Zum Inhalt springen

Gipfeltreffen USA-Nordkorea So reagiert die Welt

Die internationale Politik blickte gebannt nach Singapur. Die Reaktionen sind meist positiv. Ein Überblick.

EU will Verhandlungen unterstützen: Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini begrüsst das Ergebnis des Gipfels. «Den Weg der Diplomatie zu gehen, ist oft eine Herausforderung, aber es ist immer lohnend», sagte Mogherini. Ziel bleibe die völlige, überprüfbare und unumkehrbare atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel. Die gemeinsame Erklärung Trumps und Kims sei ein Signal, dass dieses Ziel erreichbar sei. Mogherini sagte die Unterstützung der EU für die nun folgenden Verhandlungen und andere Schritte zur Vertrauensbildung zu.

Federica Mogherini.
Legende: Die EU will weitere Verhandlungen zur atomaren Abrüstung unterstützen, sagte die Aussenbeauftragte Federica Mogherini. Keystone

Atombehörde will helfen: Auch die Internationale Atomenergiebehörde ist über die Einigung auf eine Entnuklearisierung erfreut. Die IAEA sei bereit, bei der Überprüfung der Fortschritte zu helfen, wenn dies gefordert werde, sagte Generaldirektor Yukiya Amano.

China hofft auf weitere Treffen: China reagiert ebenfalls positiv auf das Treffen. «Die Führer Nordkoreas und der Vereinigten Staaten haben sich erfolgreich getroffen und positive Ergebnisse erzielt», heisst es in einer Mitteilung des Pekinger Aussenministeriums. China schätze die von Trump und Kim getroffenen politischen Entscheidungen sehr und hoffe, dass es weitere Treffen zwischen den beiden geben wird. Als «wichtige Partei» sei China zudem bereit, mit allen relevanten Kräften zusammenzuarbeiten, um sich weiterhin für die Denuklearisierung der Halbinsel einzusetzen.

Russland will mit an den Tisch: Das russische Aussenministerium sieht das Gipfeltreffen als Impuls für einen möglichen Frieden auf der koreanischen Halbinsel. «Es ist zu begrüssen, dass ein wichtiger Schritt voran gemacht wurde», sagte Vizeaussenminister Sergej Rjabkow gemäss der Nachrichtenagentur Tass. Die Gespräche sollten nun im bewährten Sechser-Format fortgesetzt werden, forderte Rjabkow. Das Format mit Nord- und Südkorea, Japan, den USA, China und Russland sei wieder gefragt.

Südkorea positiv gestimmt: Südkoreas Präsident Moon Jae-in lobt den Mut und die Entschlossenheit Kims und Trumps. Man werde die dunklen Zeiten des Krieges für immer hinter sich lassen. Zu Trumps angekündigtem Stopp der Militärmanöver äussert sich Südkorea indes zurückhaltend. Man müsse ergründen, was Trumps Absichten seien. Die Streitkräfte der beiden Verbündeten trainieren bisher regelmässig gemeinsam.

Legende: Video Südkoreaner danken US-Präsidenten abspielen. Laufzeit 01:01 Minuten.
Aus SRF News vom 12.06.2018.

Zuversicht in Japan: Auch im benachbarten Japan ist das Echo auf den Gipfel positiv. Ministerpräsident Shinzo Abe misst dem Gipfel grosse Bedeutung zu und begrüsst Nordkoreas Engagement für die vollständige nukleare Abrüstung.

Iran warnt Nordkorea: Kritische Worte kommen aus dem Iran. Ein Regierungssprecher warnte Kim Jong-un davor, ein Atomabkommen mit Trump einzugehen. «Wir haben es mit einem Mann zu tun, der seine Unterschrift widerruft, sobald er im Ausland ist», sagte der Sprecher. Dies berichtete der Sender ABC unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Fars.

Skepsis in Deutschland: Für den deutschen Aussenminister Heiko Maas bietet die bisherige Politik Nordkoreas begründeten Anlass, der Vereinbarung zu misstrauen. «Wir müssen zunächst einmal abwarten, ob Nordkorea wirklich bereit ist, sich auf die Aufgabe seiner Nuklearwaffen als Teil eines substanziellen Friedensprozesses einzulassen», so Maas. «Zu oft ist die internationale Gemeinschaft in der Vergangenheit bereits durch Pjöngjang getäuscht worden.»

Zwar begrüsst Maas das Treffen und die unterzeichnete Vereinbarung als Schritt in die richtige Richtung. Allerdings müsse Kim seinen Worten nun auch Taten folgen lassen.

Heiko Maas.
Legende: Der deutsche Aussenminister Heiko Maas will die weiteren Fortschritte in den Friedensverhandlungen abwarten. Keystone

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Erst mal abwarten. Vielleicht twittert DT demnächst das Gegenteil seiner heutigen Aussagen. Und ob der Entscheid von Kim auch seinen Untertanen etwas bringt, sei dahingestellt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Auch wenn D. Trump es erreichen würde, dass weltweit alle Nuklearwaffen vernichtet werden, hätten die europäische Medien etwas auszusetzen. Die Vereinbarung sei das Papier nicht wert, es wäre zu wenig Konkretes vereinbart worden, man solle den nächsten Tweet erst abwarten usw. Soll D. Trump Kim Jong-un beim ersten Treffen vielleicht beschimpfen? Man spürt, dass die europäischen Medien noch nicht über den Wahlsieg D. Trumps hinweg sind. Allein deshalb eine zweite Amtszeit für D. Trump.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Ich glaube, nicht nur KIM muss seine Worte in die Tag umsetzen sondern vor allem TRUMP !! Bei ihm weiss man, dass er alles Gesagte wieder auf den Kopf stellt. Ansonsten finde ich das Treffen KIM und Trump als ein sehr positiver Ansatz für den Weltfrieden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen