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Harvey Weinstein schuldig gesprochen
Aus Tagesschau vom 24.02.2020.
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Hollywoods Missbrauchs-Skandal Harvey Weinstein schuldig gesprochen

  • Im Vergewaltigungsprozess gegen Harvey Weinstein hat die Jury den ehemaligen Hollywood-Mogul der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung schuldig gesprochen.
  • Das teilten die Geschworenen dem Obersten New Yorker Gericht nach tagelangen Beratungen mit.
  • Der Prozess dreht sich um die Vorwürfe von zwei Frauen – Weinstein soll eine von ihnen 2006 zum Oral-Sex gezwungen haben, die andere soll er 2013 vergewaltigt haben.

In dem Prozess kam die Jury aus Laienrichtern zu der Entscheidung, den 67-Jährigen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu verurteilen. Nicht schuldig sei er jedoch in dem schwersten Anklagepunkt des «raubtierhaften sexuellen Angriffs» und dem Vorwurf einer weiteren Vergewaltigung. Weinstein drohen nun Jahre in Haft. Das Strafmass wird vom Richter erst später verkündet.

Weinstein wurde nach der Urteilsverkündung in Handschellen abgeführt. Er muss bis zur Verkündung des Strafmasses durch den Richter Mitte März im Gefängnis bleiben. Weinsteins Anwälte wollen nach eigenen Angaben Berufung gegen den Entscheid einlegen.

Positive Reaktionen nach Urteil

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Nach dem Schuldspruch gegen Harvey Weinstein haben Schauspielerinnen und Frauenrechtlerinnen das Urteil als grossen Erfolg gefeiert. Damit sei eine «neue Ära der Justiz» eingeleitet worden, sagte die Präsidentin der Stiftung «Time's Up», die gegen sexuelle Belästigung kämpft.

Die Stiftung veröffentlichte auch eine gemeinsame Mitteilung von 23 Frauen, die Weinstein sexuelle Übergriffe vorwerfen, darunter prominente Schauspielerinnen. Sie beklagten, dass Weinstein nicht in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden sei, verwiesen aber auf einen anstehenden weiteren Strafprozess gegen Weinstein in Los Angeles. «Unser Kampf ist noch lange nicht vorbei», hiess es in der Erklärung.

Drei Jahre nach #Metoo

Insgesamt hatten mehr als 80 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Ashley Judd, Uma Thurman oder Salma Hayek, Weinstein in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

Im Oktober 2017 war Harvey Weinstein erstmals öffentlich in einem Artikel der «New York Times» sexueller Missbrauch vorgeworfen worden. Kurz darauf rief Schauspielerin Alyssa Milano in den sozialen Medien dazu auf, dass Frauen weltweit ihre Erfahrungen mit Missbrauch und Belästigung teilen sollten.

In Hollywood war alles bekannt

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Niemand wollte wahrhaben, was eigentlich alle längst wussten. Weinsteins sexuelle Übergriffe waren in der Szene bekannt. In der Branche waren sie Gegenstand von Witzen, an der Oscar-Verleihung 2013 wurden sie sogar öffentlich thematisiert.

Und es war nicht nur Harvey Weinstein. Schauspieler Bill Cosby oder der Sänger R. Kelly – sie alle müssen sich inzwischen juristisch verantworten oder sitzen bereits in Haft.

Durch die #Metoo-Bewegung und die Zahl dieser Vorfälle gelang etwas, das vereinzelten Berichten über sexuelle Belästigung sonst nie gelungen war: ein Aufschrei in der Gesellschaft.

Der Hashtag #Metoo ging viral und mit ihm wurde die gleichnamige Bewegung zum globalen Diskurs über Missbrauch und Diskriminierung, der einiges veränderte. Für viele Frauen sank die Hemmschwelle, Missbrauch oder Belästigung auszusprechen.

Langsames Umdenken in Hollywood

Manche Studios in Hollywood greifen seitdem hart durch. Als mehrere Männer den Schauspieler Kevin Spacey der sexuellen Belästigung bezichtigen, werden seine Szenen im eigentlich fertigen Film «All the Money in the World» neu gedreht, mit einem anderen Schauspieler.

Zudem sind bei Dreharbeiten immer öfter speziell geschulte Berater am Set, die bei Szenen mit Körperkontakt sicherstellen, dass die Grenzen aller Beteiligten respektiert werden. Doch viele Mühlen laufen auch langsam. Selten führen Vorwürfe auch zu einer Verurteilung, oft wird die Glaubwürdigkeit der Zeugen infrage gestellt.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Zimmermann  (HoustonZimi)
    @SRF: Bitte besser formulieren: "Der Prozess dreht sich um die Vorwürfe von zwei Frauen – eine von ihnen soll Weinstein 2006 zum Oral-Sex gezwungen haben, die andere soll er 2013 vergewaltigt haben." Das ist unklar - wer hat wen hier zum Oral-Sex gezwungen? Natuerlich wissen wir, wer wen hier geezwungen hat, aber es sollte doch heissen: "Der Prozess dreht sich um die Vorwürfe von zwei Frauen – Weinstein soll eine von ihnen 2006 zum Oral-Sex gezwungen haben, die andere ..."
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Andreas Zimmermann: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben das nun dahingehend korrigiert, damit es unmissverständlich wird.
    2. Antwort von SRF News (SRF)
      @Andreas Zimmermann: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben das angepasst.
  • Kommentar von Sebastian Mallmann  (mallmann)
    In ganz Hollywood als Sexualtäter bekannt - über 80 Frauen haben Weinstein belastet, doch verurteilt wird er am Ende wegen zweier Delikte. Ob dieses Urteil wirklich ein vollumfänglicher Sieg der Gerechtigkeit ist, bezweifle ich.
  • Kommentar von René Rohr  (René Rohr)
    Gut das man solche Typen wegsperrt!
    Schön hat man ihn schuldig gesprochen. Jetzt wäre es noch interessanter, welches Urteil denn gesprochen wurde.