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Waldbrände breiten sich auf Sizilien aus
Aus News-Clip vom 01.08.2021.
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Hitze und Unwetter EU schickt Hilfe in die Türkei

  • In der Türkei, in Griechenland und auf Sizilien kämpfen weiterhin hunderte Feuerwehrleute gegen verheerende Waldbrände.
  • Die Türkei erhält Hilfe aus Brüssel: Die EU schickt drei Löschflugzeuge hin.
  • Die Situation dürfte sich nicht so rasch entspannen: Eine Hitzewelle hat Südosteuropa weiterhin im Griff.
  • Die EU unterstützt die Türkei im Kampf gegen die seit Tagen wütenden Waldbrände. Es würden zwei Löschflugzeuge aus Spanien und eines aus Kroatien zur Verfügung gestellt, hiess es aus Brüssel.

    Auch aus Russland, aus der Ukraine, aus Iran und aus Aserbaidschan sind Einsatzkräfte in die Türkei entsandt worden. Immerhin: Inzwischen seien die meisten der mehr als 100 Brände unter Kontrolle, melden die türkischen Behörden. Bislang starben in der Türkei mindestens zehn Menschen in den Flammen, Dutzende wurden verletzt.

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Brände wüten in der Türkei
Aus News-Clip vom 01.08.2021.
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In der Nacht auf Sonntag waren in der Ferienregion Bodrum mehrere Dörfer evakuiert worden, die Menschen wurden unter anderem mit Booten über das Meer in Sicherheit gebracht. Darunter waren auch rund 100 russische Touristen. Und in der Provinz Antalya wurde am Sonntag ein weiteres Dorf evakuiert, wie der Sender NTV berichtete.

Grossbrand auf Rhodos

Auch Griechenland kämpft mit zahlreichen Grossfeuern. Unter anderem ist auf der Insel Rhodos ein am Sonntag ausgebrochener Grossbrand ausser Kontrolle geraten, wie die Feuerwehr mitteilte. Bislang seien aber keine Hotelanlagen bedroht.

Legende: Auch bei Patras auf dem Peloponnes wüten Feuer. Reuters

Der Zivildienst ordnete jedoch die Evakuierung von drei Dörfern im Westen der Inselhauptstadt an. In weiten Teilen von Rhodos war am Sonntagabend der Strom vorübergehend ausgefallen. Mit dem ersten Tageslicht wurden am Montag Löschflugzeuge und Hubschrauber eingesetzt, um die Flammen einzudämmen, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Hitzewelle bis 44 Grad

Derweil dauert die Gluthitze in Griechenland unvermindert an. Meteorologen erwarten für die ganze Woche Temperaturen um 44 Grad Celsius. Und manche Experten befürchten, die Hitzewelle könnte zwei Wochen andauern. Das Energieministerium rief alle Bürger auf, die Klimaanlagen nicht voll aufzudrehen. Man befürchtet sonst Probleme mit der landesweiten Stromversorgung.

Zehn Grad wärmer als sonst

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«Waldbrände in der Mittelmeer-Region sind nichts Aussergewöhnliches», sagt der Waldökologe und ETH-Professor Harald Bugmann. Diesen Sommer sei aber etwas anders als sonst: «Über dem östlichen Mittelmeerraum sitzt eine Hitzeglocke – und der Wüstenwind Scirocco bläst extrem heisse Luft aus Afrika direkt ins Mittelmeergebiet.» Derzeit sei es dort bis zu zehn Grad wärmer als in einem normalen Sommer. «Diese Hitze ist das Problem im Zusammenhang mit den Waldbränden», so Bugmann.

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Extreme Hitzewelle befördert die Feuer
02:27 min, aus HeuteMorgen vom 02.08.2021.
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Feuer rund um Catania

Auf Sizilien kämpften am Sonntag mehr als 800 Feuerwehrleute weiter gegen die verheerenden Waldbrände. Dort brennt es besonders um die Grossstadt Catania – auch Ferienanlagen waren betroffen. Bürgermeister Salvatore Pogliese schrieb von «komplett zerstörten» Bereichen im Süden der Stadt.

Legende: Bei Catania auf Sizilien wurden unter anderem auch Strandanlagen zerstört. Keystone

Am Samstag brach zudem der Vulkan Ätna aus, an dessen Fuss die Stadt liegt. Die Eruption begann am Abend und zog sich bis in die Nacht zu Sonntag. Löschflugzeuge flogen Einsätze aber nicht nur in Sizilien, sondern auch in Kalabrien und der Adria-Region Apulien, wo ebenfalls Brände ausgebrochen waren.

Überflutungen im Alpenraum

Ganz anders war die Lage im Alpenraum: Im Norden Italiens sorgten am Sonntag heftige Regenfälle etwa in Südtirol für Überschwemmungen und umgestürzte Bäume. Die Zivilschutzbehörde Italiens hatte zuvor eine Unwetterwarnung verschickt. Besonders gefährdet waren demnach auch die Voralpenregionen im Norden der Lombardei und um den Comer See.

In der österreichischen Steiermark wurden nach Murenabgängen Strassen gesperrt, wie die Behörden mitteilten. Und in Niederösterreich führten Regen, Hagel und orkanartige Windböen zu Überflutungen.

In Kärnten wurden am Samstagabend ein 47-jähriger Belgier und seine 16-jährige Tochter in einer Schlucht von schnell ansteigenden Wassermassen überrascht. Nach einem Notruf fand die Bergrettung die Urlauber gegen Mitternacht stark unterkühlt und völlig durchnässt.

SRF 4 News, 02.08.2021, 06:00 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Zum einen beschert uns der Klimawandel überall Waldbrände infolge Hitze. Schlimmer noch ist Zerstörung des Regenwaldes. Sie zerstören ein einzigartiges Ökosystem. Einzigartige Fauna und Tierwelt wird für immer zerstört. Jedes Jahr wird die Zerstörung für Holz, Soja und Viehhaltung grösser. Die Zunahme der Brände und der Entwaldung sind direkte Folgen der Politik Bolsonaros. Geldgier! Kippt der Amazonas, entsteht eine Kettenreaktion. Der Westen ist mitschuldig am Soja- u. Fleischimport.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Erdogan sollte für die Zukunft mehr Löschflugzeuge anschaffen. Für seinen pompösen Palast und seine Verwandtschaft hat er genügend Geld. Die historische Stadt Hansankeyf ging in den Fluten des Tigris unter. Menschen vertrieben. Und mit ihr Kulturschätze aus der mehr als zehntausendjährigen Geschichte der Stadt. Hat weitere Pläne für andere Megabauten, aber wer bezahlt und wird darunter leiden? Er soll besser Geld in den Klimaschutz investieren,
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Der Einfluss von natürlichen Phänomenen wie etwa El Niño, spielt bei den weltweiten Unwetter-Katastrophen eine immer kleinere Rolle. Die Folgen menschlicher Fehlentscheidungen der vergangenen Jahrzehnte betreffend dem Klimaschutz, werden jetzt immer sichtbarer.