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Neue Studie zu Corona-Übertragung in Haushalten
Aus Echo der Zeit vom 28.10.2021.
abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
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Impfstudie für Grossbritannien Auch Geimpfte geben das Virus weiter

Eine neue Studie zeigt: Geimpfte sind vor dem Virus sehr gut geschützt – es zirkuliert aber auch unter ihnen.

Lange hat man gehofft, dass die Corona-Impfung nicht nur die Geimpfte vor schwerer Erkrankung schützt. Man hoffte auch, dass Geimpfte – falls sie sich trotz Impfung infizieren – das Virus zumindest weniger stark weitergeben, als Ungeimpfte. Eine soeben publizierte Studie aus Grossbritannien zeigt nun aber: Dem ist nicht so.

Dabei ist es ist ein ziemlicher Aufwand, wenn man genau herausfinden will, wer wen ansteckt und mit welcher Häufigkeit. In mehr als 200 Haushalten haben Wissenschaftlerinnen aus Grossbritannien untersucht, wie sich Covid-19 verbreitet. Ausgehend von einem ersten Fall haben sie mit allen anderen Familienmitgliedern täglich einen PCR-Test gemacht – zehn Tage lang.

Virenlast steigt bei allen gleich

Dabei zeigte sich: Auch wenn die Familienmitglieder zum Teil keinerlei Symptome hatten, zirkuliert das Virus munter weiter. Wer geimpft ist, steckt sich weniger oft an – mit 25 Prozent Wahrscheinlichkeit. Wer nicht geimpft ist, muss mit einer 38-prozentigen Wahrscheinlichkeit rechnen, das Virus zu bekommen, wenn es von jemandem in den Haushalt gebracht worden ist.

Dabei ist es aber egal, ob die erste Person, die das Virus in die Familie bringt, geimpft ist, oder nicht – die Ansteckungsrate der anderen bleibt in etwa gleich. Und auch die Virenlast im Rachen steigt am Anfang bei allen genau gleich – egal ob man geimpft ist oder nicht.

Ergebnisse nur bedingt gültig für die Schweiz

Die Studie aus Grossbritannien, soeben in der Zeitschrift «Lancet Infectious Diseases» publiziert, ist gut gemacht. Trotzdem ist es nicht zulässig, die Daten eins zu eins auf die Schweiz zu übertragen. Die in den Ländern verwendeten Impfstoffe unterscheiden sich und auch im Verlauf der Pandemie sind die Schweiz und Grossbritannien nicht deckungsgleich.

Trotzdem wird aus den britischen Zahlen klar, wie heimtückisch das Coronavirus sein kann: Es verbreitet sich auch unter Geimpften weiter – verursacht da zwar dank der Impfung in den meisten Fällen keine grösseren Schäden mehr – kann aber weiterspringen zur nächsten Person, die noch nicht geimpft ist.

Und dennoch geht der Schutz der Impfung über die Einzelperson hinaus. Denn wer geimpft ist, wird seltener angesteckt, hat einen guten Schutz vor schwerer Erkrankung und trägt damit merklich bei zur Entschärfung der Pandemie.

Echo der Zeit, 28.10.2021, 18:00 Uhr

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197 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community. Wir bedanken uns für die zahlreichen Kommentare und schliessen die Kommentarspalte an dieser Stelle. Wenn Sie weiterdiskutieren möchten, finden Sie weitere Themen unter "Die Debatten des Tages". Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Jim Brunner  (JimB)
    Nebst den Faktoren, die die Resultate nicht eins zu eins auf CH übertragen lassen: 25% vs 38% mag auf den ersten Blick wenig sein, es handelt sich dabei gleichwohl um ein Faktor von 1.5 um den Ungeimpfte in dieser Studie das Virus stärker verbreiten. Wenn man betrachtet um wie viel schneller sich ein Virus mit einem 1.5 Mal höheren R-Wert verbreitet, dann ist es doch ein relevanter Unterschied, oder?
  • Kommentar von Jim Brunner  (JimB)
    Nebst den Faktoren, die die Resultate nicht eins zu eins auf CH übertragen lassen: 25% vs 38% mag auf den ersten Blick wenig sein, es handelt sich dabei gleichwohl um ein Faktor von 1.5 um den Ungeimpfte in dieser Studie das Virus stärker verbreiten. Wenn man betrachtet um wie viel schneller sich ein Virus mit einem 1.5 Mal höheren R-Wert verbreitet, dann ist es doch ein relevanter Unterschied, oder?