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Historischer Besuch Grosser Andrang auf Papst-Messe in Abu Dhabi

Legende: Video Papst-Messe in Abu Dhabi abspielen. Laufzeit 00:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.02.2019.
  • Papst Franziskus hat in Abu Dhabi mit bis zu 170'000 Gläubigen eine Messe gefeiert.
  • Es war die grösste christliche Messe, die jemals auf der Arabischen Halbinsel gefeiert wurde.
  • Der Besuch des Papstes in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist historisch. Noch nie zuvor reiste ein Katholiken-Oberhaupt in die Region, die als Wiege des Islam gilt.

Katholiken aus der ganzen Region kamen im Stadion der Said-Sports-City in Abu Dhabi zusammen. Die Menge jubelte dem Pontifex zu, als er mit dem Papamobil durch die Menge fuhr. Nach unterschiedlichen Angaben verfolgten zwischen 120'000 und 170'000 Menschen in dem Stadium und ausserhalb die Feier.

Eine Million Katholiken

Rund 80 Prozent der Bevölkerung der Emirate sind Gastarbeiter. Die meisten der rund einer Million Katholiken kommen aus Asien, beispielsweise aus Indien oder von den Philippinen. Sie kamen in über 2000 Bussen aus dem gesamten Land nach Abu Dhabi.

Die katholische Gemeinschaft in den Arabischen Emiraten ist aussergewöhnlich für die Region. Sie ist gross, divers und wächst, während in anderen Teilen des Nahen und Mittleren Ostens christliche Minderheiten vor dem Islamischen Staat und anderen Gruppen flüchten.

Es ist für euch gewiss nicht einfach, weit weg von Zuhause zu leben. Doch der Herr lässt seine Menschen nicht im Stich.
Autor: Papst Franziskus

Im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten wie dem ultrakonservativen Saudi-Arabien gibt es in den Emiraten christliche Kirchen. Öffentliche Messen sind allerdings verpönt. Dass der Papst eine Messe unter freiem Himmel feiern durfte, gilt als Ausnahme.

Aufmunternde Worte

«Für euch ist es gewiss nicht einfach, weit weg von zu Hause zu leben und vielleicht über das Fehlen der Zuneigung eurer Liebsten die Ungewissheit der Zukunft zu verspüren», sagte der Papst in seiner Predigt, «doch der Herr ist treu und lässt seine Menschen nicht im Stich».

Weiter predigte der Papst Demut. Jesus habe die Menschen nicht gebeten, «mit übertriebenen Gesten Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen». Dafür bete er jeden einzelnen Menschen um genau ein einziges Kunstwerk: «Unser eigenes Leben.»

Interreligiöser Dialog

Die Reise des Papstes nach Abu Dhabi war vor allem dem interreligiösen Dialog gewidmet. Am Vortag hatten der Papst und der Grossscheich der islamischen Al-Azhar-Universität von Kairo, Scheich Ahmed al-Tajib, ein gemeinsames Dokument unterzeichnet, das den Kampf beider Religionen gegen Extremismus und Terror festschreibt.

Franziskus hatte dazu aufgerufen, dass sich alle Religionsvertreter mehr gegen Krieg und Ungerechtigkeit stark machen müssen. Nach der Messe reist der Papst wieder zurück nach Rom.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Prunkvoll leben - reisen - Scheinheiligkeit predigen vor den "Armen" der Welt!
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Wie leben Sie? Im Sinne von Marx Lenin?
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  • Kommentar von Toni Koller (Tonik)
    Man stelle sich vor, der Grossmufti von Abu Dhabi käme nach Europa und würde hier vor 120‘000 Muslimen einen islamischen Gottesdienst feiern. Da würden unsere Islam-Skeptiker laut aufschreien und „Islamisierung und Untergang des Abendlands“ behaupten ..,
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  • Kommentar von Albrecht Lauener («LebendigeEthik»)
    Es ist zu hoffen, dass der Papst seine Reise selbst finanziert...!?! In der Tat ist dieses Papst-Reisefieber eine lächerliche Phrase und nur ein Geld-Fresser...! Alle Stunde sterben einige Kinder des Hungertodes...; was tut das Papsttum dafür, außer großen Reden schwingen...?!? Soll doch die Kirche der Armen IHR Hab und Gut veräußern und der notleidenden Menschheit helfen, ohne christlichen-missionarischen Eifer, denn dieser Debakel hat schon genug Leid ausgelöst............
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    1. Antwort von David Arnold (darnold)
      wäre es nicht schön, wenn alles so einfach wär: die Kirche gibt ihr vermögen den hungernden, löst sich dabei auf und die armen können sich was zu essen kaufen, extremismus gibts keinen mehr, problem solved... in etwa so?
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    2. Antwort von Albrecht Lauener («LebendigeEthik»)
      Ja David Arnold (darnold); es gibt noch intelligentere Lösungen als die, welche Sie aufgezeigt haben, die sich nicht nicht mit meiner Botschaft deckt... Wenn wir Menschen weniger Egoismus und Einbildung hätten, können sehr viel Probleme gelöst werden! Das Miteinander-Teilen - anstatt Immigration-Politik - und dafür besorgt sein, dass die Menschen in IHREN Ländern und Heimat richtig leben könnten wäre ein Ansatz... anstatt Reisen und Predigten auf "Kosten der Ärmsten" in der Welt...
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    3. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      ziemlich naiv und kurzsichtig Herr Lauener und wohl einer tüchtigen Portion Abneigung gegen die Kirche geschuldet. Die katholische Kirche könnte alles veräussern, es würden dadurch unter Garantie immer noch Menschen an Hunger sterben.
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    4. Antwort von Enrico Dandolo (Doge)
      Ich bin zwar nicht religiös und dazu konfessionslos, aber Ihr Kommentar ist fast schon beleidigend für die 120- 170'000 Leute, die diesen Gottesdienst besucht haben. Für diese war es offenbar wichtig und willkommen und das sollte man respektieren.
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    5. Antwort von Albrecht Lauener («LebendigeEthik»)
      Herr Werner Christmann (chrischi1), wo steht denn Ihre Aussage, dass es - nach der Hilfe der katholischen Kirche - keine Menschen mehr an Hunger sterben...?!? Ein Aussage, die auf Ihrer Hypothese fußt, aufgrund meines Denkanstoßes... Zweifellos nur wenn "WIR ALLE" ans Teilen gehen (nicht nur daran denken; sondern handeln), kann sich der weltweite Hungertod der Kinder verringern... Oft ist gut, die eigene Naivität zu erkennen und das Bild nicht anderen zuzuschieben...
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