Angesichts der zunehmenden Waldbrandgefahr in ganz Europa werden fast 800 Feuerwehrleute aus 14 Ländern an besonders gefährdeten Gegenden stationiert. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an.
Diese Gebiete sind betroffen:
Frankreich
Wegen eines Naturbrandes in Südfrankreich sind 10'000 Menschen evakuiert worden. Betroffen sind 26 Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, wo 4600 Hektar Fläche verbrannt worden sind, wie die Präfektur mitteilte.
Der Brand wurde durch Wind, grosse Hitze und vor allem durch eine aussergewöhnlich hohe Lufttrockenheit angefacht. Zwei Personen wurden schwer verletzt. Die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales rief die Menschen in der betroffenen Region dazu auf, die Strassen vollständig für die Feuerwehrkräfte freizuhalten und nicht in die Häuser zurückzukehren. Für Firmen, deren Beschäftigte nicht zur Arbeit kommen können, soll eine Kurzarbeitsregelung getroffen werden.
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, teilte am Montag mit, dass die EU vier Löschflugzeuge aus Zypern und Schweden nach Frankreich entsenden werde, um die Feuerwehrleute rund um die Stadt Perpignan zu unterstützen.
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Bild 1 von 2. In der Nähe von Beziers im Süden Frankreichs brannte am Freitag ein Feuer neben einer Autobahn. Bildquelle: Reuters/Abdul Saboor.
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Bild 2 von 2. Auch in der Nähe von La Fare im Süden Frankreichs brannte es vergangenen Donnerstag. Bildquelle: Keystone/zvg SDIS13.
Griechenland
Am Wochenende brach in der Nähe von Thessaloniki, der zweitgrössten Stadt des Landes, ein Flächenbrand aus. Bei einem weiteren Waldbrand rund 20 Kilometer nordöstlich von Thessaloniki kamen am Mittwoch ein Mann und sein 12-jähriger Sohn ums Leben. Weitere Brände wüteten auf der Halbinsel Chalkidiki, einem beliebten Urlaubsziel, sowie in der Stadt Kilkis im Norden. Am Sonntagnachmittag brach in der Region Mandra, westlich der griechischen Hauptstadt Athen, ein weiterer grosser Waldbrand aus. Nach Angaben der Feuerwehr wurden 210 Feuerwehrleute, Freiwillige, Spezialteams und 29 Flugzeugen, darunter Löschflugzeuge und Helikopter, eingesetzt, um den Brand zu bekämpfen.
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Bild 1 von 3. In Oreokastro, nördlich von Thassaloniki, brannte unter anderem eine Recycling-Fabrik. Bildquelle: Reuters/Alexandros Avramidis.
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Bild 2 von 3. Nach Angaben der Feuerwehr bekämpften rund 115 Feuerwehrleute zusammen mit 38 Löschfahrzeugen und einer unbekannten Anzahl von Freiwilligen den Brand in Oreokastro. Bildquelle: Reuters/Alexandros Avramidis.
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Bild 3 von 3. Die Behörden gaben bekannt, dass ein 76-jähriger «nicht nüchterner» Mann unter dem Verdacht festgenommen wurde, das Feuer gelegt zu haben. Bildquelle: Keystone/ACHILLEAS CHIRAS.
Spanien
Im Nordosten Spaniens, in der Nähe der Stadt La Bisbal d’Empordà im Hinterland der Tourismusregion Costa Brava, hat ein Feuer bereits 2300 Hektar Busch- und Waldland niedergebrannt. Das entspricht in etwa der Fläche von 3100 Fussballfeldern. Laut Medienberichten sind mehrere Häuser ausgebrannt. Verletzt wurde bisher niemand.
Wegen starken Rauchs haben die Behörden am Freitag rund 45'000 Bewohnende mehrerer Ortschaften östlich von Girona aufgerufen, ihre Häuser vorübergehend nicht zu verlassen. Diese Aufforderung wurde später wieder aufgehoben.
Sorge bereitet den Behörden jedoch, dass sich der Brand aufgrund der starken Windprognosen in der bewaldeten Bergregion Massís de les Gavarres weiter ausbreiten könnte. Dort verwüstete das Feuer 2200 Hektar Land, 97 Prozent davon im Naturschutzgebiet Les Gavarres.
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Bild 1 von 3. Eine Gegend in der Nähe von Calonge wurde abgebrannt. Bildquelle: Reuters/Bruna Casas.
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Bild 2 von 3. In der Nacht auf Samstag brannte das Feuer noch. Bildquelle: Reuters/Bruna Casas.
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Bild 3 von 3. Die Behörden Kataloniens hielten die Bewohnenden während des Brandes an, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Bildquelle: Reuters/Bruna Casas.
Portugal
In der Region Vouzela in Zentralportugal versuchten mehr als 1200 Feuerwehrleute, unterstützt von fast 400 Fahrzeugen und 15 Flugzeugen, einen Brand zu löschen. Das teilte die portugiesische Zivilschutzbehörde mit. Bis Sonntag hatte sich der Waldbrand über eine Fläche von 12'000 Hektar – also 120 Quadratkilometer – ausgebreitet, wie aus Informationen des Waldbrand-Portals der Europäischen Union «Copernicus» hervorgeht.
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Bild 1 von 2. Die Generaldirektion für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der EU teilte mit, dass Spanien am Freitag 120 Feuerwehrleute und 45 Fahrzeuge als Verstärkung nach Portugal entsandt habe. Bildquelle: Reuters/Pedro Rocha.
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Bild 2 von 2. Italien und Spanien sendeten zudem drei Löschflugzeuge. Bildquelle: Keystone/PAULO CUNHA.
Schweiz
In vielen Kantonen herrscht erhebliche bis grosse Waldbrandgefahr. In einigen Regionen des Wallis gilt gar die höchste Gefahrenstufe.