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Hofer zum neuen Vorsitzenden der FPÖ in Österreich gewählt
Aus Tagesschau vom 14.09.2019.
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Hofer wird neuer Chef FPÖ will Österreichs stärkste Kraft werden

  • Norbert Hofer ist zwei Wochen vor der Nationalratswahl in Österreich zum neuen Vorsitzenden der FPÖ gewählt worden.
  • Mit Hofer übernimmt nun ein bedachterer Redner die Partei – und der will mit den Rechtspopulisten hoch hinaus.
  • Der 48 Jahre alte Politiker ist damit nun auch offiziell Nachfolger von Heinz-Christian Strache, der im Mai nach der Veröffentlichung des «Ibiza-Videos» als Vizekanzler und Parteichef zurückgetreten war.

«Es ist unser Ziel, stärkste Kraft in Österreich zu werden – weil wir es können und weil Österreich uns braucht», sagte Hofer beim Parteitag in Graz.

Hofer, der kurz nach Straches Rücktritt als neuer Vorsitzender designiert wurde, erhielt in Graz 98,25 Prozent der Stimmen. Mit ihm dürfte die FPÖ zumindest im Ton künftig moderater auftreten.

Der Wahlgewinner Norbert Hofer schreitet durch einen mit Feuerwerkskörpern geschmückten Rahmen.
Legende: Der Gewinner lässt sich feiern. Keystone

Breitere Themen angekündigt

Offen ist, ob das letztlich auch für die Inhalte der Partei gelten wird. Das Ergebnis dürfte Hofer jedenfalls den Rücken stärken, der neue Vorsitzende galt in der Partei als nicht so gut verankert wie sein Vorgänger.

Der 48-Jährige kündigte an, nach der Parlamentswahl am 29. September an einer inhaltlichen Vertiefung und einer Verbreiterung der Themen der Partei arbeiten zu wollen. Konkret nannte er den Umweltschutz, die Pflege und eine «vernünftige Wirtschaftspolitik». Ausserdem müsse die Partei daran arbeiten, dass die Wahlergebnisse in den Städten besser würden.

Nachfolge Strache

Hofer übernimmt die Partei nach 14 Jahren unter Strache, dem auf seiner liebsten Ferieninsel Ibiza eine folgenreiche Falle gestellt worden war.

Das von «Spiegel» und «Süddeutscher Zeitung» veröffentlichte «Ibiza-Video», entstanden im Sommer 2017, zeigt Strache im Gespräch mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte über möglicherweise illegale Formen der politischen Einflussnahme. Das Video war letztlich der Auslöser für den Bruch der ÖVP-FPÖ-Regierung.

Freundliches Gesicht oder Wolf im Schafspelz?

Hofer galt bisher als das freundliche Gesicht der Partei, Kritiker vermuteten in ihm aber auch immer wieder den sogenannten Wolf im Schafspelz. Der Burschenschafter Hofer war zunächst in der Regionalpolitik im Burgenland aktiv, ehe er 2006 in das österreichische Parlament gewählt wurde.

In der rechtskonservativen Regierung von Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) übernahm der gelernte Flugtechniker 2017 das Amt des Verkehrsministers. Ein Jahr zuvor hatte er nur knapp die Bundespräsidentenwahl gegen den derzeitigen Amtsinhaber Alexander Van der Bellen verloren.

Eine Art Doppelspitze

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Mit Ex-Innenminister Kickl trat Hofer im Wahlkampf als eine Art Doppelspitze auf. Auf der einen Seite der smarte Hofer, auf der anderen Seite der laute und provozierende Kickl – das war zuletzt die Strategie der Rechtspopulisten. Kickl wurde auf dem Parteitag zu einem der sechs Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt.

Für die Wochen nach der Wahl hat die FPÖ ihre Pläne bereits ungewöhnlich deutlich festgelegt und öffentlich formuliert. Ziel ist eine Neuauflage der rechtskonservativen Koalition mit der ÖVP.

«Oft braucht es nur einen kleinen Schubser, um gemeinsam weiterzumachen», sagt Hofer dazu in einem von vielen Beobachtern belächelten Wahlwerbespot, in dem er mit einem Sebastian-Kurz-Darsteller bei einer Paartherapeutin Platz nimmt. Der Ibiza-Skandal wird da zu einer kleinen Dummheit, die der Regierungsarbeit nicht weiter im Wege stehen sollte.

Allzu grossen Schaden abgewendet

Aktuell steht die FPÖ in Umfragen bei rund 20 Prozent. Im Vergleich zur Nationalratswahl 2017 würden die Rechtspopulisten damit zwar rund sechs Prozentpunkte verlieren, im Vergleich zu den Umfragen kurz vor der Veröffentlichung des «Ibiza-Videos» sind es aber gerade einmal zwei bis drei Prozent. Allzu grossen Schaden durch den Skandal konnte die Partei also abwenden.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Stäbler  (Stab)
    Die FPÖ wird nach den Wahlen in die Bedeutungslosigkeit abstürzen. Die Grünen sind in den letzten Monaten so stark gewachsen dass Kurz nicht darum herum kommt eine Koalition mit den Grünen einzugehen auch wenn es ihm widerstrebt.
  • Kommentar von Andreas Wohlmuth  (Andreas Wohlmuth)
    Ich als Auslandsösterreicher möchte nicht das die FPÖ Stärkste Kraft wird. In einer Koalition mit einer anderen Partei ist mir das recht, denn die letzte Regierung hat schon etwas auf die Reihe bekommen. Nur verstehen es einige nicht das man einsparen muss um das System zu verbesser, sodass es in einigen Jahren besser funktioniert. Hofer sowohl auch Kickl sind grosse Redner schaffen aber alleine nicht viel. Mann kann sagen einer ist Trump und der andere Johnson.
  • Kommentar von E. Meier  (Eme)
    Erhielt 98% der Stimmen: das ist ja fast wie bei Putin, Erdogan, Kim und Co. offenbar gibts niemand anderen oder niemand anders darf.
    1. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      Meier: schauen sie mal nach mit wieviel Prozent jeweils in Deutschland die Parteipräsidenten, egal ob CDU, CSU, SPD oder Grüne gewählt werden.
    2. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      Ja, sehr guter Hinweis Herr Christmann, Beispiel Kramp-Karrenbauer 52%.
    3. Antwort von B. Moser  (moser.b)
      Martin Schulz hat man vergessen: 100%!