- Happy End nach tagelangem Bangen? Der vor Timmendorfer Strand gestrandete Buckelwal hat sich in der Nacht auf Freitag befreit.
- Er konnte mithilfe einer Rinne, die ein Schwimmbagger ausgegraben hatte, ins tiefere Wasser schwimmen.
- Nun schwimmt er in der Ostsee-Bucht – doch gerettet ist er damit noch nicht.
Der vor Deutschlands Ostseeküste nach mehreren Tagen von einer Sandbank befreite Buckelwal schwimmt in der Lübecker Bucht. Er sei weiter draussen in der Bucht gesichtet worden, sagte Stephanie Gross vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Der 12 bis 15 Meter lange Meeressäuger war am Montagmorgen vor dem Ort Timmendorfer Strand auf der Sandbank entdeckt worden. Seitdem waren mehrere Rettungsversuche unternommen worden. Mithilfe einer gegrabenen Rinne befreite er sich schliesslich in der Nacht zum Freitag.
Wal-Drama an der Ostsee
-
Bild 1 von 6. Wal in Sicht! Am Donnerstagmorgen schwimmt das Tier in der Lübecker Bucht. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Marcus Brandt.
-
Bild 2 von 6. Am Montag war der Buckelwal in der Lübecker Bucht aufgefunden worden. Nun scheint der Meeressäuger sich befreit zu haben. Bildquelle: IMAGO/Susanne Hübner.
-
Bild 3 von 6. Gemäss dem Meeresbiologen Marc Lehmann befindet sich der Meeressäuger in keinem guten Zustand. Die Haut sehe schlecht aus und er habe lange nichts mehr gegessen, sagte er der «Bild»-Zeitung. Bildquelle: IMAGO/Susanne Hübner.
-
Bild 4 von 6. Mit einem Bagger hoben Retter am Donnerstag eine Rinne für den Wal aus. Bildquelle: IMAGO/Susanne Hübner.
-
Bild 5 von 6. Voller Einsatz für den gestrandeten Buckelwal – auch in der Nacht. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Ulrich Perrey.
-
Bild 6 von 6. Das Medieninteresse am gestrandeten Tier war gross. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Marcus Brandt.
Jetzt komme es darauf an, dass der 12 bis 15 Meter lange Meeressäuger im offenen Wasser bleibt und möglichst in die Nordsee schwimmt, sagte der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann. Lehmann war am Vortag zu dem Wal geschnorchelt und hatte versucht, das Tier durch die Rinne zu lotsen.
Noch sei er nicht in Sicherheit, betonte Lehmann. Seine Befreiung von der Sandbank sei bisher nicht seine Rettung, sondern nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Zu Hause sei er erst im Atlantik.
«Ich bin einfach nur froh», sagte der Bürgermeister des Ortes Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke. Jetzt müsse der Wal gesucht und dann mit Booten in die Nordsee begleitet werden. Laut ITAW-Expertin Gross hat das Tier keinen Sender, da die Haut zu stark erkrankt ist. Nun müsse abgewartet werden, wie der Wal schwimme, erklärte sie.
Rettungsaktion mit Bagger
Der Buckelwal war am Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt worden. Tagelang wurde versucht, das Tier zu befreien. So war etwa am Dienstag ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. Am Donnerstag wurde mit einem Schwimmbagger eine Rinne ausgehoben.
Meter um Meter hatte sich der Wal am Donnerstagabend durch diese Rinne gekämpft. Auch ein grösserer Bagger konnte schliesslich von Land aus eingreifen, nachdem ein Damm aufgeschüttet worden war, um das schwere Gerät in Reichweite zu bringen.
Das Tier zeigte sich aktiver als in den Tagen zuvor. Die Helfer versuchten es am Abend auch mit Lärm zu animieren – durch Hupen, Trommeln oder Rufen. Auch der Wal selbst gab immer wieder lautes Brummen von sich. Am Ende hätten am Abend nur noch wenige Meter bis ins tiefere Wasser gefehlt, sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, als die Aktion wegen der Dunkelheit abgebrochen wurde.