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#GoogleWalkout Google-Mitarbeiter protestieren gegen Sexismus

Legende: Video Weltweite Protestaktionen abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 01.11.2018.
  • Tausende Google-Mitarbeiter haben aus Protest gegen Missstände wie Sexismus, Rassismus und Machtmissbrauch durch Führungskräfte zeitweise die Arbeit niedergelegt.
  • Man wolle «für einen echten Wandel» protestieren, verkündeten die Organisatoren der Aktion.
  • Die Protestwelle schwappte rund um den Globus – von Asien über Europa bis Nordamerika.
Menschen vor Gebäude
Legende: Auch in Zürich verliessen zahlreiche Mitarbeiter vorübergehend ihre Arbeitsplätze. Keystone

Unter dem Hashtag #GoogleWalkout verabredeten sich die Mitarbeiter, jeweils um 11.10 Uhr Ortszeit ihre Büros zu verlassen. Bei vielen Angestellten hat sich Frust aufgestaut, nach den jüngsten Medienberichten über Vorwürfe sexueller Belästigung und den zweifelhaften Umgang ihres Unternehmens damit.

«Es gibt Tausende von uns, auf jeder Ebene der Firma – und wir haben genug», heisst es in einem offenen Brief der Initiative. Auf Transparenten machten die Protestierenden ihrem Ärger Luft: «Ich arbeite jeden Tag hart, damit sich mein Unternehmen leisten kann, einem Manager 90 Millionen Dollar zu zahlen, der meine Kolleginnen sexuell belästigt».

Millionenabfindung trotz Vorwürfen

In der Tech-Community rumort es schon lange. Diskriminierung und Sexismus sind im von weissen Männern dominierten Silicon Valley mit seiner Macho-Kultur nichts Neues.

Doch speziell Google ist nach einem Bericht der «New York Times» erschüttert. Die Zeitung schrieb vergangene Woche, der Konzern habe Andy Rubin – den Kopf hinter dem Android-Betriebssystem – bei seinem Abgang 2014 trotz schwerwiegender Vorwürfe sexueller Nötigung mit lobenden Worten und einer rund 90 Millionen Dollar schweren Abfindung verabschiedet.

Rubin bestritt die Vorwürfe und führte ihr Auftauchen auf eine angebliche Hetzkampagne seiner Ex-Frau zurück. Zudem soll auch noch über zwei weitere Führungskräfte schützend die Hand gehalten worden sein, schrieb die Zeitung.

Google-Chef beschwichtigt

Solche Berichte sind es, die die Belegschaft auf die Strasse treiben, da bringen auch die Beschwichtigungen von Google-Chef Sundar Pichai wenig. Der Top-Manager hatte rasch Stellung bezogen und versichert, das Unternehmen fahre einen harten Kurs bei Fehlverhalten und habe alleine in den vergangenen zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen Anschuldigungen sexueller Belästigung gefeuert.

Bei der Kundgebung vor der New Yorker Google-Zentrale halten Mitarbeiter Schilder hoch mit Slogans wie «Arbeiterrechte sind auch Frauenrechte», immer wieder taucht das alte Firmenmotto auf: «Don't be evil» – tu nichts Böses.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    «Don't be evil» – tu nichts Böses. völlig richtig. Und wenn doch, gibt es ja ordentliche Gerichte, die jeden Einzelfall beurteilen können. Netz-Tribunale indessen sind aber grundsätzlich keine akzeptablen Einrichtungen, die gar auch noch "selbst-gerechte Weltanschauungen" beurteilen und gar verurteilen dürfen und letztlich auch noch zu einem Pogrom ausarten können. Vorsicht also, was man da wirklich tut...!
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Verstehe nicht, das man die Missstände nicht schon lange GOOGELN konnte ... demnach alles sehr unglaubwürdig::!!
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Vorsicht bei solchen "Massenveranstaltungen", deren wirkliche Hintergründe man von aussen gar nicht so recht einschätzen kann. Es kommt mir so vor wie eine "MeToo"-Bewegung. - Letztlich kann es auch da doch nur eine ordentlich Abhandlung vor einem Gericht sein, niemals ein Tribunal-Hype im Netz. - Mit solchen Aktionen verlässt man sehr schnell den rechts-staatlichen Weg in Richtung Hetze, Diffamierung, Mobbing usw. Das kann's ja auch da nicht sein.
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