Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Hoffnung für Klimaschutz Weltweit weniger Kohlekraftwerke trotz chinesischem Ausbau

  • Einer Studie zufolge soll in diesem Jahr die Zahl der Kohlekraftwerke zum ersten Mal weltweit rückläufig sein.
  • Im ersten Halbjahr sind Anlagen mit über 21 Gigawatt stillgelegt worden.
  • Kohlekraftwerke sind für etwa 40 Prozent des weltweiten Ausstosses an CO2 verantwortlich.
Video
Aus dem Archiv: Deutschland beschliesst Kohleausstieg
Aus Tagesschau vom 16.01.2020.
abspielen

Der weltweite Rückgang ergab sich der Studie zufolge trotz der Neubauten in China, schreiben die Autoren der Untersuchung, welche von den Klimaschutz-Organisationen «Global Coal Plant Trackers» und «Global Energy Monitor» veröffentlicht wurde.

Gegenüber den 21 Gigawatt aus den Stilllegungen seien im ersten Halbjahr Anlagen mit 18.3 Gigawatt Leistung ans Netz gegangen, kommt die Studie zum Schluss.

China baut kräftig aus

Der Rückgang sei vor allem auf Europa zurückzuführen: Hier wurden 8.3 Gigawatt stillgelegt, weitere 6 Gigawatt sollen im zweiten Halbjahr folgen. Aber auch die Planung und der Bau von Kohlekraftwerken in Südostasien sinke deutlich – um etwa 70 Prozent im Vergleich zu den durchschnittlichen Werten seit dem Jahr 2015, hiess es.

Anders in China: Hier wurden demnach auch in der ersten Hälfte dieses Jahres entgegen dem globalen Trend die Kapazitäten erweitert. Der Ausbau mache in diesem Jahr bisher 90 Prozent der geplanten Kapazität, 86 Prozent der Baubeginne und 62 Prozent der Inbetriebnahmen aus. Abgesehen von China schrumpfe die weltweite Kohlekraftwerksflotte bereits seit dem Jahr 2018.

In Deutschland werden seit vielen Jahren keine neuen Kohlekraftwerke mehr gebaut. Der Meiler Datteln 4 wurde schon 2007 in Angriff genommen und wegen Planungs- und Baumängeln erst dieses Jahr in Betrieb genommen. Nach dem Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung soll das letzte Kohlekraftwerk in der Bundesrepublik spätestens 2038 vom Netz.

SRF Nachrichten, 3.8.2020, 04:00 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

38 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
    Bravo Deutschland! Ein Land mir Vorbild Charakter! Auch wenn nicht alle Probleme gelöst sind und die Energiekonzerne mit goldigen Vergütungen überzahlt werden. Sie machen Vorwärts und stellen sich den Herausforderungen, während andere auf ein Wunder warten.
    1. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Auch Deutschland tut leider viel zu wenig. Wenn Deutschland den CO2-Ausstoss ernsthaft reduzieren wollte, dann würde es die Besteuerung des Stromes reduzieren und stattdessen importierte fossile Energieträger besteuern. Merkwürdigerweise unterstützte Deutschland stattdessen den Bau einer zweiten Gaspipeline aus Russland und zementierte somit die ohnehin schon teure Abhängigkeit von Russland. (Offiziell schimpft dann aber Deutschland wieder mit Russland von wegen Ukraine etc..)
    2. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Deutschland macht einen Egotrip und zerstört mit den zig mia Euro Subventionen den Strommarkt.
      Deutscher Strom ist zu Tageszeiten z.T fast gratis (ausser in DE selber) und verhindert die Energiewende dur Inovation im Ausland. Wir können ja manchmal auch unsere Speicherseen fast gratis mit deutschem Überschussstrom füllen, alles zu Lasten der Deutschen Steuerzahler.
    3. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Der Deutsche Strom ist tagsüber nicht gratis (energy-charts.de). Deutschland hat sehr hohe Stromsteuern. Aus diesem Grund wird in D kaum mit Strom bzw. Wärmepumpen geheizt. D könnte den Strombedarf und somit den Strompreis erhöhen, wenn es den Wärmebedarf und den Transportsektor elektrifizieren würde (Russland hätte allerdings überhaupt keine Freude). Das EEG hat die Steuereinnahmen erhöht, weil PV, Biomasse und Windkraft steuern bezahlen und das EEG über die Stromrechnung bezahlt wird.
  • Kommentar von Jonas Keller  (JK)
    Ja China muss kritisiert werden, aber: Dank Chinas Aufforstungsprojekt bleibt der globale Waldbestand einigermassen im Gleichgewicht. Ausserdem: Wie viele europäische Firmen produzieren ihre Ware in China?
    1. Antwort von Alois Keller  (eyko)
      China tut alles um die eigenen Ressourcen zu schonen, dafür werden Ressourcen im Ausland ausgebeutet gegen Geld. Diese wichtigen Ressourcen werden eines Tages den anderen Ländern fehlen. In Surinam wird gross Wald gerodet. Schon jetzt bezieht China 75 Prozent seiner Soja-Importe aus Brasilien, Schweinefleisch aus Deutschland usw. China, der grösste CO2-Emmittent der Welt, hat im ersten Quartal dieses Jahres fast so viele fossile Meiler genehmigt wie im gesamten Vorjahr. Klimaschädlich!
  • Kommentar von Noah Schmid  (Schmid)
    Gemäss IMF bewegen sich die weltweiten Subventionen für fossile Energien nach wie vor bei $5000 Mrd pro Jahr. Solange diese Subventionen nicht eliminiert werden, wird der CO2-Ausstoss leider kaum schnell genug abnehmen, auch wenn Wind- und Solarenergie inzwischen günstiger sind als fossile Alternativen.
    1. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Wenn mit diesen $5000 Mrd statt fossile Energien zu subventionieren, Solarmodule gekauft würden, dann wird damit in nur einem Jahr mehr Strom produziert, als heute die ganze Welt verbraucht. Schade bewegt sich diesbezüglich trotzdem kaum etwas.