Vor der Küste Kaliforniens verheddern sich seit 2014 immer mehr Buckelwale in Fischereinetzen und anderen Fanggeräten. Die geschützten Tiere verletzen sich dabei oder sterben. Warum passiert das häufiger?
Buckelwale fressen öfter als angenommen
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Buckelwale ernähren sich hauptsächlich von Krill. Krill gehört zum Plankton und bezeichnet kleine Krebstiere. Zusätzlich zu Krill essen Buckelwale kleinere Fische wie zum Beispiel Sardellen. Früher wurde angenommen, dass dies nur für die Populationen der nördlichen Hemisphäre gelte. Doch neuere Studien haben dieses Fressverhalten auch bei Tieren der südlichen Hemisphäre beobachtet. Buckelwale können zudem, abhängig vom Angebot, auf andere Beute wie weitere Küstenfischarten ausweichen.
Die meisten Buckelwale wandern jährlich zwischen ihren Nahrungs- und Brutgebieten. Die Brutgebiete liegen dabei in wärmeren Gewässern in der Nähe des Äquators. Früher wurde angenommen, dass Buckelwale nur in ihren jeweiligen Nahrungsgebieten fressen. Und somit während der Migration wie auch während der Zeit im Brutgebiet von ihren Fettreserven zehren. In neueren Studien haben Forschungsteams jedoch gezeigt, dass Buckelwale auch während dieser Zeit fressen, wenn auch viel weniger häufig als in den Nahrungsgebieten.
Drei mögliche Gründe: Es gibt mehr Buckelwale als früher, verhedderte Tiere werden öfter entdeckt, oder wärmere Wassertemperaturen beeinflussen ihre Nahrung.
Das Ergebnis – die Temperatur
Ein Forschungsteam hat die Ursachen untersucht. Der Hauptgrund ist die wärmere Wasseroberfläche. Auch die Populationsgrösse spielt eine Rolle, doch nur die Temperatur erklärt die Spitzen verhedderter Tiere in einzelnen Jahren.
Klimawandel
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Die Forscherinnen und Forscher schreiben in ihrer Publikation, dass die beobachteten wärmeren Oberflächentemperaturen des Meeres, die zur Drängung von Walen und der Fischerei auf kleinerem Raum führt, eine Folge des Klimawandels seien. Und dass anhaltende marine Hitzewellen drastische Auswirkungen hätten, welche auch die Fischerei beeinflusse.
Krill lebt in kühlerem Wasser. Wird das Meer wärmer, schrumpft dieser Lebensraum. Dadurch konzentrieren sich Krill, Wale und Fischerei stärker – und das Risiko von Verhedderungen steigt.
Befreiung eines verhedderten Buckelwals
Die Lösung – ein Frühwarnsystem
Das Forschungsteam konnte das Risiko bis zu einem Jahr im Voraus berechnen. Sie empfehlen ein Frühwarnsystem und daraus mögliche Begrenzungen für die Fischereisaison und die Anzahl an Fallen.