Nordkorea will die zum Teil abgerissene Kernkraftanlage in Yongbyon wieder aufbauen und neu starten. Das teilt die amtliche Nachrichtenagentur KCNA mit. Der Schritt diene militärischen Zwecken und der Stromgewinnung. Nordkoreas Verbündeter China kritisierte das Vorhaben und rief alle Parteien zum Dialog auf.
Ban Ki Moon will vermitteln
Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon reagierte umgehend und rief alle Seiten zur Vorsicht auf. «Die Krise ist schon zu weit fortgeschritten. Nukleare Drohungen sind kein Spiel», sagte der Südkoreaner bei einer Medienkonferenz während eines Besuchs in Andorra.
Der Konflikt könne nur durch Dialog und Verhandlungen gelöst werden. «Als Generalsekretär helfe ich den Beteiligten gerne, auf diesen Weg aufzubrechen», sagte Ban.
Atomwaffen als Grundlage für Wohlstand?
Zu dem Komplex gehören eine stillgelegte Anlage zur Uran-Anreicherung und ein Fünf-Megawatt-Reaktor. Nordkorea, USA, China, Südkorea, Japan und Russland beschlossen in einem Abrüstungsprogramm, das AKW stillzulegen. Nordkorea hat darauf den Kühlturm der Anlage 2008 in einer medienwirksamen Aktion in die Luft gesprengt.
Chronologie des Konflikts mit Nordkorea
Die Ankündigung folgte auf eine Ansprache von Machthaber Kim Jong Un. Er hatte bei einem Treffen mit der Führung der regierenden Arbeiterpartei am Sonntag Atomwaffen als Garant für die Souveränität des Landes bezeichnet. Sie dienten der Abschreckung und seien Grundlage für Wohlstand, sagte Kim. In der modernen Geschichte sei kein Land angegriffen worden, das über Atomwaffen verfüge. In der Rede stellte Kim offenbar wirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund. Die Rede wurde am Dienstag veröffentlicht.
Bis zu 32 Atombomben durch Yongbyon
In den letzten Tagen hatte die Regierung in Pjöngjang ihre Kriegsrhetorik gegenüber Südkorea und dessen Verbündeten USA verschärft. Den USA drohte Nordkorea mit einem atomaren Erstschlag. Beobachter vermuten, dass Nordkorea ausreichend spaltbares Material hat, um bis zu acht Atombomben zu bauen.
Nordkorea wird bis 2016 über genug waffenfähiges Uran für 21 bis 32 Atomwaffen verfügen, wenn es auch die Zentrifuge in Yongbyon zur Uran-Anreicherung nutzt. Davon geht das US-Institut für Wissenschaft und internationale Sicherheit (ISIS) aus.
USA verstärken militärische Präsenz
Die USA reagierten auf die anhaltende Kriegsdrohung aus Nordkorea mit militärischer Präsenz in der Region: Washington schickte Medienberichten zufolge einen mit Raketen bestückten Zerstörer ins Konfliktgebiet. Zudem solle ein schwimmendes Überwachungsradar näher an die nordkoreanische Küste herangebracht werden. Hochmoderne Kampfflugzeuge mit Tarnkappentechnik sind bereits vor Ort.
Trotz der aggressiven Töne aus Pjöngjang sieht Washington keine unmittelbare Gefahr. Ein Sprecher des Weissen Hauses sagte, es gebe keinen Hinweis darauf, dass Nordkoreas Führung die Truppen mobilisiere oder aufmarschieren lasse.
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Bild 1 von 13. Am 17. Dezember 2011 stirbt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il. Sein Nachfolger als oberster Führer wird am 29. Dezember 2011 sein Sohn Kim Jong Un. Der Westen hofft auf Veränderungen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 13. Am 16. März 2012 kündigt Nordkorea den Start eines neuen Satelliten an. Eine Rakete soll diesen ins All befördern. Zuvor hatte Nordkorea den USA zugesagt, Tests von Langstreckenraketen sowie Atomwaffentests auszusetzen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 13. Am 22. März 2012 beginnt Nordkorea erste Gespräche mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Es geht um die Überwachung des Atomwaffenprogramms sowie um die angekündigten Unterbrechungen von Nukleartests. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 13. Am 13. April 2012 startet die angekündigte Rakete. Das Projekt scheitert jedoch. Der Satellit habe es nicht in die Erdumlaufbahn geschafft, heisst es aus Nordkorea. Die Rakete sei kurz nach dem Start zerbrochen. Die USA und ihre Verbündeten vermuten hinter dem Raketenstart weiterhin einen Test für das nordkoreanische Atomprogramm. Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 13. Am 2. September 2012 verbünden sich die «Atom-Sorgenkinder» Nordkorea und Iran gegen die USA. Sie wollen enger zusammenarbeiten und den Vereinigten Staaten die Stirn bieten. Dazu unterzeichnen beide Länder in Teheran mehrere Vereinbarungen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 6 von 13. Am 17. September 2012 verstärken die USA ihre Raketenabwehr in Japan. Ziel ist es, besser auf eine Bedrohung durch ballistische Raketen aus Nordkorea reagieren zu können. Bildquelle: Keystone.
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Bild 7 von 13. Im September 2012 kappt Nordkorea die Zusammenarbeit mit der IAEA. Diese verurteilt die Entscheidung. Nordkorea solle umgehend mit der Organisation kooperieren und alle Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates umsetzen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 8 von 13. Am 12. Dezember 2012 unternimmt Nordkorea einen erneuten Raketentest. Das Land schiesst einen funktionsfähigen Satelliten ins All. Dessen Funktion ist unklar. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilt dieses Vorgehen sofort: Der Start stelle eine Verletzung von Resolutionen des Sicherheitsrats dar. Bildquelle: Keystone.
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Bild 9 von 13. Am 22. Januar 2013 weitet der UNO-Sicherheitsrat als Konsequenz auf den Raketenstart im Dezember die Sanktionen gegen Nordkorea aus. Mehrere ranghohe Mitarbeiter der am Start beteiligten nordkoreanischen Unternehmen dürfen das Land nicht mehr verlassen. Zudem werden ihre Auslandskonten und die ihrer Unternehmen eingefroren. Bildquelle: Keystone.
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Bild 10 von 13. Zwei Tage später reagiert Nordkorea mit Trotz: Das Land bestätigt neue Pläne für Atom- und Raketentests. Sie sollen direkt auf den «Erzfeind» USA abzielen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 11 von 13. Schon am 12. Februar 2013 macht Nordkorea seine Drohung wahr: Das Land hat nach eigenen Angaben einen erfolgreichen Atomtest unternommen. Der Test sei unterirdisch erfolgt, hiess es bei der staatlichen Nachrichtenagentur. Bildquelle: Keystone.
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Bild 12 von 13. Drei Wochen nach dem jüngsten Atomtest Nordkoreas verhängen die Vereinten Nationen scharfe Sanktionen gegen das kommunistische Regime. Die bestehenden Massnahmen sollen durch Reiseverbote und Kontensperrungen verstärkt werden. Die Resolution richtet sich gegen Diplomaten des Regimes. Bildquelle: Keystone.
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Bild 13 von 13. Am 8. März 2013 reagiert Nordkorea und droht mit Krieg: Das Land kündigt den Nichtangriffspakt mit Südkorea auf. Alle Übereinkommen über einen Waffenstillstand mit Südkorea sind aufgehoben. Auch den USA wird mit einem atomaren Erstschlag gedroht. Bildquelle: Keystone.
Auch Südkorea droht
Am Montag warnte Südkorea den kommunistischen Norden in deutlicher Form vor möglichen Angriffen. Präsidentin Park Geun Hye wies die Streitkräfte an, auf militärische Provokationen des Nachbarlandes «ohne Rücksicht auf jede politische Abwägung» prompt und strikt zu reagieren.
Am Dienstag berief Park eine Sitzung mit den für die Sicherheit und Aussenpolitik zuständigen Ministern ein. Auch der Geheimdienstchef soll an den Beratungen über «die Lage im In- und Ausland» teilgenommen haben.