident Trump hat das Abkommen schon in der Nacht unterzeichnet. Was passiert jetzt auf dem Bürgenstock?

Die vorgezogene Unterschrift: Bei US-Präsident Donald Trump ist vor allem eines sicher: nämlich gar nichts. Das zeigte sich auch gestern in Versailles. Im Schloss des Sonnenkönigs unterzeichnete Trump überraschend die Absichtserklärung zu seinem «Deal» mit dem Iran. Obwohl dies eigentlich für den Freitag auf dem Bürgenstock angedacht war. Und jetzt?

Die Reaktion der Schweiz: Das EDA teilt heute mit: Am morgigen Treffen wird festgehalten. Das bestätigt auch Verteidigungsminister Martin Pfister: «Wir gehen davon aus, dass Gespräche auf dem Bürgenstock stattfinden werden, und bereiten uns mit Hochdruck darauf vor.»

Wer anreist und was genau auf dem Bürgenstock diskutiert werden soll: Darauf hat derzeit auch Pfister keine Antwort: «Wichtig ist, dass die Schweiz einen Beitrag zum Frieden leisten kann.» Die Devise: Abwarten und (sehr viel) Tee trinken. Bis morgen dürften Wachsamkeit und Improvisationskünste gefragt sein.

Ein Hotelgebäude in einer nebligen Berglandschaft mit Pflanzen im Vordergrund.
Legende: Am Montag wurde der Bürgenstock für das feierliche Zeremoniell auserkoren – und sämtliche Gäste der Resortanlage in andere Hotels verfrachtet. Keystone/Urs Flüeler

Die «dynamische Situation»: Die Situation sei höchst dynamisch, so ein Sprecher des Aussendepartements. Die Pläne könnten sich jederzeit ändern. Ursprünglich war eine Unterzeichnungszeremonie auf dem Bürgenstock geplant. Nun soll es laut dem EDA erste Verhandlungen zur Umsetzung des Rahmenabkommens geben. Offene Fragen gibt es zuhauf.

SRF-Korrespondent: «Verhältnismässig ruhig in der Region»

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Christian Oechslin, Regionalkorrespondent von SRF: «Die Stimmung in der Zentralschweiz vor dem Treffen auf dem Bürgenstock ist Stand heute relativ entspannt. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Einschränkungen für die lokale Bevölkerung weniger einschneidend sind als bei der Ukraine-Konferenz 2024. Damals gelangten zum Beispiel Anwohnerinnen und Anwohner in einer grösseren Sicherheitszone über mehrere Tage nur mit Zutrittskontrollen zu ihren Häusern in der Umgebung des Bürgenstocks.

In der Nähe des Resorts wurden vor zwei Jahren eigens mehrere temporäre Helikopter-Landeplätze eingerichtet, mit entsprechenden Emissionen für die ganze Region. Die aktuellen Massnahmen sind also nicht vergleichbar mit 2024. Verhältnismässig ruhig ist es in der Region – allerdings mit einer wahrnehmbar verstärkten Militär- und Polizeipräsenz. Unter anderem auf dem Flugplatz Emmen LU: Dort ist am Donnerstagvormittag ein amerikanisches Transportflugzeug gelandet, wie die ‹Luzerner Zeitung› berichtet.»

«Kommt das Treffen zustande, werden neben Vertretern der USA und Irans auch Abgesandte von Pakistan und Katar anwesend sein, die die Gespräche als Mediatoren begleiten», berichtet SRF-Korrespondent Philippe Reichen.

Konferenzraum mit Stühlen und Tischen, grosse Fenster mit Blick auf Berge und See.
Legende: Die Anlage auf dem Bürgenstock verfügt über drei Hotels, ein Konferenzzentrum und insgesamt 30 Gebäude. Räumlichkeiten für Verhandlungen sind bereits reserviert. Keystone/Urs Flüeler

Die Vorbereitungen vor Ort: Gegenüber SRF spricht die Nidwaldner Sicherheitsdirektorin Karin Kayser-Frutschi von einer «kurzfristig veränderten Lage» und einer «lebendigen Situation»: «Wir richten uns aber weiter darauf aus, dass die Konferenz stattfindet – bis es eine anderslautende Meldung geben sollte.»

Und: Man bereite sich auf alle Szenarien vor – so auch auf einen möglichen Besuch des US-Präsidenten. «Es ist grundsätzlich eine polizeiliche Aufgabe, für alle Eventualitäten zu planen. Das ist sich die Polizei auch gewohnt», so Kayser-Frutschi. «Wir passen unseren Einsatz laufend den Informationen an, die wir vom EDA bekommen.»

Mehrere Personen im Gespräch im Freien, umgeben von Bäumen.
Legende: Die reibungslose Ausrichtung der Ukraine-Konferenz vor zwei Jahren auf dem Bürgenstock hat der Schweiz international Anerkennung verschafft. Keystone/DPA/Michael Buholzer

Die Sicherheit und die Kosten: Trotz der vielen Unbekannten wird es in einem Punkt keine Kompromisse geben – bei der Sicherheit der Staatsgäste und Diplomaten: «Unser voller Fokus liegt auf der Einsatzplanung», sagt die Nidwaldner Sicherheitsdirektorin. Und wer trägt die Kosten, wenn die Konferenz ins Wasser fallen sollte? «Dafür gibt es standardisierte Prozesse zwischen Bund und Kanton.»

Die «einzigartige Ausstrahlung» des Bürgenstock

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Die Schweiz selbst sei zwar vorab Gastgeberin und Organisatorin der Gespräche, erklärt SRF-Korrespondent Philippe Reichen. «Dass heisst aber nicht, dass sie inhaltlich keinen Einfluss nehmen kann und wird.» Die Schweiz habe bereits beim 2015 geschlossenen Atomabkommen zwischen dem Iran und westlichen Staaten «einiges beitragen». Die damaligen Gespräche begannen in Genf und endeten in Lausanne.

Ein finales Abkommen zwischen den USA und dem Iran soll bis in 60 Tagen verhandelt werden. Ungeachtet dessen, ob morgen tatsächlich auf dem Bürgenstock eine Konferenz abgehalten wird: Reichen geht davon aus, dass Schweizer Vermittlung auch künftig gefragt sein wird: «Man darf nicht vergessen, dass Symbolik in der Diplomatie eine wichtige Rolle spielt – und der Bürgenstock hat eine einzigartige Ausstrahlung.» Deswegen hätten ihn die Amerikaner und Iraner auch als Gesprächsort akzeptiert.

Die Rückkehr zur Normalität: Wann auf dem Bürgenstock wieder Touristenidylle herrscht, kann Kayser-Frutschi noch nicht sagen. «Die Informationen kommen enorm kurzfristig und es braucht kreative Lösungen – wir bitten also um Geduld.» Um Aufklärung zu schaffen, verteilt der Kanton Nidwalden Flyer an die Haushalte in der Bürgenstockregion. Laufend können Sie sich auch auf der Homepage des Kantons Nidwalden informieren.

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Rendez-vous, 18.6.2026, 12:30 Uhr ; 

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