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Unglück von Surfside hat Folgen für viele Wohnungsbesitzer
Aus HeuteMorgen vom 26.07.2021.
abspielen. Laufzeit 02:28 Minuten.
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Hauseinsturz in Florida Unglück von Surfside schreckt Behörden und Versicherungen auf

Bewohnerinnen und Bewohner älterer Liegenschaften in Miami sind teils mit massiven Sanierungsforderungen konfrontiert.

Bereits wenige Tage nach dem tragischen Unglück in Surfside schritt die zuständige Bürgermeisterin Daniella Levine Cava zur Tat. Sämtliche mehrstöckigen Gebäude im Grossraum Miami, die 40 Jahre oder älter seien, müssten umgehend überprüft werden, sagte sie.   

Die ausserordentlichen Inspektionen förderten zwei grundlegende Probleme zutage: Eigentümergemeinschaften, die notwendige Reparaturen jahrelang hinauszögerten, um Kosten zu sparen, und Baubehörden, die wegschauten und untätig blieben.

Mehrere Gebäude zwangsevakuiert

Ein Gebäudekomplex in Miami Beach mit 155 Wohnungen und drei weitere Häuser wurden darauf von den Behörden wegen gravierender Sicherheitsmängel zwangsevakuiert. Bei anderen älteren Gebäuden wurden eiligst lange hinausgezögerte Reparaturen in Angriff genommen.

In einem Hochhaus in Downtown Miami beispielsweise erfuhren die Wohnungseigentümer an einer virtuellen Versammlung, dass sofort sämtliche Balkone saniert werden müssen, weil bereits Betonteile heruntergefallen waren. Kostenpunkt: umgerechnet sechs Millionen Franken beziehungsweise 30‘000 Franken  pro Wohnung. «Die Balkonsanierung ist unumgänglich, sonst wird die obligatorische Betriebsbewilligung nicht erneuert», stellte Bürgermeisterin Levine Cava fest.

Legende: Beim Teileinsturz der zwölfstöckigen Wohnkomplexes Champlain Towers South am 24. Juni 2021 sind mindestens 97 Menschen ums Leben gekommen. Eine 54 Jahre alte Frau wird noch vermisst. Der einsturzgefährdete Rest des Gebäudes wurde später gesprengt. Reuters

Klare Ansage von Versicherungen

Neben den Baubehörden reagierten aber auch die Gebäudeversicherungen auf das Unglück von Surfside. Jüngst hätten die Verwaltungen von älteren Gebäuden unangenehme Post erhalten, berichtet ein unabhängiger Versicherungsagent: «Verschiedene Gebäudeversicherungen haben bereits angedroht, dass der Versicherungsschutz ohne gültige Betriebsbewilligung nach 45 Tagen erlöscht.»

Dass Behörden und Versicherungen nun genauer hinschauen, kommt viele Besitzerinnen und Besitzer von älteren Wohnungen bald teuer zu stehen, weil hohe Mehrkosten anfallen. Folge: Bereits ist die Nachfrage nach Eigentumswohnungen älteren Datums in den letzten Tagen zurückgegangen.

HeuteMorgen, 26.07.2021, 06:00 Uhr

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Das wundert eigentlich kein Mensch mehr, denn die USA als gelobtes Land, hat unglaublich viele Probleme zu lösen. In vielen Staaten ist die Infrastruktur total veraltet und marode. Es wird gespart, leider meistens am falschen Ort. Die USA kommen immer mehr ins Hintertreffen, weil die beiden Parteien selten einig sind.
    1. Antwort von Urs Müller  (Jackobli)
      Nur geht es hier nicht um die staatliche Infrastruktur, sondern privates Eigentum.
      Und sie würden nicht glauben, wie häufig das auch hierzulanden in Argen liegt.
      Nur schauen bei uns die Baubehörden wohl meist genauer hin.
  • Kommentar von Peter Weierstrass  (PWeierstrass)
    Ich empfehle sehr die Reihe von Videos von "Building Integrity", wo ein Bauningenieur auch für Laien sehr verständlich erklärt, welche Schäden bei diesem Gebäude bestanden, und wie sie zum Unglück geführt hatten.
  • Kommentar von Klaus Waldeck  (Oldie)
    Die Behörden erteilen die Nutzungs-Genehmigungen und machen Kontrollen um die Genehmigungen zu verlängern. Wenn die Eigentümer Aufforderungen zu Sanierungen nicht nachkommen liegt die Verantwortung sicher beim Eigentümer.
    Uebrigens , wie sieht es bei uns in der Schweiz mit gesetzlich vorgeschriebenen weiteren
    Struktur-Kontrollen für ältere Wohnbauten aus ? Auch hier müssen erst Risse auftreten und Teile herunterfallen bevor "irgendjemand" etwas unternimmt.