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Italien: Aufenthaltsbewilligung für illegal Arbeitende
Aus HeuteMorgen vom 14.05.2020.
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Illegale in Italien Erntehelfer und Putzhilfen dürfen nun legal arbeiten

Hunderttausende Arbeiter ohne Vertrag und Aufenthaltsbewilligung werden in Italien legalisiert. Der Beschluss war umstritten.

Vor allem die Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova kämpfte dafür, dass Hunderttausende Menschen, die in Italien illegal arbeiten, eine Chance erhalten. «Ab heute sind die Unsichtbaren weniger unsichtbar», sagte Ministerin Bellanova den Tränen nahe. Als 14-Jährige hatte Bellanova selbst auf den Feldern Apuliens Früchte und Gemüse geerntet.

Ab heute sind die Unsichtbaren weniger unsichtbar.
Autor: Teresa BellanoveLandwirtschaftsministerin Italien

Neben Erntehelfern sollen auch Angestellte, die in italienischen Haushalten putzen oder Betagte und Kranke pflegen, ihre Arbeit und ihren Aufenthalt legalisieren dürfen. Italien handelt unter Druck, denn in der Covid-Krise sind die Grenzen zu. Und auf einmal merkt Italien, dass nur wenig funktioniert, wenn nicht fortlaufend Leute aus Afrika oder Osteuropa nach Italien kommen, um zu ernten oder zu putzen.

Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova
Legende: Ministerin Bellanova sieht im Beschluss einen «Sieg für die Würde vieler Menschen». Keystone

Kompromiss zwischen Regierungsparteien

Diese Legalisierung ist aber höchst umstritten – auch unter den beiden Regierungsparteien. Die Cinque Stelle wollten anfänglich gar nichts davon wissen, weil sie fürchten, dass dies noch weitere Illegale anlocken könnte und dass damit jene belohnt würden, die das Recht gebrochen hätten.

Die Sozialdemokraten aber wollten diese Legalisierung, weil man so Arbeiterinnen und Arbeiter besser vor Ausbeutung schützen könne. Schliesslich einigte sich die Regierung auf einen Kompromiss: Die Aufenthaltsbewilligungen, die Italien nun gewährt, sind befristet. Zudem sollen jene Arbeitgeber, die Menschen ohne Vertrag und Aufenthaltsbewilligung eingestellt haben, nicht straffrei davonkommen.

HeuteMorgen, 14.5.2020, 6:00 Uhr

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin  (Chäsli)
    Man kann so viele legalisieren wie man will, so lange es Arbeitsplätze hat, werden die legalisierten immer ersetzt. Spanien versucht das seit 2 Jahrzehnten.
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Solange 1% der Weltbevölkerung mehr Vermögen besitzen als 99% vom Rest der Welt, stehen die Zeichen auf Sturm! An dem Problem muss überall dringendst gearbeitet werden.
  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    „Wir riefen Arbeitskräfte, aber es kamen Menschen.“ Max Frisch
    1. Antwort von Patrik Schaub  (Kripta)
      Wer hat nach illegalen Einwanderern gerufen?
    2. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Die Wirtschaft, Herr Schaub, respektive die Mafia, die Ihnen die billigen Tomaten in den Supermarkt liefert und mit der unsere Wirtschaft zusammenarbeitet. Jeder Kauf ist ein Signal, dass das ok ist. Ist halt alles ein bisschen komplizierter, als durch die nationalistische Brille erkennbar ist.