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Hantavirus-Ausbruch Zwei weitere Passagiere positiv ++ «Hondius» fast ganz evakuiert

Die Menschen aus insgesamt 19 Ländern haben Teneriffa in acht Sondermaschinen verlassen – der Überblick.

Ausschiffung fast vollendet: Die Ausschiffung und anschliessende Heimreise der Passagiere und Besatzungsmitglieder des von Infektionen mit dem Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes «Hondius» auf Teneriffa steht vor dem Abschluss. Voraussichtlich im Laufe des Nachmittags sollten acht Menschen nach Australien und Angehörige mehrerer Nationen in die Niederlande geflogen werden, teilten die spanischen Behörden mit. Um Bürger welcher Länder es sich handelte, war zunächst nicht genau bekannt. Eine Restbesatzung von rund 30 Seeleuten solle für die Weiterfahrt nach Rotterdam an Bord bleiben. Am Vortag waren insgesamt 94 Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 19 Nationen von der Ferieninsel im Atlantik in Richtung ihrer Heimatländer geflogen worden. Die spanische Regierung wertete die unter strengen Sicherheitsvorkehrungen abgelaufene Evakuierung der Menschen als grossen Erfolg. Allerdings sei einer der beteiligten Polizisten durch einen Herzinfarkt gestorben.

Kapitän meldet sich mit Videobotschaft

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Der Kapitän des vom Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes «Hondius», Jan Dobrogowski, hat sich erstmals in einer Videobotschaft zu der Krise geäussert. Er bedankte sich bei seiner Besatzung und den Passagieren für «Geduld, Disziplin und Freundlichkeit». «Diese vergangenen Wochen waren extrem anstrengend», sagte der aus Polen stammende Kapitän. Die Menschen hätten aber unter diesen schwierigsten Umständen «Fürsorge, Zusammenhalt und Kraft» gezeigt. Er habe gesehen, dass «Menschen einander vertrauen können, auch wenn nicht sofort Hilfe bereitsteht». Allen Menschen an Bord wünschte der Kapitän eine sichere Heimreise.

Bestätigte Hantavirus-Fälle: Einer der fünf evakuierten französischen Passagiere wurde positiv auf das Hantavirus getestet, wie die französischen Behörden heute Morgen bekannt gaben. Zuvor informierten bereits die US-Behörden, dass einer der 17 evakuierten amerikanischen Passagiere positiv getestet wurde, jedoch keine Symptome zeige. Bis Sonntag zählte die WHO sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei Personen sind gestorben. Bei den Verstorbenen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder seien nach weiterhin geltenden Informationen ohne Krankheitssymptome, sagte Ministerin García.

Chef des Robert Koch-Instituts: «Nicht vergleichbar mit Covid»

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Trotz des Hantavirus-Ausbruchs auf einem Kreuzfahrtschiff sieht der Chef des deutschen Robert Koch-Instituts keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Virus könne Menschen sehr krank machen, sagte Lars Schaade im ZDF. Aber es sei kein Virus, das sich verbreitet und es bestehe keine Pandemiegefahr. Mit Blick auf den Vergleich mit dem Coronavirus sagte Schaade: «Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar.» Man kenne das Virus schon sehr lange und könne es deshalb sehr gut einschätzen.

Diese Einschätzung zur Gefährdung teilt auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC: Selbst wenn es zu einer Übertragung des Virus durch Passagiere käme, die vom Schiff evakuiert wurden, sei das Virus nicht leicht weiter übertragbar, «sodass es unwahrscheinlich ist, dass es zu vielen Infektionsfällen oder einem grossflächigen Ausbruch in der Bevölkerung käme». Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in der EU durch eine Ausbreitung des Andesvirus infolge des Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff sei «sehr gering».

Epidemiologische Untersuchung: Kurz nach der Ankunft am Hafen hatten sich Ärzte an Bord der «Hondius» begeben. Erst nach der Feststellung, dass keine akuten Krankheitssymptome vorliegen, wurde die schrittweise Evakuierung eingeleitet.

Besorgte Bevölkerung auf Teneriffa

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Auf der Insel waren in den vergangenen Tagen erhebliche Bedenken gegen die Ankunft des Schiffes laut geworden. Viele Menschen fühlten sich an die Corona-Pandemie erinnert. Er werde erst beruhigt sein, wenn alle Schiffspassagiere die Insel verlassen hätten und die «Hondius» ihre Fahrt in die Niederlande fortgesetzt habe, sagte der Regierungschef der Kanaren, Fernando Clavijo.

Der WHO-Direktor beschwichtigte jedoch, dass es sich bei dem aufgetretenen Hantavirus nicht um ein mit Corona vergleichbares Virus handelt. «Das ist nicht ein neues Covid.» Und: «Sie werden keinen Kontakt zu ihnen haben – ebenso wenig wie Ihre Familien», versicherte Tedros Adhanom Ghebreyesus der Bevölkerung Teneriffas im Vorfeld.

Schweizer Crewmitglied in Quarantäne: Ein Schweizer Crewmitglied ist bei der Evakuierung in Quarantäne gebracht worden. Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zufolge sind derzeit keine weiteren Schweizer bekannt, die sich an Bord des Schiffs befanden. Die Quarantäne dürfte sechs Wochen dauern, teilte das BAG am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Der Betroffene sei trotz der Situation guter Dinge und zeige keine Symptome. Gemäss der Agentur Reuters befindet sich das Schweizer Crewmitglied in der Niederlande in Quarantäne.

London lässt Helfer mit Fallschirm abspringen

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Karte mit Tristan da Cunha im Südatlantik markiert.
Legende: Die Insel Tristan da Cunha gilt als einer der entlegensten Orte der Welt. Weil ein Passagier der Hondius dort Symptome zeigt, schickte London nun Fallschirmspringer und medizinisches Material. SRF/Datawrapper

Wegen eines Hantavirus-Verdachtsfalls hat die britische Regierung Helfer, die per Fallschirm von einem Flugzeug absprangen, auf eine Insel im Südatlantik gebracht. Zudem wurde medizinisches Material abgeworfen. Die Insel Tristan da Cunha ist das entlegenste britische Überseegebiet und kann gewöhnlich nur per Schiff erreicht werden. Sie hat nur 221 Einwohner.

Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA hatte zuvor einen Verdachtsfall auf Tristan da Cunha gemeldet. Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich um einen Passagier der Hondius, der auf der Insel lebt und dort von Bord gegangen sein soll.

Die Gruppe bestehe aus sechs Fallschirmjägern und zwei Militärmedizinern, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

Schiff soll in den Niederlanden desinfiziert werden: Wenn die Ausschiffung abgeschlossen ist, soll die Hondius mit einer Restbesatzung ihre Fahrt in die Niederlande fortsetzen. Die Leiche einer an Bord während der Kreuzfahrt gestorbenen Person werde nicht auf Teneriffa an Land gebracht, erklärte García. Die Desinfektion des Schiffes erfolge erst dort.

Hondius liegt in einem Hafen im Süden Teneriffas vor Anker

Leute in Schutzkleidung steigen auf ein Boot im Hafen.
Legende: Auf dem Kreuzfahrtschiff sind Reisegäste und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern. AP Photo

Übertragung auch von Mensch zu Mensch möglich: Hantaviren werden üblicherweise durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen. Bei dem aktuellen Ausbruch geht es um den sogenannten Andes-Typ, bei dem eine Übertragung von Mensch zu Mensch bereits in der Vergangenheit in Einzelfällen dokumentiert wurde.

Tagesschau, 10.5.2026, 19:30 Uhr ; 

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