- Mehrere Tausend Menschen haben sich am Brennerpass in Österreich zu einer Demonstration gegen die hohe Verkehrsbelastung an der wichtigen Transitstrecke versammelt.
- Der Brennerpass ist wegen der Demonstration für den Verkehr mehrere Stunden gesperrt.
- Das gilt für die Brenner-Autobahn und alle Nebenstrecken.
Teilnehmende der Demonstration in Matrei am Brenner brachten Schilder mit Slogans wie «Genug ist genug!» und «Ruhe im Tal!» mit. «Das geht heute in die Geschichte Tirols ein», sagte Protest-Initiator Karl Mühlsteiger zur Zahl der Demonstrierenden.
Auf manchen Schildern war auch Kritik an der verzögerten Planung der Bahn-Zulaufstrecke in Bayern zu sehen, die nach der Fertigstellung des Brennerbasistunnels für eine Entlastung der Autobahn sorgen soll.
Stundenlange Strassensperre in beide Richtungen
Um ein Verkehrschaos auf der vielbefahrenen Alpenstrecke zu verhindern, haben Behörden dazu aufgerufen, das österreichische Bundesland Tirol an diesem Tag grossräumig zu umfahren. Auf der österreichischen Seite des Brennerpasses ist seit 11 Uhr bis 19 Uhr für Autos und Motorräder kein Durchkommen.
Auf italienischer Seite gilt die Sperre seit 10:30 Uhr bis 20:00 Uhr. Lastwagen können bereits einige Stunden zuvor nicht mehr über den Alpenpass. In der betroffenen Region sind in dieser Zeit Fahrten nur für den Ziel- und Quellverkehr erlaubt.
Die Demonstration am Brenner richtet sich gegen die starke Verkehrsbelastung. Seit 2010 hat der Lkw-Verkehr auf dieser Route um rund 40 Prozent zugenommen. Politiker in Bayern, dem italienischen Südtirol und in der österreichischen Hauptstadt Wien haben die Aktion kritisiert.
Am Vortag der Sperre blieb ein befürchtetes Verkehrschaos in Österreich und Italien bis zum Abend aus. In Bayern bildete sich am Freitagmittag Richtung Süden ein Stau von rund 13 Kilometern Länge vor dem Grenzübergang Kiefersfelden.
Entspannte Stimmung am Alpenpass
Zsuzsanna Kornyik strahlt übers ganze Gesicht. Selten hat ihr die Arbeit so Spass gemacht. «Es ist sehr angenehm. Sonst muss ich oft lange warten, bis ich die Gäste auf der anderen Strassenseite bedienen kann», sagt die 48-Jährige gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Seit 20 Jahren betreibt sie auf der Passhöhe ein Café. Normalerweise rauscht Auto an Auto an ihrem Lokal am Brenner vorbei.
In der kleinen Gemeinde, die oft wegen ihres Einkaufszentrums angesteuert wird, gibt es viele freie Parkplätze. Und im Café sitzen fast ausschliesslich Radfahrer, die den 1370 Meter hohen Pass bewältigt haben und sich beim Cappuccino entspannen.