Griechenlands Streit um TV-Sender ist nicht vom Tisch

Nach dem Streit um die Schliessung des staatlichen Radio und Fernsehens in Griechenland ist die Regierungskrise vorerst abgewendet. Fast dreieinhalb Stunden diskutierten die Koalitionspartner. Sie entschieden: Es wird einen Neustart für die Sender geben. Noch ist aber nichts passiert.

Eine ERT-Angestellte weint im Regie-Raum. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Zukunft der ERT-Angestellten ist weiter ungewiss. Noch immer gehen keine normalen Programme auf Sendung. Reuters

Die Regierungskrise in Griechenland scheint gebannt zu sein. Im Streit um die Schliessung des staatlichen Radio und Fernsehens stand die Koalition auf der Kippe. Nun ist entschieden: Es wird einen Neustart für die Sender geben.

Hauptstreitpunkt war der Alleingang von Premier Antonis Samaras. Er hatte entschiedenen: Stecker ziehen. Vom Tisch ist der Streit aber nicht. Am Mittwoch wollen die Koalitionspartner erneut versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden. Samaras stellte vorsorglich in Aussicht, seinen Regierungsstil zu ändern und die Koalitionsparteien künftig stärker in Entscheide einzubeziehen.

Angestellte setzen den Kampf fort

Derweil senden die ERT-Mitarbeiter weiterhin ein Protestprogramm im Internet. Sie wollen dies solange tun, bis es offiziell wieder «On Air» heisst. Konkret: Bis die Regierung das normale Programm wieder erlaubt.

Auch die beiden Koalitionspartner – die Sozialisten und die Demokratische Linke – fordern die sofortige Wiedereröffnung der Sender.

Athen hatte sich gegenüber den Geldgebern verpflichtet, bis Ende Juni 2000 Staatsbedienstete zu entlassen. Mit der Schliessung der ERT übertraf Samaras' Regierung die nötige Zahl bei weitem. Bei dem Unternehmen arbeiteten fast 2700 Menschen.