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Handelsstreit an G20-Treffen Frankreich feuert Breitseite auf USA ab

  • Am Treffen der G20-Finanzminister fordert der französische Wirtschaftsminister Le Maire ein wirtschaftliches Entgegenkommen der USA und droht – bei einer Weigerung Washingtons – mit Konsequenzen.
  • US-Finanzminister Mnuchin signalisiert Bereitschaft zu Gesprächen mit Europa, erhöht im Handelsstreit damit aber offenbar auch den Druck auf China.
  • IWF-Chefin Lagarde warnt vor einem weltweiten Schaden, sollte der Handelsstreit der USA mit Europa oder auch China eskalieren.
Le Maire neben Lagarde
Legende: Frankreichs Wirtschaftsminister Le Maire nimmt eine harte Haltung gegenüber der USA ein. Reuters

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die G20-Staaten vor einer Ausuferung des Handelsstreits zwischen den USA und Europa einerseits und China andererseits gewarnt.

Im schlimmsten Falle könnte das weltweite Wirtschaftswachstum um einen halben Prozentpunkt niedriger ausfallen, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Samstag beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Buenos Aires.

Den Europäern Freund, China ein Feind?

US-Finanzminister Steven Mnuchin bot den Europäern erneut Gespräche über ein Handelsabkommen ohne Zölle an. Konkret bekräftigte er den Vorschlag von US-Präsident Trump, in der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7), die Barrieren im Handel untereinander fallenzulassen.

Mit dem Angebot an die Europäer und Japan versuchte er offenbar auch, den Druck im eben erst verschärften Handelsstreit mit China zu erhöhen.

Le Maire bremst Mnuchins Annäherungsversuche aus

Mnuchins Vorschlag trat aber dessen französischer Kollege Bruno Le Maire entgegen. Solange die USA die Zölle auf Stahl und Aluminium nicht wieder senken würden, werde die EU mit den USA nicht über ein neues Handelsabkommen verhandeln.

Ein Handelskrieg hat begonnen.
Autor: Bruno Le MaireFranzösischer Wirtschafts- und Finanzminister

In diesem Punkt seien sich Frankreich und Deutschland einig. Die USA müssten wieder zur Vernunft kommen, und sie müssten die weltweit anerkannten Regeln respektieren.

China muss mit horrenden Zöllen rechnen

Trump hat den wirtschaftlichen Streit mit den europäischen Partnern entfacht, indem er Einfuhrzölle von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium verhängte. Die Europäische Union hat darauf mit ähnlichen Zöllen etwa auf Harley-Davidson-Motorräder und Bourbon-Whiskey reagiert. Trump
hat daraufhin mit Zöllen auf Auto-Importe zurückgeschlagen.

Der Handelskonflikt tobt aber vor allem zwischen den USA und China. Die Regierung in Washington hat etwa Produkte aus der Volksrepublik im Volumen von 34 Milliarden Dollar mit zusätzlichen Zöllen belegt. China hat Gegenmassnahmen im gleichen Umfang erlassen. Am Freitag hat Trump gar mit Zöllen auf chinesischen Einfuhren im Wert von 500 Milliarden Dollar gedroht.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich Müller (Heinrich)
    "Im schlimmsten Falle könnte das weltweite Wirtschaftswachstum um einen halben Prozentpunkt niedriger ausfallen, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde". Ist das wrirklich so schlimm? Bedrohlich für die Weltwirtschaft ist nicht der Handel, der optimiert werden muss, sondern das ungebremste Wachstum des Staatsapparates und der Bürokratie, das sich wie eine Bakterienkultur dank der Petrischalen der supranationale Organisationen ausbreiten und die Freiheit von Firmen und Privatpersonen einschränken
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  • Kommentar von roger tiefenthaler (rotsch)
    Trump, der Hampelmann der Russischen Oligarchen... traut dem nicht über den Weg. Genau so dem Putin dem Menschenverachter.
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Ist der amerikanische Präsident überhaupt befugt, Drohungen gegen die ganze Welt auszusprechen?
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